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Windows Live® Suchergebnisse Amerikanische Kunst und ArchitekturEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Die Kolonialzeit (um 1600 bis 1763); Die „Neue Nation” (1776-1865); Zwischen Sezessionskrieg und 1. Weltkrieg (1865-1914); Entwicklungen nach dem 1. Weltkrieg
Amerikanische Kunst und Architektur, nach allgemeinem Verständnis die Malerei, Bildhauerei und Architektur in den Vereinigten Staaten, beginnend mit der amerikanischen Unabhängigkeit (Unabhängigkeitserklärung von 1776). Vor der Unabhängigkeit der USA standen die englischen, holländischen, französischen und spanischen Kolonien, aus denen später die Vereinigten Staaten von Amerika hervorgingen, unter dem Einfluss der Kunst und Architektur Europas. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelten sich in den USA spezifisch amerikanische Varianten der europäischen Vorbilder. Seit Ende des 19. Jahrhunderts übten amerikanische Künstler und Akademien zunehmend Einfluss auf die internationale Architektur und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch auf die Malerei und Bildhauerkunst aus. Europäische Baustile tauchten in den USA immer regional unterschiedlich auf, wobei allerdings ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine Tendenz zu einem spezifisch amerikanischen nationalen Baustil festzustellen ist. In der Kunst war die Auseinandersetzung mit der europäischen, später auch mit der indianischen und afrikanischen Volkskunst von Bedeutung. Die Kunst der Ostküste war traditionell eher nach Europa ausgerichtet, während die der kalifornischen Westküste sich besonders Anregungen aus Lateinamerika und Asien öffnete.
Kunst und Architektur der englischen, holländischen, französischen und spanischen Kolonien auf dem Gebiet der heutigen USA spiegelten jeweils die Stiltraditionen des Herkunftslandes der Siedler. Im Westen herrschte der spanische Einfluss vor, während im Osten ein mit niederländischen und französischen Einflüssen verwobener englischer Stil den Ton angab.
Im 17. und 18. Jahrhundert kamen die spanischen Siedler im amerikanischen Südwesten mit der Baukunst der indianischen Kulturen in Berührung. Wichtigstes Baumaterial war der Adobeziegel, der entsprechend den klimatischen Bedingungen mit anderen verfügbaren Materialien kombiniert wurde. Die spanischen Kolonialkirchen in Arizona und New Mexico und die Missionsstationen, die von San Diego bis San Francisco in Kalifornien errichtet wurden, zeigen eine Stilmischung einheimischer indianischer Bauformen und spanisch-christlicher Architektur. In New Mexico brachten die Puebloindianer mit ihrer Kombination von Adobebauweise und Kolonialstil die überzeugendste und originellste Architektur auf dem Gebiet der späteren USA hervor. Die Geschichte der Architektur in den anderen Gebieten der USA verlief ähnlich wie in Europa, insbesondere in England. Stilformen, die sich in Europa entwickelt hatten, setzten sich in den USA allerdings erst nach längerer Zeit durch. So gleicht die britische Kolonialarchitektur im Amerika des 17. Jahrhunderts jenen Bauten im elisabethanischen Stil, wie er sich besonders in der englischen Provinz erhalten hat. Das Parson Capen House (1683) in Topsfield (Massachusetts) ist ein typisches Beispiel für das einstöckige Neuenglandhaus. Giebel, vorgezogene Dachkanten und asymmetrische Bauweise verleihen dem Haus ein spätmittelalterliches Aussehen. In Virginia und Maryland gab man dem charakteristischen anderthalbgeschossigen Haus in Ziegelbauweise den Vorzug – mit Kaminen an beiden Enden und einer symmetrischen Fassade. Das Senate House (1676-1695) in Kingston und das Herrenhaus Fort Crailo (1642) in Rensselaer, beide im Staat New York, bezeugen den dort wirksamen niederländischen Einfluss.
Die frühesten Bilder waren Porträts, die ab 1660 in Neuengland entstanden. Bemerkenswerte Beispiele sind die Bildnisse von John Freake und Mrs. Elizabeth Freake mit ihrer kleinen Tochter Mary (um 1674, Worcester Art Museum, Massachusetts). Die flach dargestellten Figuren sind dekorativ arrangiert, wobei Linie und Fläche dominieren. Bilder religiösen Inhalts und Kirchenschmuck entstanden im 17. Jahrhundert besonders im Südwesten Amerikas.
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