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Hamburg

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Hamburger HafenHamburger Hafen
Artikelgliederung
1

Einleitung

Hamburg, vollständige Bezeichnung „Freie und Hansestadt Hamburg”, Stadt in Norddeutschland und zugleich Bundesland (Stadtstaat) der Bundesrepublik Deutschland, an den Flüssen Elbe und Alster gelegen, etwa 110 Kilometer von der Mündung der Elbe in die Nordsee entfernt. Der Stadtstaat grenzt nördlich der Elbe an Schleswig-Holstein, südlich der Elbe an Niedersachsen. Zu Hamburg gehören auch einige in der Nordsee gelegene Inseln (Neuwerk, Scharhörn, Nigehörn) sowie der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer.

Hamburg ist nach Berlin die zweitgrößte Stadt in Deutschland und verfügt über den zweitgrößten Seehafen Europas (nach Rotterdam) mit einem bedeutenden Freihafen, in dem Waren zollfrei gelagert werden dürfen. Seinem Hafen verdankt Hamburg seine Rolle als überragende Handels- und Industriemetropole. Darüber hinaus ist die Hansestadt auch als Kulturzentrum von Bedeutung. Sie liegt im Urstromtal der Niederelbe sowie am Geestrand und dem Endmoränengebiet der Schwarzen Berge. Das Marschland im Südosten wird von einigen Altarmen der Elbe durchflossen (Vierlande). Die zahlreichen kleinen Inseln zwischen Norder- und Süderelbe wurden zum Teil umgeformt und tragen einen Großteil der Industrie- und Hafenanlagen.

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Wirtschaft und Verkehr

Handel und Hafen bestimmten über Jahrhundert die wirtschaftlichen Geschicke von Hamburg. Noch heute besitzt die Stadt den wichtigsten und größten Seehafen Deutschlands; er steht hinsichtlich Containerumschlag in Europa an zweiter und weltweit an achter Stelle (Container Terminal Hamburg). Zu den herausragenden Produktionszweigen gehören traditionell die Werftindustrie, deren Bedeutung gegenüber Zukunftsbranchen wie der zivilen Luftfahrt, der Elektrotechnik oder dem Maschinenbau aber immer geringer wird. Weitere wichtige Wirtschaftszweige sind die Mineralölverarbeitung, die chemische Industrie sowie die Herstellung von Nahrungs- und Genussmitteln.

Auch in manchen Branchen des Dienstleistungsgewerbes zählt Hamburg zu den führenden Städten in Deutschland. Die Stadt ist Sitz zahlreicher Import- und Exportfirmen, ein wichtiger Standort für Banken und Versicherungen sowie Sitz der Hamburger Börse. Hamburg ist auch eine der führenden Medienstädte Deutschlands, etwa 1 300 Unternehmen der Medienbranche haben hier ihren Sitz. Zu den prominentesten gehören einige von Europas umsatzstärksten Verlagshäusern, darunter Gruner + Jahr, der Zeitverlag und der Spiegel-Verlag. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) ist die zweitgrößte Sendeanstalt innerhalb der ARD.

Hamburg ist ein wichtiger Messestandort; zu den renommiertesten Veranstaltungen zählen die Hanse Golf (Messe für Golf und Golftourismus), die INTERNORGA (Messe für Hotellerie und Gastronomie), die Garten- und Lifestyle-Messe Giardina, die Weinmesse RendezVino, Aircraft Electronics & Electrical Systems (Luft- und Raumfahrtmesse für Flugsysteme und neue Technologien) und die Bootsmesse hanseboot. Das (CCH) wurde 1973 als erstes Kongresszentrum Deutschlands eröffnet und begründete den Ruf der Hansestadt als international anerkanntes Tagungs- und Kongresszentrum. Der Fremdenverkehr ist eine wichtige Einnahmequelle der Stadt; bei der Zahl der Übernachtungen von Besuchern liegt Hamburg nach Berlin und München an dritter Stelle aller deutschen Städte. Viele Besucher kommen im Mai, wenn in Hamburg mit dem Hafengeburtstag das größte Hafenfest der Welt gefeiert wird. Auch der Fischmarkt am Sonntagmorgen zählt zu den berühmtesten Attraktionen der Stadt.

Der internationale Flughafen von Hamburg befindet sich nördlich der Stadt. Hamburg ist sehr gut an das europäische Fernstraßennetz angeschlossen, mehrere Autobahnen führen an der Stadt vorbei. Die Stadt zählt zu den wichtigsten Eisenbahnknotenpunkten in Mitteleuropa. Über die Elbe besteht eine direkte Verbindung zur Nordsee, über den Nord-Ostsee-Kanal und den Elbe-Lübeck-Kanal haben Schiffe Anschluss an die Ostsee. Ein großer Teil des öffentlichen Nahverkehrs wird über die U-Bahn abgewickelt, deren erste Linie 1912 in Betrieb ging.

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Stadtbild

Das gesamte Hafengebiet umfasst eine Fläche von rund 7 400 Hektar, etwa 60 Prozent davon entfallen auf Landflächen. Das Stadtbild wird heute im Wesentlichen von den Bauten des 19. und 20. Jahrhunderts geprägt; der größte Teil älterer Bausubstanz wurde bei Großbränden zerstört. Beim Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg wurden einige historische Gebäude rekonstruiert. In einigen Stadtvierteln (z. B. Pöseldorf), an der Elbchaussee und in noblen Vororten (z. B. Blankenese) befinden sich zahlreiche repräsentative Villen. Im Rahmen eines der ambitioniertesten städtebaulichen Projekte in Europa wird die Hamburger Innenstadt um 155 Hektar erweitert. Das neue Stadtviertel HafenCity entsteht am Nordrand des Hafens; die endgültige Fertigstellung ist für 2020 vorgesehen.

Der Stadtkern Hamburgs, der sich grob in die Altstadt und die Neustadt unterteilen lässt, beherbergt Geschäftsviertel und wird von zahlreichen Fleeten (Kanälen) durchzogen. Sie bilden ein dichtes Netz von Wasserarmen, das von zahlreichen Brücken überspannt wird; Hamburg besitzt mehr Brücken als Amsterdam und Venedig zusammen. Die im Zentrum der Stadt aufgestaute Alster bildet zwei Binnenseen, die kleinere Binnen- und die größere Außenalster, beide werden von Schiffen des öffentlichen Personennahverkehrs befahren.

Auf den Hafenrundfahrten, die von den 1909 erbauten Landungsbrücken starten, lässt sich der Hamburger Hafen besichtigen. Sehenswert ist u. a. auch die historische Speicherstadt (1884 bis 1910 errichtet), ein Komplex ehemaliger Lagerhäuser auf der Brookinsel, der seit Ende des 20. Jahrhunderts eine Umstrukturierung erfährt. Immer mehr Speicherhäuser werden von Unternehmen genutzt, die mit der alten Funktion des Viertels kaum noch etwas zu tun haben (u. a. von Werbeagenturen und Hightechfirmen). Die Reeperbahn im Stadtteil Sankt Pauli zählt zu den bekanntesten Vergnügungsstraßen der Welt. Zu den exklusivsten Einkaufsstraßen gehört der Jungfernstieg an der Binnenalster. Eine viel besuchte Attraktion ist Hagenbecks Tierpark, ein privat geführter Zoo, der einst mit seinem neuartigen Gestaltungskonzept (Schaffung einer „natürlichen” Umgebung, Gräben statt Gittern) richtungweisend für zoologische Gärten in aller Welt wurde.

Das Hamburger Rathaus wurde 1897 im Stil der Neorenaissance vollendet; markant sind sein 112 Meter hoher Turm und die reich mit Skulpturen deutscher Herrscher verzierte Fassade. Das auf mehr als 4 000 Holzpfählen errichtete Rathaus umfasst insgesamt 647 Zimmer und ist Sitz der Hamburger Bürgerschaft und des Senats. Weitere historisch bedeutende Bauten sind z. B. die Börse (1841) und die Kunsthalle (1869). Auch einige sakrale Bauwerke prägen das Stadtbild, darunter vor allem Sankt Petri (Baubeginn 12. Jahrhundert), Sankt Jacobi (13.-15. Jahrhundert), Sankt Katharinen (14./15. Jahrhundert) und Sankt Michaelis (spätes 18. Jahrhundert), dessen Turm, der so genannte Michel, als Wahrzeichen Hamburgs gilt. Sehenswerte Bauten aus neuerer Zeit sind die heute unter dem Namen Laeiszhalle bekannte ehemalige Musikhalle (erbaut 1904 bis 1908), die Landungsbrücken (1909), der ins Hafengelände führende Sankt-Pauli-Elbtunnel (1911, nicht zu verwechseln mit dem neuen Elbtunnel von 1975), das Chilehaus (1923), der botanische Garten Planten un Blomen und die Köhlbrandbrücke (1975), eine lange Hängebrücke über einen Flussarm der Elbe.

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Bildung und Kultur

Hamburg verfügt über eine Vielzahl von Museen und Galerien. Große Bedeutung haben vor allem die Kunsthalle (1869 eröffnet, mehrere Umbauten und Erweiterungen 1914 bis 1919, 1956, 1991 bis 1997) mit ihrer umfangreichen Sammlung von Malerei aus dem 19. und 20. Jahrhundert, das Museum für Kunst und Gewerbe (gegründet 1877), das Museum für Völkerkunde (erbaut 1908 bis 1912) mit zahlreichen Exponaten aus der Südsee, aus Afrika und aus Sibirien, das HamburgMuseum – Museum für Hamburgische Geschichte (erbaut 1913) mit der größten stadtgeschichtlichen Schausammlung in Deutschland sowie das Museum für Arbeit (eröffnet 1997, 2005 um ein Schaudepot am Hamburger Hafen erweitert). In den Deichtorhallen (1911 bis 1914), einem eindrucksvollen Beispiel der Industriearchitektur des Jugendstils, finden Ausstellungen u. a. zur Fotokunst statt. Im Hamburger Hafen liegen mehrere Museumsschiffe (u. a. Rickmer Rickmers und Cap San Diego) vor Anker. In der Speicherstadt locken vor allem Spicy’s Gewürzmuseum mit einer Ausstellung von Gewürzen aus aller Welt und das Speicherstadtmuseum zur Geschichte dieses Komplexes von Lagerhäusern viele Besucher an.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Barlachhaus (1962 eröffnet) mit einer Sammlung von Skulpturen des Bildhauers Ernst Barlach, das Jenischhaus (1829-1832) mit einer Sammlung bürgerlicher Kunst, die Staatsoper (1827, Umbau 1953 bis 1955), das Thalia-Theater, das Deutsche Schauspielhaus und das Ohnsorgtheater, in dem plattdeutsche Volksstücke aufgeführt werden. Mit der Elbphilharmonie, die bis 2009 vollendet sein soll, wird die Stadt über eine weitere Bühne für klassische Musik verfügen. Hamburg ist mit mehreren Musicalbühnen – darunter Operettenhaus und Neue Flora – wichtigste Spielstätte dieses Genres in Deutschland.

Die Stadt verfügt über eine Vielzahl höherer Bildungseinrichtungen; zu den wichtigsten gehören u. a. die Universität Hamburg (gegründet 1909), die Technische Universität Hamburg-Harburg (gegründet 1979), die Hochschule für Musik und Theater, die Hochschule für bildende Künste, die Universität der Bundeswehr und die 2006 gegründete HafenCity-Universität (Hochschule für Architektur, Stadtplanung und Bauingenieurwesen). Darüber hinaus ist Hamburg Sitz von Forschungsinstitutionen sowie mehrerer Behören. In Hamburg ansässig sind u. a. das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY), die Bundesforschungsanstalt für Fischerei, die Max-Planck-Gesellschaft für Meteorologie, das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, das Deutsche Überseeinstitut, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, eine Regionalzentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie das HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung (die Abkürzung geht auf das Hamburgische-Welt-Wirtschafts-Archiv von 1919 zurück). In der Hansestadt haben mehr als 90 Konsulate ihren Sitz.

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