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HamburgEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Wirtschaft und Verkehr; Stadtbild; Bildung und Kultur; Verwaltung und Politik; Geschichte
Hamburg erholte sich von den Folgen des 1. Weltkrieges und des Versailler Vertrags. Großreedereien mit internationalen Verbindungen wie HAPAG (siehe HAPAG-Lloyd AG) und Stinnes schufen eine neue Handelsflotte und brachten den Hamburger Seeschiffsverkehr 1929 an die erste Stelle in Europa, vor Rotterdam und Amsterdam. 1921 gab sich Hamburg eine parlamentarisch-demokratische Verfassung. Der von Ernst Thälmann im Oktober 1923 organisierte „Hamburger Aufstand” wurde blutig niedergeschlagen, was die deutschen Kommunisten schwächte. Anders als in der Mehrheit der deutschen Länder blieb die Hamburger Landesregierung, eine Koalition aus SPD, DDP und DVP, bis 1933 stabil. Allerdings stieg nach der Weltwirtschaftskrise 1929, in den Jahren der Massenarbeitslosigkeit, auch in Hamburg die NSDAP auf; sie stellte nach den Wahlen von 1932 die stärkste Fraktion im Hamburger Rathaus. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 erfolgte die Gleichschaltung des Stadtstaates unter dem zum Reichsstatthalter ernannten Gauleiter der Hamburger NSDAP, Karl Kaufmann. Bereits 1933 wurde das Konzentrationslager (KZ) Fuhlsbüttel eingerichtet, 1938 das KZ Neuengamme. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 kamen u. a. Altona, Harburg und Wandsbek zu Hamburg, dessen Einwohnerzahl damit auf 1,7 Millionen (1938) stieg. Industrieanlagen, Werften und Häfen machten Hamburg zu einem norddeutschen Zentrum der Rüstungsindustrie, insbesondere des Flugzeug- und U-Boot-Baus. Während die Stadt im 2. Weltkrieg durch alliierte Luftangriffe zum großen Teil zerstört wurde, arbeitete ihre Rüstungsindustrie nahezu unvermindert weiter und erreichte 1944 den höchsten Produktionsausstoß.
Ab 1945 Teil der britischen Besatzungszone, wurde Hamburg 1949 Bundesland der Bundesrepublik Deutschland und erhielt 1952 eine neue Verfassung. Nach Jahren des Wiederaufbaus gewann Hamburg infolge der deutschen Wiedervereinigung seine angestammte Position als Hafen, Umschlagplatz und Handelsmetropole für den Ostseeraum und Skandinavien zurück. In der Hamburger Bürgerschaft war die SPD von 1946 bis 2004 – mit Ausnahme der Jahre 1953 bis 1957 und 1986/87 – jeweils die stärkste Fraktion und stellte bis 2001 zumeist den Ersten Bürgermeister, darunter Herbert Weichmann (1965-1971), Hans-Ulrich Klose (1974-1981), Klaus von Dohnanyi (1981-1988), Henning Voscherau (1988-1997) und Ortwin Runde (1997-2001). Seit 2001 führt die CDU mit Ole von Beust als Erstem Bürgermeister die Regierung, zunächst in einer Koalition mit der rechtspopulistischen Partei Rechtsstaatlicher Offensive (PRO) und der FDP, von 2004 bis 2008 regierte sie, gestützt auf eine absolute Mehrheit, alleine, und seit 2008 bildet sie eine Koalition mit der Grün-Alternativen Liste. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,73 Millionen (2005).
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