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Wladimir Majakowskij

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Wladimir MajakowskijWladimir Majakowskij

Wladimir Majakowskij (1893-1930), sowjetischer Schriftsteller. Er war Mitbegründer und neben Welemir Chlebnikow und Alexej Jelissejewitsch Krutschonych Hauptvertreter des Futurismus innerhalb der russischen Literatur.

Majakowskij wurde am 19. Juli 1893 im georgischen Bagdadi in der Nähe von Kutaissi geboren. Nachdem seine Familie 1906 nach Moskau übergesiedelt war, wurde er 1908 Mitglied der Bolschewiki und besuchte ab 1911 die Moskauer Kunstschule, wandte sich jedoch schon bald der Literatur zu. Seine ersten Gedichte veröffentlichte Majakowskij 1912 in einem futuristischen Almanach; bereits diese waren durch eine charakteristische kühne Bildlichkeit und eine Kombination aus Technik-, Alltags- und lyrischer Sprache geprägt. Mit Oblako v štanach (Eine Wolke in Hosen) und Flejta pozvonočnik (Die Wirbelsäulenflöte) folgten 1915 erste Gedichtbände, in denen Persönliches mit herber Kritik am Bürgertum und dessen religiösen Ideen verwoben ist. Wegen Majakowskijs politischen Aktivitäten im zaristischen Russland wurde der Dichter mehrmals verhaftet. Als Fürsprecher der Russischen Revolution stellte er seine Lyrik seit 1917 in den Dienst der neuen Sowjetunion. Dichtungen wie die Ode an die Revolution Oda revoljucii (1918) waren ebenso beliebt wie seine leidenschaftlichen Liebesgedichte, darunter Ljublju (1922; Ich liebe). In den zwanziger Jahren war Majakowskij als Agitator für die Sowjetregierung tätig – so mit V. J. Lenin – (1925) und propagierte den Kommunismus, vor allem in der Zeitschrift LEF: Er verfasste politische Gedichte, Wandsprüche, Dramen und Drehbücher sowie satirische Reiseskizzen und bestritt eine Anzahl von Lesereisen, auch ins Ausland. Theoretisch setzte er sich 1926 in Kak delat’ stichi? (Wie macht man Verse?) mit der Gedichtproduktion auseinander. Der befreundete Künstler Aleksandr Michajlowitsch Rodtschenko illustrierte zahlreiche seiner Bücher.

In der Dramensatire Klop (1929; Die Wanze), ein Porträt des sich bereits wieder etablierten Spießbürgertums, wird Majakowskijs Abkehr von revolutionären Idealen ebenso deutlich wie in Banja (1929; Das Schwitzbad) über die sperrige Sowjetbürokratie. Resigniert über die Entwicklung der UdSSR und nach einer privaten Enttäuschung beging Majakowskij am 14. April 1930 in Moskau Selbstmord. Weitere Werke des Autors sind Pro eto (1923; Darüber), das lyrisch-epische Poem zur Zehnjahresfeier der Oktoberrevolution Chorošo (1927; Gut und schön) sowie 150 000 000 (1920) über das ins Märchenhafte übersteigerte Duell zwischen Kapitalismus und Sozialismus.

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