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Artikelgliederung
Einleitung; Optische Eigenschaften; Identifizierung von Edelsteinen; Mineralien und Edelsteine; Imitationen und synthetische Steine
Edelsteine, Mineralien, die wegen ihrer besonderen Eigenschaften als Schmuck getragen werden und meist wertvoll sind. Der Begriff ist nicht genau festgelegt. Zu den Kriterien, die ein Mineral als Edelstein auszeichnen und seinen Wert bestimmen, gehören Schönheit, Glanz, Härte, Klarheit, Reinheit und Seltenheit. Einige dieser Eigenschaften werden bei Schmucksteinen durch Schnitt und Schliff erst voll zur Geltung gebracht. Zu den wertvollsten Edelsteinen zählen Diamanten, Rubine und Smaragde. Von etwa 3000 bekannten Mineralien gelten nur etwa 75 als Edel- oder Schmucksteine. Die Wissenschaft von den Edelsteinen heißt Gemmologie.
Die Schönheit der Edelsteine hängt vor allem von ihren optischen Eigenschaften ab: Lichtbrechung, Farbe, Feuer (die Entfaltung prismatischer Farben), Dichroismus (die Fähigkeit, aus verschiedenen Richtungen betrachtet zweifarbig zu erscheinen) und Transparenz. Beispielsweise wird Diamant wegen seines Feuers und seiner Brillanz geschätzt, Rubin und Smaragd wegen der Intensität und Schönheit ihrer Farben, Sternsaphir und Sternrubin wegen des optischen Sterneffekts, den man als Asterismus bezeichnet. Edelopal zeichnet sich durch sein Farbspiel aus, ein Schillern, das auch Opaleszieren oder Opalisieren genannt wird. Hierbei handelt es sich um Interferenz- und Reflexionserscheinungen, hervorgerufen durch eingelagerte feinste Kügelchen des Minerals Cristobalit mit einem Durchmesser von 200 bis 300 Nanometer, die nur unter dem Elektronenmikroskop sichtbar sind. Edelsteine mit einer faserigen Struktur zeigen unregelmäßige innere Reflexionen, ähnlich denen, die man auf gewässerter oder moirierter Seide erkennen kann. Diese optische Eigenschaft, Chatoyance genannt, findet man bei verschiedenen Edelsteinen, besonders beim Tigerauge und beim Katzenauge. Eine weitere optische Eigenschaft von Edelsteinen ist der Glanz. Der Edelsteinglanz wird durch die Bezeichnungen metallisch, diamantartig, glasartig, harzartig, fettartig, seidig, perlmuttartig oder matt genauer beschrieben. Bei der Identifikation der Edelsteine im ungeschliffenen Zustand ist der Glanz von besonderer Bedeutung.
Man kann einen Edelstein nicht immer rein vom Anblick her identifizieren. Erst die Messung optischer Werte gibt hier Klarheit. Diese Untersuchungen sind durchführbar, ohne den Stein zu beschädigen. Der Brechungsindex (die relative Lichtbrechung) wird mit Hilfe eines Refraktometers bestimmt. Mit einem Polarimeter ist die Doppelbrechung messbar. Beispielsweise sind Smaragde, Rubine, Saphire, Amethyste sowie synthetische Rubine und Saphire doppelt brechend; Diamanten, Spinelle, synthetische Spinelle, Granate und Glas sind dagegen einfach brechend (siehe Kristall). Mit einem Binokularmikroskop, ausgerüstet mit einer speziellen Dunkelfeldleuchte, können sichtbare Phänomene untersucht, z. B. nach Einschlüssen gesucht werden. Damit kann man ermitteln, ob der Stein natürlichen oder künstlichen Ursprungs ist. Ein weiterer physikalischer Test ist die Bestimmung der Dichte.
Die Begleittabelle stellt einigen Mineralnamen die Bezeichnungen ihrer Edelsteinvarietäten gegenüber. Zu vielen der erwähnten Edelsteine existieren auch Einzelartikel.
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