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Fische

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RegenbogenfischRegenbogenfisch
Artikelgliederung
1

Einleitung

Fische, wasserlebende Wirbeltiere, die als Atmungsorgane Kiemen besitzen, deren Gliedmaßen (soweit vorhanden) zu Flossen umgewandelt sind und deren Körper zumeist mit charakteristischen Schuppen bedeckt ist.

Im Gegensatz zu anderen Tiergruppen sind Fische so vielfältig, dass man sie schwer anhand eines nur für Fische charakteristischen Merkmals identifizieren kann (wie beispielsweise Säugetiere durch Milchdrüsen und Haare gekennzeichnet sind). In der Regel versteht man unter Fischen die große Gruppe der Knochenfische, die Knorpelfische (Haie, Rochen und Chimären) sowie die auch als Fischartige bezeichneten kieferlosen Wirbeltiere (Neunaugen und Inger).

2

Alter und Vielfalt

Die ursprünglichsten Fische waren wohl kieferlose Formen, die sich aus Vorfahren entwickelten, die dem Lanzettfischchen ähnelten. Die ältesten bekannten Fische mit Kiefern sind 530 Millionen Jahre alt; sie stammen aus südchinesischen Sedimenten des unteren Kambriums. Diese frühen Formen waren nur wenige Zentimeter lang. Fische wurden während des Devons, dem so genannten „Zeitalter der Fische” vor 350 bis 400 Millionen Jahren, die dominierenden Lebensformen in Meeres- und Süßwasserlebensräumen. Die Hauptlinien der Fische, darunter Haie, Quastenflosser und andere Knochenfische, erschienen im letzten Abschnitt dieses Zeitalters. Fische machen heute mehr als die Hälfte der bekannten Wirbeltierarten aus. Man kennt etwa 25 000 lebende Arten – etwa so viele, wie alle Arten von Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren zusammen ausmachen –, und in den noch immer relativ wenig erforschten Weltmeeren werden ständig neue Fischarten entdeckt.

3

Körperbau

Fische haben im Allgemeinen eine etwa torpedoförmige Gestalt mit seitlich leicht abgeplattetem Körper, der zum Schwanz hin spitzer zuläuft als am Kopf. Grundlegendes Merkmal ist die fortlaufende Reihe von Wirbeln und segmentierten Muskeln, die es dem Fisch ermöglichen, sich durch Seitwärtsbewegungen des Körpers fortzubewegen. Im Normalfall trägt der Körper eine Reihe von Flossen: durch Knochenstrahlen oder Stacheln gestützte Membranen, die zum Antrieb oder als Steuer dienen. Entlang der Mittellinie des Rückens können eine oder mehrere Rückenflossen ansetzen. Am Körperende sitzt eine Schwanzflosse; sie ist für die meisten Arten das hauptsächliche Antriebsorgan. Eine oder mehrere Afterflossen befinden sich auf der Mittellinie der Bauchseite zwischen After und Schwanz. Zwei Paar seitliche Flossen, die den Extremitäten der übrigen Wirbeltiere entsprechen (siehe Homologie), sind einerseits die Brustflossen, in der Regel an der Seite hinter den Kiemenöffnungen gelegen, und andererseits die Bauchflossen am Bauch zwischen Kopf und After.

Hinsichtlich Gestalt und anatomischen Einzelheiten der Fische herrscht je nach Lebensweise große Vielfalt; die Formen reichen von den schlangengleichen Aalen bis zu kugelrunden Kugelfischen oder den stark abgeflachten Plattfischen. Die Flossen sind oft beträchtlich abgewandelt oder fehlen ganz. Bestimmten Kiemenschlitzaalen fehlen die meisten der Merkmale, an denen man Fische normalerweise erkennt, darunter Kiemen, Flossen und Schuppen; sie können sogar überwiegend an Land leben. Etwa 50 Knochenfischarten besitzen keine Augen.

Die verschiedenen Fischarten zeigen zudem eine extreme Größenvielfalt. Eine erst in neuerer Zeit entdeckte Grundelart aus dem Indischen Ozean wird nur zehn Millimeter lang, während der Walhai eine Länge von 15 Metern und ein Gewicht von etwa 20 Tonnen erreichen kann. Auch die Färbungen der Fische sind äußerst variabel; sie zeichnen sich durch ein weites Spektrum an Farbtönen und Mustern aus. In der Oberhaut des Körpers liegen Pigmentzellen, die den Fischen ihre Farbe verleihen. Im Allgemeinen ist der Bauch heller gefärbt als der Rücken, im Wasser erscheint der Fisch jedoch gleichförmig gefärbt, weil das Licht ausschließlich von oben kommt (siehe Gegenschattierung). Eine Reihe von tropischen Fischen, allen voran die Schmetterlingsfische (siehe Knochenzüngler), sind überaus farbenprächtig. Ihre Färbung könnte der Erkennung von Artgenossen dienen oder – im Fall giftiger Arten – eine Warnung für mögliche Feinde sein. Viele Fische sind in der Lage, ihre Farbe deutlich zu ändern, um optisch mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. Bei einem Plattfisch wurde beobachtet, wie er seine Farbe so änderte, dass sie einem Schachbrett entsprach, das auf dem Boden des Aquariums lag.

Zahlreiche Fische weisen eine spezialisierte Körperform oder spezielle Organe auf, die ihnen bei der Jagd oder Nahrungssuche dienlich sind. Zu solchen Fischen gehören Laternenfische und andere Tiefseeformen, die mit Hilfe von Leuchtorganen ihre Beutetiere anlocken oder sichtbar machen. Anglerfische (siehe Armflosser) liegen am Meeresboden und präsentieren einen kleinen wurmähnlichen Fleischknoten am Ende eines langen Stachels als Köder für andere Fische, die sie dann blitzschnell erbeuten.

3.1

Schuppen

Der Körper fast aller Fischarten ist mit einer Schicht aus Schuppen bedeckt, meist knöchernen oder hornigen Platten, die in überlappenden Reihen angeordnet sind, wobei das freie Ende einer Schuppe das Vorderende der dahinter liegenden Schuppe überdeckt. In der Regel sind sie von einer dünnen Epidermis (einem Deckepithel der Körperoberfläche) überzogen. In der Epidermis befinden sich Zellen, die einen glitschigen Schleim absondern; dieser hüllt den gesamten Körper ein.

Bisweilen hat man die Fische anhand der Form und Merkmale ihrer Schuppen klassifiziert. Die wichtigsten Schuppentypen sind die rautenförmigen Schmelz- oder Ganoidschuppen, die mit einer zahnschmelzartigen Schicht überzogen sind, die fast runden, glattrandigen Rund- oder Cycloidschuppen und die ebenfalls runden Kamm- oder Ctenoidschuppen, die gesägte oder kammartige Hinterränder haben. Knorpelfische haben Placoidschuppen aus Zahnbein (Dentin). Andere, wie die Aale, besitzen nur winzige Schuppen, wieder anderen, etwa den Welsen, fehlen sie fast völlig.

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