![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Albertus MagnusEnzyklopädieartikel
Albertus Magnus (um 1200 bis 1280), auch Albert der Große genannt. Aufgrund seiner vielseitigen Beschäftigungen mit den Naturwissenschaften wurde er als Doctor universalis (deutsch: Universaldoktor) bekannt. Albertus Magnus wurde in Lauingen an der Donau geboren und stammt aus einer Ministerialenfamilie. Eines seiner besonderen Verdienste war die Einführung der griechischen und arabischen Wissenschaft und Philosophie in die Welt des Mittelalters. Während seiner Studien in Padua (1223) trat Albertus dem Orden der Dominikaner bei, der damals noch keine zehn Jahre bestand. In Deutschland zum Priester geweiht, unterrichtete er erstmals dort, bis er an die Universität von Paris ging, wo er Magister der Theologie (1245) wurde und den Lehrstuhl für dominikanische Theologie übernahm. Einer seiner ersten Schüler war Thomas von Aquin. Albertus war ein einflussreicher Lehrer, Kirchenadministrator und Priester. Er bereiste im Auftrag seines Ordens als Provinzialoberer und von 1260 bis 1262 als Bischof von Regensburg den Westen Europas, um sich danach wieder dem Unterrichten und der Forschung zuzuwenden. Albertus wurde zur Schlüsselfigur bei der Einführung der aristotelischen Philosophie in die mittelalterliche Scholastik sowie des Wiederauflebens der Naturwissenschaften, die sich daraus ergab. In den scholastischen Kreisen des frühen 13. Jahrhunderts wurden in der Philosophie und Theologie diejenigen Schriften abgelehnt, die bis dahin unbekannt waren. Die lateinische Ausgabe der Werke von Aristoteles erschien als Übersetzung aus dem Arabischen zusammen mit Schriften arabischer Philosophen wie Avicenna und Averroes, die diese Schriften kommentiert hatten. Die in ihnen vertretenen Anschauungen waren den kirchlich geschulten Scholastikern fremd. Ihre Kenntnis von Aristoteles beschränkte sich lediglich auf seine Logik, wie sie über Jahrhunderte von der Kirche in der Tradition des heiligen Augustin und der Neuplatoniker gelehrt und ausgelegt wurde. Auf seinen Reisen zeigte Albertus ein reges Interesse an natürlichen Phänomenen und beschäftigte sich eingehend mit den wissenschaftlichen Schriften von Aristoteles. Er unterzog sie einer gründlichen Untersuchung, kommentierte sie und widersprach ihnen gelegentlich aufgrund eigener sorgfältiger Beobachtungen. Er verfasste auch grundlegend neue Werke und war zu seiner Zeit, wie es der englische Philosoph Roger Bacon ausdrückte, mit der Autorität des Aristoteles zu vergleichen. Gemessen an den mittelalterlichen Philosophen war Albertus ein hervorragender Theologe. An Neuerungsgeist überragte ihn jedoch sein Schüler Thomas von Aquin. In seiner Summa theologiae (um 1270) versuchte er, aristotelisches Gedankengut mit den christlichen Lehren zu vereinen. Er behauptete, dass menschliches Denken die Offenbarung nicht widerlegen könne, verteidigte jedoch gleichzeitig auch das Recht des Philosophen, die göttlichen Mysterien zu erforschen. Albertus starb am 15. November 1280 in Köln. Er wurde im Jahr 1622 selig und von Papst Pius XI. 1931 heiliggesprochen. Gleichzeitig wurde ihm der Titel eines doctores ecclesiae (Kirchenlehrers) verliehen. Im Jahr 1941 erklärte ihn Papst Pius XII. zum Patron aller Naturwissenschaftler. Sein Festtag ist der 15. November.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |