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Windows Live® Suchergebnisse FlusspferdeEnzyklopädieartikel
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Flusspferde, Familie mit zwei in Afrika verbreiteten Paarhuferarten, dem Flusspferd (im engeren Sinn) und dem Zwergflusspferd. Flusspferde ähneln eher einem großen Schwein als einem Pferd: Sie haben einen plumpen Körper mit kurzem Schwanz und kurze Beine; die Füße tragen jeweils vier Zehen. Der Kopf ist groß, die kleinen Augen und Ohren befinden sich an der Kopfoberseite. Die Nasenlöcher sind von einigen Borsten umgeben und mit besonderen Klappen ausgestattet, die sich schließen, wenn das Tier taucht. Im großen Maul sitzen lange, spitze Schneide- und Eckzähne; die Eckzähne des Unterkiefers sind stark verlängert.
Das Flusspferd (auch Großflusspferd oder Nilpferd) erreicht eine Länge von 2,9 bis 5 Metern und wiegt 1 000 bis 4 500 Kilogramm; es ist damit eines der größten vierbeinigen Tiere. Aufgrund seiner kurzen Beine beträgt seine Schulterhöhe jedoch nur 1,5 bis 1,7 Meter. Unter der Haut liegt eine ungefähr fünf Zentimeter dicke Fettschicht. Die hauerähnlichen Eckzähne im Unterkiefer werden bis zu 70 Zentimeter lang und fast drei Kilogramm schwer; sie sind als Elfenbein begehrt. Das Flusspferd war einst südlich der Sahara und am Nil bis zu dessen Mündung weit verbreitet. Heute ist es nur noch südlich des 17. Breitengrades, dort allerdings in etwa 30 Ländern anzutreffen. Das Flusspferd lebt amphibisch; es verbringt den Großteil des Tages im Wasser, nur seine Augen, Ohren und die Nasenlöcher ragen dann über die Wasseroberfläche hinaus. Es kann etwa fünf Minuten lang tauchen. Tagsüber ernährt es sich von Wasserpflanzen und schwimmt bei der Nahrungssuche mehr als 30 Kilometer weit. Nachts verlässt es das Wasser und frisst Landpflanzen. Es ernährt sich auch von Zuckerrohr und Mais und dringt in Pflanzungen ein, wo es großflächig Pflanzen zertrampelt und so einen größeren Schaden anrichtet als durch das Fressen selbst. Gelegentlich beobachtet man Flusspferde in Bergflüssen, die bis zu 1 500 Meter über dem Meeresspiegel liegen – zum Teil bei Temperaturen, die an den Gefrierpunkt grenzen. Das Flusspferd streift zumeist in Herden aus etwa 10 bis 15 Einzeltieren umher, doch auch Gruppen mit bis zu 150 Tieren wurden beobachtet. Die Kuh bringt nach einer Tragzeit von acht Monaten nur ein Junges zur Welt, das sechs bis acht Monate gesäugt wird; sie verteidigt das Kalb heftig gegen Angreifer. Alte Bullen attackieren (ebenso wie alte Elefanten) zuweilen andere Flusspferde und sogar Menschen. Durch menschliche Eingriffe hat sich der Lebensraum des Flusspferdes stark verkleinert. Außerdem werden Flusspferde vielerorts gejagt, oft mit Harpunen oder Fallgruben. Ihr Fleisch ist essbar, aus der Haut wird eine Suppe gekocht, außerdem werden aus der Haut Lederpeitschen hergestellt, die so genannten Nilpferdpeitschen. In manchen afrikanischen Ländern sind die Flusspferdbestände deshalb stark rückläufig: In der Demokratischen Republik Kongo, wo es 1994 noch 30 000 Flusspferde gab, waren die Bestände zwölf Jahre später um 95 Prozent dezimiert worden. Die IUCN schätzte 2006 den Bestand an Flusspferden in ganz Afrika auf nur noch 125 000 Exemplare und nahm das Flusspferd deshalb in die Kategorie Vulnerable (gefährdet) ihrer Roten Liste auf.
Das Zwergflusspferd wird etwa 1,5 bis 1,8 Meter lang und erreicht eine Schulterhöhe von 0,8 bis 1,0 Meter. Sein Gewicht liegt bei 160 bis 270 Kilogramm. Es ist nur im westlichen Afrika verbreitet, vor allem in Liberia. Die Körperoberseite ist schwarz mit einem grünlichen Schimmer, und an der Unterseite hat es eine gelblich grüne Färbung. Es ist nicht so sehr an Wasser gebunden wie das Nilpferd, sondern lebt in Wäldern entlang von Flüssen und in Sümpfen. Das Zwergflusspferd ist fast stets in Gruppen aus zwei oder drei Familienmitgliedern unterwegs; selten bilden sich Herden. Nach Schätzung der IUCN gab es 2006 höchstens noch 3 000 Zwergflusspferde; diese Spezies wird deshalb in der IUCN-Kategorie Endangered (stark gefährdet) geführt.
Anhand genetischer Analysen wurde festgestellt, dass Wale die nächsten lebenden Verwandten der Flusspferde sind. Wale haben mit Flusspferden verschiedene Anpassungen gemeinsam: Beiden Gruppen fehlen Behaarung sowie Schweißdrüsen, und beide sind zur Unterwasserkommunikation in der Lage. Überreste vieler fossiler Flusspferde wurden in Lagerstätten aus dem Pliozän und Quartär in Europa und Indien gefunden. In England (nördlich bis Yorkshire) entdeckte man Fossilien, die offenbar derselben Art angehören wie das heute lebende Flusspferd.
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