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    Bramante (Donato Bramante), eigentlich Donato di Pascuccio d’Antonio, (* um 1444 in Fermignano bei Urbino; † 11. März 1514 in Rom) war ein italienischer Baumeister und ...

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Donato Bramante

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Tempietto (1502), San Pietro in Montorio, RomTempietto (1502), San Pietro in Montorio, Rom

Donato Bramante, eigentlich Donato di Pascuccio d’Antonio, (1444-1514), Maler und bedeutendster Baumeister der italienischen Hochrenaissance.

Geboren in Monte Andruvaldo, wurde er vermutlich im nahegelegenen Urbino, einem bedeutenden Zentrum der italienischen Frührenaissance, als Maler ausgebildet. Dabei begann er sich frühzeitig für Perspektive und Raumwirkung zu interessieren. Eines seiner frühesten Werke sind die Fresken im Palazzo del Podestà in Bergamo aus dem Jahr 1477. 1479 trat er in die Dienste des Herzogs Ludovico Sforza in Mailand, für den er als Maler und Architekt arbeitete. Bei seinem Entwurf für den Wiederaufbau der Kirche Santa Maria presso Santo Satiro (vollendet 1488) bewältigte er das Problem einer unharmonischen Grundfläche, die keinen Choranbau ermöglichte, durch die perspektivische Ausmalung mit einem Scheinchor, die das Gefühl von Tiefe vermittelte. Seine weiteren Bauwerke in Mailand, wie der Chorbau von Santa Maria delle Grazie (um 1492-1495), die sich bereits durch die Ideale der florentinischen Renaissance beeinflusst zeigen, gründen sich jedoch hinsichtlich ihrer polygonalen Grundflächen und ihres manieristischen Dekors noch stark auf byzantinische Vorbilder.

Nach dem Sturz des Herzogs 1499 verließ Bramante Mailand und ging nach Rom, wo sich sein Stil unter dem Einfluss der antiken Bauten wandelte und strenger, monumentaler und würdevoller wurde. Dort arbeitete er später fast ausschließlich für den großzügigen und extravaganten Julius II., der 1503 zum Papst gekrönt wurde. Zu seinen ersten Bauten in Rom gehörte der zweistöckige Kreuzgang von Santa Maria della Pace (1500-1504), der sich stark an antiken Vorbildern orientierte, und der streng konzipierte Tempietto im Hof des Klosters von San Pietro in Montorio (1502), ein kleiner, überkuppelter Rundtempel, der dem römischen Tempel der Sibylle in Tivoli nachempfunden war. Gänzlich ohne Schmuck, versinnbildlicht er modellhaft die strengen Architekturvorstellungen der Hochrenaissance.

Die Pläne für den Vatikan und den Petersdom, die beiden großen Projekte seiner reifen Phase, konnte Bramante nicht selbst verwirklichen. Sein Entwurf für den Wiederaufbau von Sankt Peter, der ursprünglich einen großen Zentralbau über einem griechischen Kreuz vorgesehen hatte, der von einer großen Hauptkuppel, so groß wie das Pantheon, sowie vier kleineren Kuppeln überwölbt und von vier Ecktürmen flankiert werden sollte, wurde später von seinen Nachfolgern, besonders Michelangelo und Carlo Maderno, durch die Rückkehr zur lateinischen Kreuzform grundlegend verändert. Wesentlich aufwendiger dagegen war Bramantes Plan für die Erweiterung des Vatikanpalastes, der einen riesigen, etwa 300 Meter langen Hof (Cortile del Belvedere) mit unterschiedlich hohen Terrassen vorsah, der von prunkvollen Bauten, darunter ein Theater und ein Antiquarium, gesäumt werden sollte. Der Entwurf, der besonders wegen der neuartigen axialen Anordnung der Gebäude und seiner großzügigen Wirkung beeindruckt, wurde jedoch nie vollständig ausgeführt und besonders durch spätere Ergänzungen stark beeinträchtigt.

Bramante gehörte zusammen mit Michelangelo und Raffael zu den prägenden Architekten der italienischen Hochrenaissance, die durch Rückbesinnung auf die Ideale der klassischen Antike mit ihren einfachen geometrischen Formen und klaren Gliederungen nach harmonischer Proportionierung der einzelnen Bauteile strebten. Diese Vorstellungen fanden besonders in der axial gebundenen Anlage, in der die einzelnen Gebäude aufeinander bezogen sind, und im Prinzip des Zentralbaues ihren Ausdruck, Grundsätzen, die ein Jahrhundert später, wenngleich in wesentlich üppigerer, bewegterer Form, in der Architektur des Barock wieder aufgegriffen wurden. Bramante starb 1514 in Rom.

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