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Friedrich Wilhelm (von Brandenburg)

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Friedrich Wilhelm, der Große KurfürstFriedrich Wilhelm, der Große Kurfürst

Friedrich Wilhelm (von Brandenburg), genannt der Große Kurfürst, (1620-1688), Kurfürst von Brandenburg (1640-1688), legte den Grundstein für den Aufstieg Brandenburg-Preußens im 18. Jahrhundert.

Friedrich Wilhelm wurde am 16. Februar 1620 als Sohn des Kurfürsten Georg Wilhelm in Berlin geboren. Während des Dreißigjährigen Krieges, als schwedische Truppen gerade Brandenburg besetzt hatten, trat er die Nachfolge seines Vaters an. Da sein Land vom Krieg völlig zerstört und erschöpft war, schloss er mit Schweden einen Waffenstillstand, blieb bis zum Kriegsende weitgehend neutral und leitete den Wiederaufbau Brandenburgs ein. Im Westfälischen Frieden von 1648 erhielt Friedrich Wilhelm durch ebenso geschickte wie rücksichtslose Politik Hinterpommern mit Cammin, Minden, Halberstadt und die Anwartschaft auf Magdeburg. In der Folge suchte er sein unzusammenhängendes Territorium zu arrondieren; dazu baute er zum einen ein stehendes Heer auf, zum anderen wechselte er in der Außenpolitik je nach Nutzen bedenkenlos die Fronten. Zu Finanzierung seines Heeres errichtete er im Sinn des Absolutismus eine zentralisierte Domänen-, Steuer- und Kriegsverwaltung sowie ein merkantilistisches Wirtschaftssystem; einen entscheidenden Impuls bekam das brandenburgisch-preußische Wirtschaftsleben durch den Zuzug Tausender Hugenotten, die nach dem Edikt von Nantes aus Frankreich vertrieben worden waren und die Friedrich Wilhelm mit dem Edikt von Potsdam 1685 in Brandenburg aufnahm und hier ansiedelte.

1660 erreichte er nach dem 1. Nordischen Krieg für das Herzogtum Preußen die Unabhängigkeit von Polen – Preußen stand bislang unter polnischer Lehenshoheit; Friedrich Wilhelm war nun der mächtigste Fürst im Reich nach dem Kaiser. 1674 nahm er am Reichskrieg gegen Frankreich teil; 1675 besiegte er bei Fehrbellin die Schweden, die in Brandenburg eingefallen waren, und eroberte Vorpommern; im Frieden von Saint-Germain-en-Laye von 1679 musste er Vorpommern aber auf Drängen Frankreichs, Schwedens Verbündetem, wieder abtreten. Sein Bündnis mit Frankreich, das er inzwischen eingegangen war, gab er 1686 zugunsten einer brandenburgisch-habsburgischen Allianz auf, die bis 1740 die Grundlage der brandenburgisch-preußischen Außenpolitik bleiben sollte. Friedrich Wilhelm starb am 9. Mai 1688 in Potsdam.

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