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Raps

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Blühendes RapsfeldBlühendes Rapsfeld

Raps, krautige Pflanze aus der vielgestaltigen Gattung der Kohlverwandten, die vorwiegend wegen des in ihren Samen enthaltenen Öles angebaut wird.

Raps ist nur als Kulturpflanze bekannt. Er stammt aus dem Mittelmeergebiet, wo er aus einer spontanen Kreuzung der Wildformen von Gemüsekohl und Rübsen (auch Rübenkohl oder Stoppelrübe) hervorgegangen ist. Dieser Ursprung des Rapses wurde durch Kreuzungsexperimente belegt; Raps hat 19 Chromosomen, Gemüsekohl und Rübsen dagegen neun bzw. zehn. In Mitteleuropa wird Raps wahrscheinlich seit dem ausgehenden Mittelalter angebaut.

Die Rapspflanze ist ein etwa einen Meter hoher Kreuzblütler mit zentimetergroßen, gelben, zu Trauben angeordneten Blüten. Von den beiden Rapssorten Sommer- und Winterraps wird praktisch nur der wesentlich ertragreichere Winterraps angebaut. Er wird im August oder September ausgesät und blüht im Mai und Juni. Die Ernte findet im Juli statt, wobei Hektarerträge von 25 bis 45 Doppelzentnern erzielt werden. Die Keimblätter der Samen enthalten zu etwa 50 Prozent ein Öl, das noch vor wenigen Jahrzehnten wegen seines hohen Gehalts an kratzig schmeckender und gesundheitlich bedenklicher Erucasäure und den darin enthaltenen scharf schmeckenden Senfölen nicht für die Lebensmittelherstellung geeignet war. Nach der Züchtung so genannter Doppelnull-Sorten, die frei von den beiden störenden Komponenten sind, hat der Rapsanbau stark zugenommen. Rapsöl enthält die (einfach bzw. mehrfach) ungesättigten Fettsäuren Ölsäure, Linolsäure und Linolensäure; ernährungsphysiologisch wird Rapsöl hinsichtlich seines Fettsäuregehalts dem Olivenöl gleichgesetzt.

Rapsöl bzw. der daraus gewonnene Rapsölmethylester wird heute im Rahmen der zunehmenden Verwendung erneuerbarer Ressourcen herkömmlichen Dieselkraftstoffen beigemischt oder als Ersatz für diese verwendet (siehe Biokraftstoffe). Der Einsatz von Rapsöl als Kraftstoff geht mit einer insgesamt geringeren Freisetzung des am Treibhauseffekt beteiligten Gases Kohlendioxid einher; als Umweltbelastung schlagen andererseits u. a. der hohe Düngemittelverbrauch und der hohe Bedarf an Ackerfläche zu Buche. Raps wird auch als Viehfutter verwendet; dazu setzt man entweder Rückstände der Ölherstellung ein (u. a. den so genannten Rapskuchen) oder verwendet Raps als Grünfutter. Rapsfelder stellen eine vorzügliche Bienenweide dar. In Deutschland wurden 2005 auf einer Gesamtanbaufläche von 1,34 Millionen Hektar 5,05 Millionen Tonnen Raps geerntet.

Systematische Einordnung: Raps wird botanisch als Brassica napus bezeichnet. Er gehört zur Familie Cruciferae. Gemüsekohl wird wissenschaftlich Brassica oleracea genannt und Rübsen Brassica rapa.

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