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Windows Live® Suchergebnisse RotalgenEnzyklopädieartikel
Rotalgen, Abteilung der Algen mit mehr als 4 000 rot bis rotbraun gefärbten Arten. Ihre rote Farbe verdanken die Rotalgen den rötlichen Pigmenten Phycoerythrin und Phycocyanin, die als Zusatzpigmente bei der Photosynthese wirken. Diese sind in eigenen Organellen, den Phycobilisomen, gebunden und überdecken die grüne Farbe des Chlorophylls der Thylakoide, der photosynthetisch aktiven Membransysteme. Die meisten Rotalgen kommen in tropischen und subtropischen Regionen unterhalb der Linie des Gezeitentiefstands vor. Weniger als 200 Arten finden sich im Süßwasser. Die meisten Rotalgen sind kleine bis mittelgroße Vielzeller. Einige haben recht komplexe Erscheinungsformen (siehe Seetang); andere besitzen eine platten-, korallen- oder krustenförmige, oft stark gefiederte Gestalt. Die korallenartigen Formen reichern während des Wachstums Kalk an; sie überziehen häufig die Steine am Meeres- oder Seegrund als flache, rosafarbene Flächen, oder aber sie wachsen stark verzweigt. Sie haben wesentlichen Anteil an der Entstehung von Riffen. Fossile Reste von Rotalgen wurden in 500 Millionen Jahre altem Gestein nachgewiesen. Der Fortpflanzungsapparat der Rotalgen ist hochspezialisiert. Sie sind die einzigen Algen, die während ihres Fortpflanzungszyklus keine begeißelten Zellen hervorbringen. Typisch ist ein sehr komplizierter Generationswechsel, der außer bei einigen einfach gebauten oder einzelligen Formen bei allen Rotalgen auftritt. Die geschlechtlichen Exemplare (Gametophyten) bilden dabei entweder männliche Geschlechtsorgane (Antheridien) oder weibliche Geschlechtsorgane (Karpogonien) aus, sind also eingeschlechtig. Die männlichen Spermienzellen, im Unterschied zu begeißelten Spermatozoiden Spermatien genannt, werden passiv mit dem Wasser zu den weiblichen, trichterförmigen Karpogonien gespült und verschmelzen dort mit den Eizellen. Eine befruchtete Eizelle (Zygote) teilt sich manchmal sofort. Häufiger aber bildet sie zahlreiche Zellfäden, aus denen zunächst Sporen bildende Pflanzen hervorgehen, die Sporophyten. Diese wiederum bilden auf ungeschlechtliche Weise Sporen, die wieder zu Gametophyten auswachsen, so dass sich der Generationenkreis schließt. Einige Rotalgen haben für den Menschen einen gewissen Nutzwert. So wird vor allem aus Gelidium- und Gracilaria-Arten Agar (auch Agar-Agar) gewonnen. Dieser gallertartige Stoff dient in den biologischen Labors als Nährboden zur Anzucht von Mikroorganismen und außerdem zum Eindicken flüssiger Nahrungsmittel wie Soßen, Puddinge oder Gelees und ist auch ein wichtiger Bestandteil mancher Medikamente. Carrageenan, das als Gelatineersatz verwendet wird, stammt ebenfalls von einer Rotalge (Chondrus crispus), die man fälschlich als Irisch Moos oder Irländisches Moos bezeichnet. In Japan und auf den Philippinen sind Arten der Gattung Porphyra ein beliebtes, eigens gezüchtetes Gemüse, das unter dem Namen Nori bekannt ist. Das japanische Gericht Sushi wird mit Noriblättern zubereitet. In den Vereinigten Staaten und in England wird eine als Laverbread bezeichnete andere Art derselben Gattung als Salat oder Gemüse verzehrt. Systematische Einordnung: Rotalgen bilden die Abteilung Rhodophyta.
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