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Unfruchtbarkeit

Enzyklopädieartikel
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Befruchtung und Entwicklung der MorulaBefruchtung und Entwicklung der Morula
Artikelgliederung
1

Einleitung

Unfruchtbarkeit, auch Sterilität oder Infertilität, beim Mann zumeist als Zeugungsunfähigkeit bezeichnet, fehlende Fähigkeit, Nachkommen zu erzeugen.

Beim Menschen geht man in der Regel davon aus, dass bei zumindest einem der Partner eines Paares Unfruchtbarkeit vorliegt, wenn trotz ungeschützten Geschlechtsverkehrs nach einem Jahr keine Schwangerschaft eingetreten ist. In jeweils ungefähr 40 Prozent der Fälle ist die Unfruchtbarkeit entweder auf eine Störung bei der Frau oder beim Mann zurückzuführen, in den übrigen Fällen betrifft sie beide Partner. Häufig sind Störungen, die zur Unfruchtbarkeit führen, vorübergehend oder können behoben werden.

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Fruchtbarkeit

Beim Geschlechtsverkehr gelangen die Spermien tief in die Scheide und damit in die Nähe des Gebärmutterhalses (der Cervix). Ein Teil der Spermien wandert durch den Cervixschleim in die Gebärmutter und weiter in die Eileiter. An bestimmten Tagen im weiblichen Monatszyklus befindet sich dort eine Eizelle (siehe Keimzelle). Wenn ein Spermium in die Eizelle eindringt, kommt es zur Befruchtung. Nach der Befruchtung nistet sich das Ei in die Gebärmutterschleimhaut ein, und die Schwangerschaft beginnt.

Fruchtbarkeit besteht also unter folgenden Bedingungen: (1) Im Körper der Frau werden Eizellen herangebildet und von den Eierstöcken in die Eileiter entlassen. (2) Nach dieser Ovulation (auch Eisprung genannt) finden die für eine Schwangerschaft nötigen hormonellen Veränderungen statt. (3) Der Mann produziert eine ausreichende Menge gesunder, aktiver Spermien. (4) Es bestehen keinerlei mechanische oder chemische Barrieren zwischen Spermien und Eizelle, die eine Befruchtung verhindern könnten.

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Ursachen der Unfruchtbarkeit

Unfruchtbarkeit kann viele Ursachen haben – von hormonellen Störungen und anatomischen Fehlbildungen über Rauchen und den Missbrauch von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen bis hin zur Einnahme von Ovulationshemmern (Antibabypillen). Gesundheitliche Störungen, die Unfruchtbarkeit zur Folge haben können, sind beispielsweise Unterernährung, Fettsucht und chronische Erschöpfung, aber auch Geschlechtskrankheiten. Zudem besteht die Möglichkeit, dass das Immunsystem der Frau Bestandteile des Spermas angreift.

Bei Frauen ist die häufigste Ursache der Unfruchtbarkeit das Ausbleiben der Ovulation, verursacht z. B. durch eine Eierstockentzündung. An zweiter Stelle stehen blockierte Eileiter, die etwa aufgrund einer Fehlbildung unterbrochen oder als Folge einer Entzündung verklebt sind. Weitere Ursachen sind Muskelknoten oder Tumoren in der Gebärmutter sowie das Auftreten von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose).

Die Fruchtbarkeit nimmt darüber hinaus sowohl beim Mann als auch bei der Frau mit fortschreitendem Alter ab. Der Höhepunkt der Fruchtbarkeit beginnt bei der Frau mit 18 oder 19 Jahren und dauert nahezu unverändert bis Mitte 20 an. Von da an nimmt die Fruchtbarkeit bis zum Alter von etwa 35 Jahren allmählich ab. Danach setzt sich dieser Prozess schneller fort, bis die Frau mit ungefähr 45 Jahren das Klimakterium und damit die durch hormonelle Umstellungen bedingte natürliche Unfruchtbarkeit erreicht. Beim Mann vollzieht sich die Abnahme der Fruchtbarkeit langsamer und hat kein so deutliches Ende. Doch im Alter von 50 Jahren ist ein Mann in der Regel weniger fruchtbar als mit 25 oder 30 Jahren.

Eine zu geringe Spermienzahl und eine unzureichende Qualität der Spermien ist eine Hauptursache der Sterilität des Mannes. Die Untergrenze für die Zeugungsfähigkeit liegt bei 20 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat. Für die Zeugungsfähigkeit spielt es darüber hinaus eine Rolle, wie viele der Spermien normal geformt sind und sich fortbewegen können; die Spermienqualität wird z. B. durch Drogen wie Nikotin und Alkohol, aber auch durch Infektionskrankheiten wie Mumps beeinträchtigt. Beim Mann können anatomische Fehlbildungen insbesondere der Hoden sowie Entzündungen von Hoden, Harnröhre oder Prostata weitere Ursachen der Zeugungsunfähigkeit sein. Ebenso wie bei der Frau kann Sterilität auch beim Mann die Folge hormoneller Störungen sein. Sterilität wird zudem absichtlich mit dem Ziel der Empfängnisverhütung durch eine operative Sterilisation herbeigeführt; bei Haustieren geschieht dies durch Kastration.

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Behandlung

Zur Behandlung einer Unfruchtbarkeit wenden sich Frauen in der Regel an Gynäkologen und Männer an Urologen. Bei der Frau lässt sich eine Ovulation oft durch Hormongaben herbeiführen. Verschlossene Eileiter können manchmal auf operativem Wege durchgängig gemacht werden. Beim Mann wird eine geringe Spermienzahl ebenfalls meist durch eine Hormontherapie behandelt, die Verklebung von Samenleitern kann in manchen Fällen durch einen chirurgischen Eingriff behoben werden. Wenn keine der Methoden angezeigt oder erfolgreich ist, wird manchmal eine Insemination durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird das Sperma des Mannes aus mehreren Ejakulaten gesammelt und vom Gynäkologen in die Scheide oder Gebärmutter der Frau eingebracht; alternativ kann auch das Sperma eines (zumeist anonymen) Samenspenders verwendet werden.

Frauen, deren Eileiter geschädigt sind, deren Eierstöcke und Gebärmutter jedoch intakt sind, können mit Hilfe einer In-vitro-Fertilisation (künstlichen Befruchtung) Mutter werden. Dabei wird der Frau eine Eizelle entnommen und im Labor mit den Spermien des Mannes zusammengebracht; nach der Befruchtung wird die Eizelle in die Gebärmutter implantiert. In manchen Ländern ist es erlaubt, Frauen fremde Eizellen einzusetzen, nachdem die Eizellen durch In-vitro-Fertilisation oder künstliche Insemination befruchtet wurden; dies ist in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten.

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