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KommunikationEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Völker in früheren Zeiten suchten nach Mitteln, die Sprache aufzuzeichnen. Um Nachrichten zu übermitteln, zeichneten oder meißelten sie diese an Höhlenwände. Zeichen und Symbole sollten Stammeszugehörigkeit oder Besitzstand kennzeichnen. Mit zunehmendem Wissen wurde die Schrift notwendig, um Informationen zu übermitteln. Die ersten Schriften waren piktographischer Natur. Symbole stellten Gegenstände dar. Bei der Keilschrift ritzte man mit einem Griffel keilförmige Zeichen in eine Kalkplatte. Später entwickelten die Menschen eine Keilschrift mit Begriffszeichenelementen. Das Symbol stellte nicht mehr nur den Gegenstand dar, sondern auch die Gedanken und Eigenschaften, die mit ihm verbunden waren. Trotzdem übermittelte die Schrift nur die Bedeutung, nicht aber den Klang der Worte. Schließlich nahm man auch phonetische Elemente auf, d. h. Zeichen, die bestimmte Laute darstellen. Einen ähnlichen Werdegang gab es bei den ägyptischen Hieroglyphen. Dieses System entwickelte sich von Piktogrammen zu Begriffszeichen. Zwar gab es auch Zeichen für Konsonanten, aber eine Art Alphabet wie wir es kennen, entstand nicht aus den Hieroglyphen. Das europäische Alphabet basiert auf dem ältesten semitischen Alphabet, das im Nahen Osten seinen Ursprung hat. In diesem Alphabet spielte die Bildähnlichkeit der Zeichen eine Rolle. Durch die Phönizier kam es nach Griechenland, wo man ihm Vokallaute hinzufügte. Aus der griechischen Unzialschrift entstand das kyrillische Alphabet. Das lateinische Alphabet entwickelten die Römer.
Um Handels- und andere Beziehungen zwischen den Nationen und Reichen zu pflegen, war die regelmäßige Verständigung über größere Entfernungen unerlässlich.
Die Ägypter entdeckten, dass aus den Streifen des Stammes der Papyruspflanze ein Schreibmaterial hergestellt werden konnte. Später wurde das Pergament entdeckt. Dazu präparierte man beide Seiten einer vorbehandelten Tierhaut. In der Zwischenzeit hatte man 105 n. Chr. in China die Methode der Papierherstellung entdeckt. Erst mehr als 1 000 Jahre später kam die Technik nach Europa, und das zu einer Zeit, als sich eine große Nachfrage nach Büchern entwickelte. Mitte des 15. Jahrhunderts verwendete Johannes Gutenberg erstmalig in Europa bewegliche Typen (siehe Gutenbergbibel). Diese Technik eröffnete der Verbreitung und Aneignung von Wissen neue Horizonte. Im 17. Jahrhundert erschienen in Europa die ersten Nachrichtenblätter, die man Corantos nannte. Zunächst erschienen in ihnen hauptsächlich Handelsnachrichten. Später wurden daraus die ersten Zeitungen und Zeitschriften, die die aktuellen Informationen einer breiten Öffentlichkeit nahe brachten. Drucktechniken und -anwendungen entwickelten sich in den darauf folgenden Jahrhunderten sehr schnell. In diesem Zusammenhang machte sich besonders zu Beginn des 19. Jahrhunderts die zunehmende Nutzung und Anwendung der Dampfkraft bemerkbar (z. B. für Antriebspressen). Auch die etwas später gemachte Erfindung der Setzmaschine trieb diesen Prozess voran (siehe Schriftsatz). Die erste Setzmaschine (Linotype) meldete Ottmar Mergenthaler 1884 zum Patent an. Bei der Linotype werden ganze Zeilen gesetzt, während die Monotype von dem Amerikaner T. Landston (1896) die Buchstaben einzeln setzte. In den darauf folgenden Jahrzehnten kamen eine Reihe immer schnellerer und umfassenderer Drucktechniken hinzu.
Von den vielen Kommunikationssystemen der Antike war das Staffelsystem des Persischen Reiches das bemerkenswerteste. Reiter übergaben an Staffelstationen geschriebene Mitteilungen an frische Boten, die diese wiederum zu einer weiteren Station brachten. Ausgehend von diesem System entwickelten die Römer ihr eigenes Postensystem. Auch im Fernen Osten fanden ähnliche Systeme Verwendung. Die Postdienste im Europa des Mittelalters waren großenteils in Privatbesitz. Zu dieser Zeit lag das Nachrichtenwesen über weite Teile Deutschlands und Mitteleuropas in der Hand der Familie Taxis (später Thurn und Taxis). 1490 eröffnete Franz von Taxis einen Postdienst zwischen Mechelen und Innsbruck. Private Post beförderte man frühestens ab 1517. Etwa im 17./18. Jahrhundert gab es keine privat betriebenen Systeme mehr. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 übernahm Preußen die Postverwaltung. Die Familie Thurn und Taxis wurde entschädigt.
Von ihren Anfängen an entfalteten sich die modernen Postsysteme parallel zur Entwicklung von Eisenbahn, Motorfahrzeugen, Flugzeugen und anderen Überbringern. In den letzten Jahren wurden die elektronischen Postdienste eingeführt. Über Jahrhunderte hinweg haben die Menschen jedoch nach Kommunikationsmitteln über weite Entfernungen gesucht, die schneller waren als herkömmliche Transportmöglichkeiten. Zu den frühen Mitteln gehörten Trommelzeichen, Feuer- und Rauchsignale. Auch Instrumente wie z. B. das Horn eines Widders zählten dazu. Mit der Zeit spielten Jagdhörner und Trommeln eine bedeutende Rolle beim Austausch militärischer Kommandos. Im Mittelalter wurden Haustauben zum Überbringen von Nachrichten benutzt. Ende des 18. Jahrhunderts begann der französische Wissenschaftler und Ingenieur Claude Chappe mit dem Bau eines Systems von Signalmaststationen. Mit Hilfe eines optischen Telegraphen konnte er eine Mitteilung innerhalb weniger Minuten über viele Kilometer senden. Einige dieser hohen Türme, ähnlich den späteren Eisenbahnsignalmasten, standen bis zu 32 Kilometer voneinander entfernt. In Großbritannien und in den Vereinigten Staaten baute man dieses System nach. Trotzdem blieben diese Signalmastsysteme langsam, da jedes Signal an jeder Station wiederholt werden musste, um die Genauigkeit der Übertragung zu prüfen.
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