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    Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung des Ganges in mittelalterlichen Stadtbefestigungen findet sich unter Kommunikation (Wehranlage).

  • Kommunikation

    Kommunikation [...zion] die; -, -en: 1. (ohne Plural) Verständigung untereinander, Umgang, Verkehr. 2. Verbindung, Zusammenhang

  • Wirtschaftsenglisch - Kommunikation

    Viele Informationen zum Thema Wirtschaftsenglisch - Geschäftsbriefe, Kommunikation, Geschäftskorrespondenz und Geschäftsenglisch

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Kommunikation

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Schreibtelegraph von MorseSchreibtelegraph von Morse
Artikelgliederung
3.4

Telegraph

Als das moderne Verständnis für das Phänomen Elektrizität im 18. Jahrhundert zu wachsen anfing, begannen Erfinder nach Wegen zu suchen, elektrische Signale für das schnelle Übertragen von Nachrichten über weite Entfernungen zu nutzen. Das erste funktionsfähige Telegraphensystem entstand jedoch erst im 19. Jahrhundert. Zwei solcher Erfindungen wurden 1837 zum Patent angemeldet: Die eine Erfindung in Großbritannien von Charles Wheatstone und William F. Cooke und die andere in Amerika von Samuel F. B. Morse. Morse entwickelte auch das Morsealphabet, einem Codesystem bestehend aus Punkten und Strichen. In den Jahrzehnten danach wurden verschiedene Verbesserungen vorgenommen. 1874 entwickelte z. B. Thomas Edison die Quadruplex-Telegraphie. Damit ließen sich zwei Mitteilungen gleichzeitig in zwei Richtungen übertragen. Fernschreiber, Telex und Faksimile-Übertragung sind moderne Varianten der Telegraphie.

3.5

Telefon

Obwohl die Telegraphie einen großen Fortschritt bei der schnellen Kommunikation über weite Entfernungen darstellte, konnten die ersten Telegraphensysteme Nachrichten nur Buchstabe für Buchstabe übermitteln. Deshalb war man auf der Suche nach einem Mittel zur sprachlichen Kommunikation mit Hilfe der Elektrizität. Die ersten Geräte etwa Mitte des 19. Jahrhunderts konnten zwar Klangschwingungen übertragen, aber bei der menschlichen Sprache versagten diese Apparate. 1861 baute der Physiker Johann Philipp Reis das erste Gerät zur Übertragung von Tönen mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen. Der amerikanische Erfinder Alexander Graham Bell entwickelte die Erfindung von Reis weiter. Bell meldete 1876 das erste elektrische Telefon an. Zur gleichen Zeit war Edison dabei einen Weg zur Aufzeichnung und Wiedergabe von Schallwellen zu finden. Damit bahnte er den Weg für die Erfindung des Plattenspielers.

3.6

Funk

Die ersten Telegraphen- und Telefonsysteme benötigten das physikalische Medium Kabel, um Nachrichten zu übertragen, aber wissenschaftliche Entwicklungen wiesen auf andere Möglichkeiten hin. Die Theorie der elektromagnetischen Natur des Lichtes wurde vom britischen Physiker James Clerk Maxwell in seiner 1873 erschienenen Schrift Treatise on Electricity and Magnetism (Abhandlung zur Elektrizität und Magnetismus) weiter vorangetrieben. Die Theorien Maxwells wurden von dem Physiker Heinrich Rudolf Hertz bestätigt. 1887 entdeckte Hertz elektromagnetische Wellen und schuf damit die physikalische Voraussetzung für die Funktechnik.

Während des darauf folgenden Jahrzehnts experimentierte man viel an der drahtlosen Sendung von Signalen. 1896 führte der italienische Erfinder und Nachrichtentechniker Guglielmo Marconi Funkversuche am Bristol-Kanal (England) durch. Mit seiner Anlage konnte er bereits Signale über mehrere Kilometer übertragen. 1901 gelang ihm die drahtlose Übertragung von Signalen über den Atlantischen Ozean. Mit der Überbrückung des Atlantiks zwischen Cornwall und Neufundland bewies Marconi, dass ein weltumspannender Funkverkehr möglich ist. Weitere Entdeckungen trieben die Entwicklungen auf diesem Gebiet voran. Die Röhrendiode wurde vom britischen Physiker John Ambrose Fleming 1904 erfunden. Ein paar Jahre später nahm der amerikanische Erfinder Lee De Forest eine nützliche Verbesserung vor. Er erfand die Röhrentriode, die die Grundlage für viele elektronische Geräte bildete. Die erste Rundfunkübertragung fand 1906 in den Vereinigten Staaten statt. Die erste Opernübertragung, vom Metropolitan Opera House in New York, wurde 1910 von De Forest realisiert. 1920 nahm der erste regelmäßig tätige Radiosender in Pennsylvania seinen Betrieb auf. Im gleichen Jahr sendete die Hauptfunkstelle Königs Wusterhausen (bei Berlin) ein Instrumentalkonzert. Die offizielle Eröffnung des Reichstages 1923 übertrug ein Mittelwellensender im Berliner Voxhaus. Auch die British Broadcasting Corporation (BBC) in Großbritannien ging in dem Jahr auf Sendung. Ende 1924 arbeiteten in Deutschland 15 Radiosender. In Österreich und der Schweiz wurde der Radiobetrieb ebenfalls 1924 aufgenommen. Bereits 1925 gab es auf der ganzem Welt 600 Rundfunkstationen.

3.7

Bildkommunikation

Frühe Manuskripte wurden mit kompliziert gezeichneten Bildern illustriert. Im späten 15. Jahrhundert kamen Holzschnitte zur Illustration gedruckter Bücher in Gebrauch. Ende des18. Jahrhunderts wurde die Lithographie erfunden. Sie ermöglichte die Reproduktion von Kunstwerken in großen Stückzahlen. 1826 stellte der französische Physiker Joseph Nicéphore Niépce die erste Photographie der Welt her. Dazu belichtete er über einen Zeitraum von acht Stunden lichtempfindliche Platten. Aufbauend auf Niépces Werk entdeckte der französische Maler und Erfinder Louis Jacques Mandé Daguerre einen chemischen Prozess, der eine erheblich kürzere Belichtungszeit zuließ. Die so hergestellten Photographien, bezeichnete man ihm zu Ehren als Daguerrotyp.

Mit Fortschreiten des 19. Jahrhunderts wurden verschiedene Methoden ersonnen, Bildern und Photographien den Anschein der Bewegung zu verleihen. 1890 baute der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison eine Aufnahmekamera, mit der erstmals sich bewegende Bilder aufgenommen werden konnten. Diese Maschine gilt als Urform aller heutiger Filmkameras. Die von ihm eingeführte Filmbreite von 35 Millimetern ist auch heute noch gebräuchlich. 1894 sah der französische Industrielle Antoine Lumière auf einer Veranstaltung in Paris ein Kinetoskop von Edison. Aus Gesprächen mit Betreibern erhielt er die Information, dass man mit bewegten Bildern einen großen Gewinn erzielen könnte, wenn man sie an eine Wand projizierte und dadurch einem größeren Publikum vorführen würde. In einem Kinetoskop konnten die Bilder jeweils von nur einer Person betrachtet werden. Lumière erörterte das Problem mit seinen Söhnen. 1895 zeigten und patentierten die Brüder Louis Jean Lumière und Auguste Marie Lumière ihren Kinematographen. Mit ihrer Maschine erzielten sie den entscheidenden Durchbruch in der Aufnahme und Wiedergabe bewegter Bilder. Sie schufen das erste Filmtheater der Welt. Ende der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde den Filmen der Ton hinzugefügt.

3.8

Fernsehen

Das System der Übertragung beweglicher Bilder hat viele Wurzeln. Eine davon ist die Erfindung eines mechanischen Bildfeldzerlegers von Paul Gottlieb Nipkow 1884 (Nipkow-Scheibe). 1906 nutzte Max Dieckmann erstmals die Braun’sche Röhre als Bildschreiber. Er war damit in der Lage, zwanzigzeilige Schattenbilder zu erzeugen. Probleme bereitete die Leistungsfähigkeit. Diese wurden durch den Röhrenverstärker (1919) des ungarischen Technikers Dénes von Mihály gelöst. Mit Hilfe eines oszillographischen Bildzerlegers gelang es von Mihály am 7. Juli 1919 in Budapest, bewegliche Schattenbilder über eine fünf Kilometer lange Leitung zu übertragen. Ein anderer Meilenstein bei der Entwicklung des Fernsehens war 1923 die Erfindung des Ionoskops zur Übertragung und die Bildröhre zum Empfang von Bildern über eine bestimmte Entfernung durch den amerikanischen Elektronikingenieur russischer Herkunft Wladimir Kosma Zworykin. 1926 verwendete John Logie Baird dieses System, um die erste elektrische Übertragung beweglicher Bilder zu demonstrieren. Dadurch wurden weitere Entwicklungen in Deutschland, in Großbritannien und den Vereinigten Staaten angeregt. Mit der Vorstellung des Systems Karolus und des Systems Mihály auf der Berliner Funkausstellung 1928 wurde das Fernsehen in Deutschland erstmals der Allgemeinheit vorgeführt. Anstelle der mechanischen Einrichtungen zur Bildfeldzerlegung setzte 1930 der Hamburger Physiker Max von Ardenne die von ihm entwickelten Elektronenstrahlröhren ein. Damit konnte er das erste vollelektronische Fernsehbild erzeugen. Das Funktionsprinzip seines Leuchtfleckabtasters wird noch heute in der Elektrotechnik angewandt. In Großbritannien begann die BBC 1929 unter Anwendung des Systems von Baird mit den ersten Fernsehübertragungen. 1937 startete der erste hochqualitative öffentliche Fernsehsender der Welt seine Sendetätigkeit.

Am Ende des 2. Weltkrieges fand das Fernsehen das öffentliche Interesse in den Vereinigten Staaten. Die Zahl der Fernsehstationen stieg von sechs im Jahr 1946 auf 1 362 im Jahr 1988. Ende der achtziger Jahre war das Fernsehen in Großbritannien die beliebteste Freizeitbeschäftigung, wobei 94 Prozent der Haushalte einen Fernseher besaßen. 98 Prozent aller amerikanischen Haushalte haben mindestens ein Fernsehgerät.

Das Fernsehen hat sich weltweit ausgebreitet. Der Kommunikationssatellit macht die Übertragung von Fernsehprogrammen zwischen den Kontinenten möglich. Veranstaltungen können in den meisten Teilen der Welt zu dem Zeitpunkt gezeigt werden, zu dem sie auch stattfinden. Interne Computernetze werden z. B. von Banken genutzt, um Schecks zu prüfen, von Fluggesellschaften, um Fluginformationen zu veranschaulichen, oder von Ärzten, die die bei Operationen angewandten Techniken studieren wollen. Des Weiteren hat die Entwicklung der Videoaufzeichnung die Möglichkeiten zur Speicherung, Einholung und Übertragung von Informationen tief greifend beeinflusst.

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