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Tokugawa

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Tokugawa IeyasuTokugawa Ieyasu

Tokugawa, japanische Schogun-Dynastie, die von 1603 bis 1868 in Japan herrschte. Die Zeit des Tokugawa-Schogunats wird auch als Edozeit bezeichnet – nach Edo, der Residenz der Tokugawa, dem heutigen Tokyo.

Das Tokugawa-Schogunat wurde von Tokugawa Ieyasu begründet. Er wurde 1603 zum Schogun ernannt; zuvor hatte er sich gegen andere Daimyo-Familien als mächtigster Heerführer und de facto als Herr im Land durchgesetzt. Um sein Schogunat zu untermauern, ließ Ieyasu eine Genealogie anfertigen, die seine Familie auf die Minamoto, die ersten Schogune, zurückführte; zudem begann er eine streng hierarchische, auf den Schogun ausgerichtete Zentralverwaltung aufzubauen und das Land einem dichten Kontrollsystem zu unterwerfen. Die Verwaltungsreform wurde im Wesentlichen unter Ieyasus Enkel Tokugawa Iemitsu (1623-1651) abgeschlossen; seither mussten die Familien der Daimyos auch ihren ständigen Wohnsitz in Edo nehmen, de facto als Geiseln, die Daimyos selbst mussten alle zwei Jahre vor dem Schogun erscheinen. Die Kaiser residierten, weitgehend machtlos, in Kyoto.

Die christliche Mission, die vor der Tokugawa-Zeit zwar nicht unterstützt, aber auch nicht in größerem Maß behindert worden war, wurde unter den ersten Tokugawa-Schogunen stark eingedämmt; das Land wurde nach außen zunehmend abgeschlossen (Sakoku), insbesondere nach dem Christenaufstand von 1637/38, der zudem eine Christenverfolgung auslöste. Lediglich Niederländer durften noch nach Japan einreisen, wurden aber weitgehend von der japanischen Bevölkerung isoliert.

Nach der Konsolidierung des Tokugawa-Schogunats und der Abschließung nach außen erlebte Japan zwei Jahrhunderte des relativen Friedens. In dieser Epoche hatten Kunst, Literatur und Wissenschaften eine lang anhaltende, große Blütezeit; auch die Wirtschaft nahm zunächst einen rapiden Aufschwung, aber bereits im späten 17. Jahrhundert setzte wieder ein allmählicher, nur selten unterbrochener Rückgang ein, bedingt u. a. auch durch die Abschottung gegenüber dem westlichen Ausland. Erst ab 1854 konnten die USA und andere, vor allem europäische Staaten die Öffnung einiger japanischer Häfen für den Handel erzwingen. Die Öffnung Japans verursachte eine tiefe innere Krise, die schließlich sogar in einen Bürgerkrieg mündete und in deren Verlauf sich am Ende die reformorientierten, die Restauration der Kaiserherrschaft anstrebenden Kräfte durchsetzten. Am 4. Januar 1868 trat der letzte Schogun, Tokugawa Yoshinobu, formell zurück. Mit seinem Rücktritt endete nicht nur die Herrschaft der Tokugawa, sondern das Schogunat überhaupt, und es begann die Zeit der Meiji-Reformen.

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