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  • Hirsche – Wikipedia

    Die Hirsche (Cervidae) oder Geweihträger sind eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla). Die Familie umfasst rund 45 Arten, von denen unter anderem der ...

  • Hirsche

    wissenschaftlicher Name: <i>Cervidae</i>. Die Hirsche sind eine Familie der Wiederkäuer ... Hirsche wissenschaftlicher Name: Cervidae. Die Hirsche sind eine Familie der ...

  • Hirsche

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Hirsche

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SikahirschSikahirsch
Artikelgliederung
1

Einleitung

Hirsche, Familie der Paarhufer, deren etwa 40 Arten zumeist ein knochiges und häufig auch verzweigtes Geweih tragen, das jedes Jahr abgeworfen und erneuert wird.

Hirsche sind von Natur aus in Eurasien, Nordafrika und Amerika verbreitet; in Australien und Neuseeland wurden sie eingebürgert (siehe Faunenverfälschung). Die größten Populationen treten meist in waldreichen Gebieten mit ausgedehnten Lichtungen auf, Hirsche leben jedoch auch in Sumpfgebieten, Gebirgen und in der nördlichen Tundra. Die größte heute lebende Hirschart ist der Elch, der eine Schulterhöhe von 2,35 Metern erreichen kann; die kleinsten Hirsche sind die südamerikanischen Pudus, deren Schulterhöhe nur 25 Zentimeter misst. Die ersten Hirsche erschienen im frühen Oligozän, vor etwa 37 Millionen Jahren, in Asien.

2

Allgemeine Körperbaumerkmale

Hirsche besitzen zumeist einen gedrungenen Körper und lange, kräftige Beine. Die Kauflächen der Backenzähne haben ein schlingenförmiges Zahnschmelzmuster: Mit diesen Schmelzschlingen zermahlen Hirsche ihre vielfältige pflanzliche Nahrung. Hirsche sind Wiederkäuer und haben einen vierteiligen Magen. Fast alle Hirsche besitzen vor jedem Auge eine Gesichtsdrüse (siehe Duftdrüsen), die stark duftende Substanzen (Pheromone) enthält; mit diesen Sekreten markieren sie ihr Revier. Männliche Hirsche mancher Arten können diese Drüsen bei Erregung weit öffnen. Mit Ausnahme des Moschustieres haben Hirsche keine Gallenblase. Das Moschustier und das chinesische Wasserreh unterscheiden sich von anderen Hirscharten auch darin, dass sie kein Geweih tragen und die Eckzähne des Oberkiefers zu Hauern ausgebildet sind.

3

Geweihe

Im Unterschied zu den hohlen Hörnern anderer Paarhufer, bei denen Hornmaterial auf einem Knochenzapfen aufsitzt, besteht das Innere des Hirschgeweihs auf ganzer Länge aus Knochen. Außer beim Rentier tragen nur die Männchen ein Geweih, dessen Wachstum von männlichen Sexualhormonen gesteuert wird. Das Geweih wächst aus dem Stirnknochen und wird über eine von sehr vielen Blutgefäßen durchzogene, fein behaarte Haut, die Bast genannt wird, mit Nährstoffen versorgt. Das Geweih benötigt zum Wachstum, das innerhalb weniger Monate abgeschlossen ist, große Mengen an Calcium. Wenn das Geweih fertig ausgebildet ist, wird die Nährstoffversorgung unterbrochen und die abgestorbene Haut vor Beginn der Brunst abgestreift, indem die Tiere ihr Geweih an Bäumen reiben („fegen”).

Die Geweihe der Elche werden bis zu 1,8 Meter breit und bis zu 20 Kilogramm schwer; das Geweih des ausgestorbenen Riesenhirsches erreichte sogar eine Breite von bis zu fünf Metern. Die Geweihe derselben Spezies können sich je nach Menge und Qualität der verfügbaren Nahrung von Population zu Population in der Größe unterscheiden. In zu dicht besiedelten, überweideten Gebieten tragen Hirsche für gewöhnlich nur kleine Geweihe.

Beim Rothirsch erscheint das erste Geweih, das aus einfachen Stangen mit nur einer Spitze besteht (Spießgeweih), im zweiten Lebensjahr; es wird im Frühling des folgenden Jahres abgeworfen. Das danach entstehende Gabel- oder Sechsergeweih (mit zwei oder drei Spitzen auf jeder Seite) verliert der Hirsch im darauf folgenden Februar/März. Im Frühling und Sommer entwickelt sich dann jedes Jahr ein neues Geweih, das im Juli/August gefegt wird. Auch das erste Geweih des Rehbockes, ein Spießgeweih, entsteht im zweiten Jahr. Der Rehbock fegt dieses Geweih im April und wirft es im November ab. Danach bilden sich Gabel- oder Sechsergeweih, die ebenfalls im April gefegt und im November abgeworfen werden.

Mit ihrem Geweih stellen sich Hirsche drohend Feinden entgegen und kämpfen gegen Rivalen. Zumeist sind diese Kämpfe harmloses Imponiergehabe (Kommentkampf), doch gelegentlich verheddern sich bei großen Hirscharten die Geweihe, und die Tiere sterben an Erschöpfung, verdursten oder verhungern.

4

Verhalten und Fortpflanzung

Bei vielen Hirscharten bilden sich Familienverbände, die von einer älteren Hirschkuh geführt werden, während ältere männliche Tiere oft Einzelgänger werden. Andere, wie das Moschustier und das chinesische Wasserreh, leben hauptsächlich paarweise. Der Rothirsch ist ein geselliges Tier und bildet kleine bis große Rudel, die ebenfalls von einer erwachsenen Hirschkuh angeführt werden. Karibus und Rentiere wandern zwischen Wäldern und der waldlosen Tundra in Herden, die aus tausend oder mehr Tieren bestehen. Hirsche können sich nicht nur an Land fortbewegen, sondern sind auch ausgezeichnete Schwimmer.

Hirsche ernähren sich von Zweigen, Blättern, Rinde, Trieben von Büschen und jungen Bäumen, Gras und anderen Pflanzen. Am intensivsten äsen Hirsche in der Dämmerung. Eine Hirschkuh bringt einmal im Jahr zumeist ein oder zwei Kälber zur Welt. Die Trächtigkeitsdauer reicht von 160 Tagen beim Moschustier bis zu zehn Monaten beim Reh. Der Grund für die lange Tragzeit des Rehes ist die verzögerte Einnistung des Keimes: Paarung und Befruchtung finden im Spätsommer statt, die befruchtete Eizelle nistet sich jedoch erst im Winter in die Gebärmutter ein. Die Hirschkälber werden im Dickicht versteckt gehalten und sind durch ihre zumeist gescheckte Zeichnung kaum zu entdecken.

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