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Windows Live® Suchergebnisse ArbeitsschutzEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Arbeitsschutz, die Gesamtheit aller Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern vor Belastungen, Gesundheitsschädigungen oder Verletzungen, die durch ihre Tätigkeiten am Arbeitsplatz oder den Beruf allgemein verursacht werden. Hierzu gehören sowohl Unfälle als auch dauerhafte Belastungen der Mitarbeiter mit schädigenden Auswirkungen (z. B. Lärm, Strahlung oder Einwirkungen durch Gefahrstoffe). Reichen betriebstechnische Maßnahmen nicht oder nicht vollständig aus, Gefährdungen zu vermeiden, müssen die Mitarbeiter durch persönliche Schutzausrüstungen vor Verletzungen oder Gesundheitsschäden geschützt werden. Die Auswirkung von Arbeit und Beruf auf die Gesundheit von Arbeitnehmern ist Forschungs- und Arbeitsgegenstand der Arbeitsmedizin. Ihre praktische Aufgabe besteht in der Diagnose arbeitsbedingter Schädigungen, vor allem von so genannten Berufskrankheiten, sowie deren Therapie. Besondere Aufmerksamkeit wird der Vorsorge gewidmet. An arbeitsmedizinischen Untersuchungen und Maßnahmen sind viele wissenschaftliche Spezialfächer beteiligt: Orthopädie, Physiologie, Pathologie, Toxikologie, Hygiene, Psychologie, Augenheilkunde, Ergonomie u. a. An einem Bildschirmarbeitsplatz wären beispielsweise Haltungsschäden zu vermeiden (Aufgabe von Orthopädie und Ergonomie: Bewertung und Gestaltung des Arbeitsplatzes mit Bürostuhl, Monitor, Beleuchtung etc.) und langfristige Schädigungen der Augen (Augenheilkunde – für die Augen sind nach berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen vorgeschrieben, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden müssen). Zu den persönlichen Schutzausrüstungen der Arbeitnehmer gehören z. B. Kopfschutz (Schutzhelm), Augen- oder Gesichtsschutz, Atemschutzgeräte, Gehörschutz und Körperschutz (z. B. Schutzhandschuhe oder Schutzkleidung). Zum Arbeitsschutz gehören u. a. auch Fragen der Arbeitsplatzgestaltung, des Arbeitsablaufs sowie der Arbeitsumgebung. Um die Belastung von Mitarbeitern durch Gefahrstoffe einschätzen zu können, nimmt man die Arbeitsbereichüberwachung zu Hilfe. Hierbei werden Konzentrationen der Gefahrstoffe in der Luft am Arbeitsplatz (Exposition) gemessen und bewertet. Verfahrens- und sicherheitstechnische Überprüfungen dienen zur Ermittlung möglicher Gefährdungen, die von Anlagen oder Arbeitsverfahren ausgehen können. Bei diesen Überprüfungen sucht man sowohl Quellen, die den Menschen gefährden, als auch solche, die die Umgebung belasten könnten (siehe Umweltschutz).
Verschiedene äußere Ursachen wie chemische, biologische oder physische Gefahren können zu Verletzungen im Zusammenhang mit der Arbeit führen. Gefahren können sich auch aus der Wechselwirkung zwischen Arbeitnehmer und Umwelt ergeben. Diese so genannten ergonomischen Gefahren können zu physiologischem oder psychologischem Stress führen. Gefahren können beispielsweise von Gefahrstoffen (u. a. Chemikalien), Dämpfen oder Staub am Arbeitsplatz ausgehen. Zur Bekämpfung dieser Gefahren muss man eventuell alternative und weniger toxische Stoffe verwenden oder technische Maßnahmen ergreifen. Andere Gefahren für Mensch und Umwelt können von Bakterien oder Viren ausgehen. So werden beispielsweise Krankheitserreger von Tieren oder unsauberen Gegenständen übertragen. Sie können z. B. in Krankenhäusern oder in der Lebensmittelindustrie auftreten. Allgemeine Gefahren für den Körper sind u. a. Hitze, Feuer, Lärm, Vibrationen, plötzliche Druckänderungen, Strahlung und elektrische Schläge. Sicherheitstechniker versuchen, die Gefahren an der Quelle zu beseitigen oder ihre Folgen einzudämmen. Falls dies nicht möglich ist, müssen die Arbeitnehmer eine Schutzausrüstung tragen. Je nach der Art der Gefahr können dazu Schutzbrille, Ohrenwatte oder Ohrenschutz, Gesichtsschutz, Hitze- oder Strahlenschutzanzüge, Sicherheitsschuhe, Handschuhe und Schutzhelme gehören. Damit die Schutzausrüstung ihre Aufgabe auch wirklich erfüllen kann, muss sie für den Einsatz geeignet, richtig instand gehalten und vom Arbeitnehmer auch wirklich benutzt werden. Wenn die körperlichen, geistigen oder umweltbedingten Anforderungen an die Arbeitnehmer deren Fähigkeiten übersteigen, können daraus ebenfalls Gefahren entstehen. Solche Gefahren treten häufig auf, wenn die Arbeitnehmer schwere Lasten heben oder tragen müssen. Eine schlechte Haltung oder eine nicht fachgerechte Auslegung des Arbeitsplatzes führt oft zu Muskelzerrungen, Verstauchungen, Brüchen, Blutergüssen und Rückenschmerzen. Diese Verletzungen machen 25 Prozent aller arbeitsbedingten Verletzungen aus. Als Gegenmaßnahme muss die Arbeit so geplant werden, dass sie von den Arbeitnehmern ohne Überanstrengung durchgeführt werden kann.
In den letzten Jahren haben die Ingenieure versucht, einen systematischen Ansatz (die so genannte Sicherheitstechnik) zu finden, um Arbeitsunfälle zu verhüten. Da Unfälle aus der Wechselwirkung zwischen den Arbeitnehmern und ihrem Arbeitsumfeld entstehen, müssen beide sorgfältig untersucht werden, um die Gefahr von Verletzungen zu verringern. Schlechte Arbeitsbedingungen, mangelhaft konstruierte Maschinen und Werkzeuge, Müdigkeit, Ablenkung, fehlende Ausbildung und Fahrlässigkeit können zu Verletzungen führen. Beim systematischen Ansatz werden folgende Bereiche untersucht: die Arbeitsstätten, um Gefahren auszuschließen oder zu bekämpfen, die Arbeitsverfahren und Techniken sowie die Ausbildung von Angestellten und Vorgesetzten. Außerdem erfordert der systematische Ansatz eine gründliche Untersuchung aller Unfälle und Beinahe-Unfälle. Die entscheidenden Informationen über Unfälle und Verletzungen werden zusammen mit der Vorgeschichte des betreffenden Arbeitnehmers aufgezeichnet, um alle gefahrenrelevanten Muster zu prüfen und auszuschalten. Der systematische Ansatz achtet außerdem besonders auf die Fähigkeiten und Grenzen der Arbeitnehmer. Er erkennt große individuelle Unterschiede in den körperlichen Fähigkeiten der Menschen. Die Arbeit und der Arbeitnehmer sollten daher so weit wie möglich aufeinander abgestimmt sein. Siehe auch Technik
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