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Artikelgliederung
Einleitung; Ausdehnung und Größe; Geologie: Entstehung und Struktur; Inseln; Strömungen; Windsysteme; Wirtschaft und Forschung
Pazifischer Ozean, auch Pazifik, Stiller Ozean oder Großer Ozean genannt, der größte und tiefste aller Ozeane. Der Pazifische Ozean bedeckt mehr als ein Drittel der Erdoberfläche und enthält über die Hälfte des nicht als Eis gebundenen Wassers des Planeten. Das Weltmeer trennt Amerika im Osten von Asien und Australien im Westen. Manchmal wird der Pazifische Ozean in zwei Hälften unterteilt, deren Trennung auf einer Übereinkunft beruht (und nicht auf geographischen Gegebenheiten): Der nördlich des Äquators befindliche Teil wird als Nordpazifik bezeichnet, der südlich des Äquators gelegene Teil entsprechend als Südpazifik. Der Name Pazifik, was so viel wie friedlicher Ozean bedeutet (lateinisch pax: Frieden), wurde ihm – in der irrtümlichen Annahme eines ruhigen, windstillen Ozeans – durch den portugiesischen Seefahrer Fernão Magalhães im Jahr 1520 gegeben.
Der Pazifische Ozean wird im Osten durch die Kontinente Nord- und Südamerika begrenzt, im Norden durch die Beringstraße, im Westen durch das asiatische Festland und zahlreiche Inseln (wie die japanischen Hauptinseln, Neuguinea und die Inselwelt der Philippinen und Indonesiens) sowie im Süden durch die Antarktis. Die Abgrenzung gegen den Atlantischen Ozean erfolgt im Norden durch die Beringstraße und im Südosten durch die Drakestraße etwa entlang des 68. Grades westlicher Länge von Kap Hoorn zur Antarktischen Halbinsel. Die südwestliche Abgrenzung zum Indischen Ozean ist nicht offiziell festgelegt. Abgesehen von den Randmeeren am unregelmäßigen Westrand beträgt die Gesamtfläche des Pazifischen Ozeans etwa 166 Millionen Quadratkilometer und ist somit erheblich größer als die gesamte Landmasse der Erde. Die größte Länge beträgt von der Beringstraße bis zur Antarktis etwa 15 500 Kilometer, die größte Breite von Panamá bis zur Malaiischen Halbinsel etwa 17 700 Kilometer. Die mittlere Tiefe des Pazifiks beträgt 4 280 Meter; die tiefste Stelle, die überhaupt in einem der Weltmeere bekannt ist, liegt im Marianengraben vor Guam und beträgt 11 033 Meter.
Der Pazifische Ozean ist das älteste der heute bestehenden Ozeanbecken, dessen ältestes Gestein auf etwa 200 Jahrmillionen zurückdatiert wurde. Das Becken und seine Ränder wurden durch tektonische Prozesse geformt. Der bis zu 180 Meter tiefe Küstenschelf (flacher Sockel an den Rändern der Kontinente mit entsprechend flachen Küstenmeeren) ist entlang der beiden amerikanischen Kontinente schmal, am Rand von Asien und Australien jedoch vergleichsweise breit. Der Ostpazifische Rücken, ein Mittelozeanischer Rücken, verläuft über eine Länge von 8 700 Kilometern vom Golf von Kalifornien bis zu einem Punkt, der sich etwa 3 600 Kilometer westlich der Südspitze Südamerikas befindet. Er erhebt sich durchschnittlich 2 130 Meter über den Meeresgrund. Geschmolzenes Gestein strömt entlang dieses Gebirgsrückens aus dem Erdmantel, ähnlich wie am Mittelatlantischen Rücken. Das Gestein bildet nach dem Auskristallisieren neuen Meeresboden, der sich zu beiden Seiten des Rückens von der Zentralspalte wegbewegt. Dies führt zu einem Zuwachs der an den Rücken angrenzenden Kontinentalplatten, was zu starken Spannungen führt. Diese sind die Voraussetzung für die wiederholt auftretenden Erdbeben und das gehäufte Vorkommen von Vulkanen an den Rändern der Kontinentalplatten. Der zirkumpazifische Vulkangürtel umfasst zahlreiche Vulkane, u. a. in den nord-, zentral- und südamerikanischen Küstengebirgen, auf der russischen Halbinsel Kamtschatka, in Japan, auf den Philippinen und Neuseeland. Da sich der in Richtung der Kontinente und Inselketten bewegende Tiefseeboden unter die Landmassen schiebt, kommt es zur Bildung markanter Tiefseegräben. Diese können, wie der bereits erwähnte Marianengraben, Tiefen von 10 000 Metern überschreiten.
Die größeren Inseln im westlichen Bereich werden durch mehrere Inselbögen vulkanischen Ursprungs gebildet, die sich auf den breiten Kontinentalschelfen am Ostrand der eurasischen Platte erheben. Zu diesen Inselbögen zählen Japan, Taiwan, die Philippinen, Indonesien, Neuguinea und Neuseeland. Die pazifischen Inseln außerhalb des Bereiches an den Rändern der Kontinente werden insgesamt als Ozeanien bezeichnet; sie umfassen die Inselgruppen Melanesien, Mikronesien und Polynesien. Bei diesen Inseln handelt es sich um die Gipfel untermeerischer Berge, die sich auf dem Ozeangrund durch an dünnen Stellen der Erdkruste austretendes, geschmolzenes Gestein aufgetürmt haben. Im Pazifischen Ozean gibt es insgesamt mehr als 30 000 solcher Inseln, deren Oberfläche zusammengenommen jedoch nur 0,25 Prozent der Gesamtoberfläche des Pazifiks ausmacht. Die Berge, die die Meeresoberfläche nicht durchstoßen, heißen Tiefseeberge. Vielfach, vor allem in den südlichen Bereichen des Pazifischen Ozeans, stellen die über dem Meeresspiegel liegenden Inseloberflächen über die Wasseroberfläche hinausragende Korallenriffe dar. Am Ostrand des Pazifiks ist der Kontinentalschelf schmal und steil, hier liegen nur wenig Inseln. Die wichtigsten Inselgruppen auf dieser Seite sind die Galápagos-Inseln, die sich auf der Nazcaplatte (einer kleinen Kontinentalplatte) erheben, die Alëuten auf dem nordamerikanischen Kontinentalschelf und die Hawaii-Inseln, die sich etwa 5 550 Meter hoch über den Meeresgrund des Zentralpazifiks erheben. Um die Felseninsel Malpelo, die sich rund 500 Kilometer vor der Küste Kolumbiens befindet, erstreckt sich das für seinen Fischreichtum (u. a. viele Haiarten) bekannte Naturreservat Malpelo, das 2006 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.
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