![]() Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Pazifischer Ozean", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Pazifischer Ozean |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Seite 2 von 2
Pazifischer OzeanEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Ausdehnung und Größe; Geologie: Entstehung und Struktur; Inseln; Strömungen; Windsysteme; Wirtschaft und Forschung
Die wesentlichen Antriebskräfte der Meeresströmungen sind die Erdrotation, die Windreibung auf der Wasseroberfläche und die Unterschiede in der Dichte des Ozeanwassers, die durch unterschiedliche Temperaturen und Salzgehalte bedingt sind. Das Zusammenspiel von Winden und Strömungen hat starke Auswirkungen auf das Klima; diese komplexen Zusammenhänge werden untersucht, um längerfristige Wettervorhersagen treffen zu können und die Schifffahrt sicherer zu machen. Die Oberflächenströmungen des Nordpazifiks bestehen aus zwei Hauptwirbeln oder -kreisläufen. Im hohen Norden dreht sich der subarktische Wirbel, zu dem der westwärts fließende Alaskawirbel und der ostwärts fließende Subarktisstrom gehören; beide drehen sich entgegen dem Uhrzeigersinn. Der Hauptbereich des Nordpazifiks wird jedoch vom gewaltigen Nordwirbel beherrscht, der im Uhrzeigersinn kreist. Zu diesem riesigen Wirbel gehören der westwärts fließende Nordäquatorialstrom, der Nordpazifische Strom, der ostwärts strömt, der Kalifornische Strom, der in südöstlicher Richtung fließt, und der Kuroshio, der an der Küste Japans entlang nach Norden strömt. Der Kalifornische Strom ist kalt, breit und bewegt sich langsam; der Kuroshio dagegen ist warm, schmal und schnell fließend, worin er dem Golfstrom ähnelt. Nahe am Äquator, etwa auf fünf Grad nördlicher Breite, trennt der ostwärts fließende Äquatoriale Gegenstrom die Strömungssysteme des Nord- und Südpazifiks, schickt aber den Großteil seiner Wassermassen in den Nordäquatorialstrom. Der Südpazifik wird vom sich gegen den Uhrzeigersinn drehenden, zentralen Südwirbel beherrscht. Er umfasst im Wesentlichen den Südäquatorialstrom, der nach Osten und Süden strömt, und den Südpazifischen Strom, der nach Westen fließt. Im äußersten Süden befindet sich der Antarktische Zirkumpolarstrom, der ringförmig den ganzen südlichen Erdball umfließt und in dem die Wasser des Pazifischen, des Atlantischen und des Indischen Ozeans zusammenfließen. Der Antarktische Zirkumpolarstrom ist die wichtigste Quelle der Tiefenströmungen des Pazifiks. Von ihm aus fließt der breite, kalte Humboldt- oder Perustrom entlang der südamerikanischen Küste nach Norden und mündet schließlich im Südäquatorialstrom. Ein besonderes Phänomen im Pazifischen Ozean ist El Niño, eine Erscheinung mit klimatischen Auswirkungen von globaler Dimension. Seit einigen Jahren ist auch ein gegenläufiges Phänomen bekannt, das La Niña, genannt wird. Während El Niño den Temperaturkontrast zwischen West- und Ostpazifik weitgehend aufhebt, wird er durch La Niña verstärkt.
Zu den großen Windsystemen des Pazifischen Ozeans zählen die beiden Westwindzonen, die jeweils etwa zwischen 30 und 60 Grad nördlicher bzw. südlicher Breite von West nach Ost wehen. Die Stärke dieser Winde variiert je nach Jahreszeit. Der stürmische, in seiner Intensität starken Schwankungen unterworfene Westwind bringt mitunter starke Niederschläge. Zwischen den Westwindzonen wehen die gleichmäßiger ausgeprägten Passatwinde, die auf der Nordhalbkugel aus dem Nordosten und auf der Südhalbkugel aus dem Südosten kommen. Über weite Abschnitte des Jahres sind die unter dem Einfluss der Passate stehenden Gebiete von Trockenheit gekennzeichnet. Starke tropische Wirbelstürme, die im westlichen Pazifischen Ozean Taifune und in den südlichen und östlichen Bereichen des Weltmeeres Hurrikans genannt werden, können im Spätsommer und Frühherbst auftreten. Im Bereich des Äquators befindet sich der Kalmengürtel, wo leichte Winde vorherrschen, die jahreszeitlich jedoch reichhaltige Niederschläge liefern können. In den höchsten Breiten des Pazifiks haben die Winde kaum direkte Auswirkungen auf das Klima und die Wasserströmungen.
Ein Großteil der Fauna und Flora des Pazifischen Ozeans konzentriert sich an seinen Rändern. Nährstoffreiches Wasser des Antarktischen Zirkumpolarstromes kommt vor allem im Humboldtstrom vor den Küsten Chiles und Perus an die Oberfläche. Das große Vorkommen von Anchovetas (Südamerikanische Sardellen) in diesem Gebiet ist eine der bedeutenden Weltnahrungsreserven. Dort befindet sich auch der industrielle Guanoabbau, der die stickstoffreichen Exkremente der Meeresvögel – den Guano – nützt, wobei die Vögel sich wiederum von Anchovetas ernähren. Auch im Nordwestpazifik, zu dem das Japanische Meer (Östliche Meer) und das Ochotskische Meer gehören, befindet sich ein wichtiges Fischfanggebiet. Der Reichtum des Pazifischen Ozeans an Korallenriffen mit ihrem vielfältigen Tier- und Pflanzenleben findet seinen deutlichsten Ausdruck im Großen Barrierriff vor der Nordwestküste Australiens, das sich über eine Länge von über 2 000 Kilometern erstreckt. Die großen Mineralienvorkommen im Pazifik beginnt man seit einigen Jahrzehnten verstärkt abzubauen. Auf den Kontinentalschelfen von Kalifornien, Alaska, China und Indonesien befinden sich große Erdöllager. Durch die Tiefseeforschung entdeckte man außerdem, dass große Gebiete des Ozeangrundes mit so genannten Manganknollen bedeckt sind, kartoffelgroßen Ablagerungen von Eisen und Manganoxiden, die manchmal auch Kupfer, Cobalt oder Nickel enthalten. Abbaumöglichkeiten für diese Lager werden momentan untersucht. Der Panamákanal stellt den wichtigsten Schifffahrtsweg zum Atlantischen Ozean dar; eine viel genutzte Verbindung zum Indischen Ozean bildet die Malaccastraße. Forscher des Antarctic Co-operative Research Centres in Hobart auf der australischen Insel Tasmanien ermittelten in den mittleren Schichten des Pazifischen Ozeans abnehmende Salzgehalte. Sie führen ihre im Juli 1999 veröffentlichten Ergebnisse, die auf langjährigen Messreihen basieren, auf höhere Niederschläge und dadurch bedingten verstärkten Eintrag von Süßwasser zurück. Den Berechnungen zufolge stieg der Niederschlag etwa im Südpolarmeer zwischen 55 und 65 Grad südlicher Breite um 31 Millimeter pro Jahr an. Ein rund 360 000 Quadratkilometer großes Gebiet im Norden des Pazifischen Ozeans wurde 2006 zum Northwestern Hawaiian Islands National Monument erklärt und ist damit das größte Meeresschutzgebiet der Welt. Es erstreckt sich zwischen den Midway-Inseln im Nordwesten und der Hawaii-Insel Kauai im Südosten. Siehe auch Ozeane und Ozeanographie; Erde: Aufbau
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |