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Windows Live® Suchergebnisse Echte KrabbenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Echte Krabben, Abteilung oder Unterordnung der Krebstiere mit über 4 500 Arten. Sie sind durch einen reduzierten Hinterleib und einen vergrößerten, verbreiterten Vorderkörper charakterisiert. Am häufigsten sind Krabben in allen marinen Lebensräumen, doch sind sie auch im Süßwasser oder an Land anzutreffen.
Krabben sind mit Langusten und Garnelen verwandt, jedoch sind sie im Gegensatz zu diesen auch in der Lage, seitwärts zu schreiten. Ihr Körper ist abgeflacht und durch eine chitinhaltige Schale, den Carapax, stark gepanzert. Der reduzierte Hinterleib, der nicht mehr zur Fortbewegung dient, ist unter den Körper geklappt. Stattdessen werden an den Extremitäten des Hinterleibs die Eier befestigt, so dass der Hinterleib u. a. eine Funktion bei der Brutpflege besitzt. Der segmentierte Körper der Echten Krabben weist mehrere Körperanhänge auf, von denen gewöhnlich fünf Paare als Schreitbeine (Pereiopoden) dienen. Das vorderste Pereiopodenpaar trägt Scheren, die bei der Nahrungsaufnahme, zur Verteidigung und beim Imponierverhalten eingesetzt werden. Krabben erreichen oft eine ansehnliche Größe – die größte Spannweite (das Männchen bis zu 3,6 Metern) besitzt die japanische Riesenkrabbe aus der Familie der Seespinnen. Das Nervensystem der Echten Krabben ist durch Verschmelzung einzelner Ganglien recht komplex. Als aktive Tiere mit komplexen Verhaltensmustern besitzen Krabben gut entwickelte Sinnesorgane. Die Augen sind lang gestielt und können in Vertiefungen verborgen werden. Geruchssinn und Geschmackssinn sind ebenfalls hervorragend entwickelt und ermöglichen ihnen, sowohl ihre Nahrung als auch potentielle Geschlechtspartner wahrzunehmen. Das Fortpflanzungs- und Sozialverhalten beinhaltet bei einigen Arten komplizierte Paarungsrituale, wie das rhythmische Winken mit den Scheren bei den Winkerkrabben. Männliche Krabben kämpfen häufig miteinander, um Zugang zu den Weibchen zu erlangen.
Alle Krabbenarten sind getrenntgeschlechtig. Landkrabben müssen zur Fortpflanzung das Meer aufsuchen. Die Paarung erfolgt häufig nur, wenn sich das Weibchen gerade gehäutet hat und die neue Schale noch nicht erhärtet ist. Die Eier werden mit einem Sekret an den Extremitäten des Hinterleibs befestigt. Krabben entwickeln sich über mehrere Larvenstadien, die frei im Wasser herumschwimmen. Bei den meisten Arten ist das erste Larvenstadium eine Zoea mit langen Rücken- und Seitenstacheln, die den erwachsenen Krabben überhaupt nicht ähnelt. Danach bildet sich eine krabbenähnlichere, Megalopa genannte Form, bei welcher der Hinterleib noch deutlich ausgeprägt ist. Bei jeder Häutung nehmen die Jugendstadien beträchtlich an Größe zu. Verloren gegangene Beine und Scheren können bei der Häutung wieder ersetzt werden. Krabben können drei bis zwölf Jahre alt werden.
Echte Krabben bilden die umfangreichste Gruppe der Zehnfußkrebse und sind so zahlreich, dass hier nur wenige wichtige Familien erwähnt werden können. Die Seespinnen besitzen lange Gliedmaßen und einen schmalen Körper; manche davon tarnen sich, indem sie ihren Körper mit Pflanzen und anderen Fremdkörpern bedecken. Taschenkrebse und Felsenkrabben zeichnen sich durch breite, ovale Körper aus. Bei den Schwimmkrabben wie der Blaukrabbe ist das letzte Pereiopodenpaar paddelartig verbreitert. Die Muschelwächter sind klein und leben in oder auf marinen Tieren wie Austern. Männliche Winkerkrabben, die in selbst gegrabenen Wohnröhren leben, besitzen große Scheren, die bei der Balz und Reviermarkierung zur Schau getragen werden. Die Strandkrabbe bildet die häufigste Art an der Nord- und Ostseeüste. Landkrabben sind tropische Allesfresser, die das Meer nur noch zur Fortpflanzungszeit aufsuchen. Viele Krabbenarten sind als Nahrungsmittel von wirtschaftlicher Bedeutung. Ihr Fleisch ist eiweißreich und fettarm.
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