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    Herodot von Halikarnass(os) ( griech. Ἡρόδοτος , Hēródotos , * 490/480 v. Chr.; † um 425 v. Chr.) war ein antiker griechischer Historiograph , Geograph und ...

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    Mythologie - Griechen - Herodot ... Er gilt als der „Vater der Geschichtsschreibung” und der Ethnographie.

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Herodot

Enzyklopädieartikel

Herodot, griechisch Herodotos (484-425 v. Chr.), griechischer Geschichtsschreiber, von Cicero als „Vater der Geschichtsschreibung” bezeichnet.

Herodot wurde als Abkömmling einer adeligen Familie in Halikarnassos (heute Bodrum, Türkei) geboren und soll um 457 v. Chr. wegen Verschwörung gegen die persische Tyrannenherrschaft aus Halikarnassos verbannt und nach Samos ins Exil geschickt worden sein. Später unternahm er ausgedehnte Reisen durch Kleinasien, Babylonien, Ägypten und Griechenland. Genaue Richtung und Ausmaß dieser Reisen sind nicht bekannt, doch erhielt er durch sie aus erster Hand wertvolles Wissen über Griechenland und den gesamten Nahen Osten. Um 447 v. Chr. begab er sich nach Athen, damals kulturelles Zentrum der griechischen Welt, und gewann die Bewunderung bedeutender Persönlichkeiten, darunter der Staatsmann Perikles und der Dramatiker Sophokles. 443 v. Chr. beteiligte sich Herodot an der von Perikles veranlassten Kolonisation von Thurii (Thurioi) in Süditalien. Dort verbrachte er seine letzten Lebensjahre, die ganz der Fertigstellung seines großen Geschichtswerkes Histories Apodeixis (Forschungsbericht) gewidmet waren, der wichtigsten Quelle für die Geschichte der Alten Welt und der Perserkriege.

Die Einteilung des Forschungsberichtes in neun Bücher stammt nicht vom Autor selbst, sondern wurde später durch Gelehrte in Alexandria vorgenommen, von denen auch die Benennung der Bücher nach den neun Musen stammt. Die ersten Bücher entwerfen gleichsam als Einleitung ein farbiges Bild von Mythen und Geschichte der Lyder, Skythen, Meder, Perser, Babylonier, Ägypter und Griechen. Die letzten drei Bücher beschreiben die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Griechenland und Persien im frühen 5. Jahrhundert v. Chr., wobei eingestreute Erzählungen und Anekdoten die Darstellung zuweilen auflockern und zur Charakterisierung der dargestellten Personen beitragen. Nach Herodots Ansicht lief die Entwicklung der Kultur unausweichlich auf die große Konfrontation zwischen Persien und Griechenland hinaus, die er als die Zentren der östlichen und der westlichen Kultur ansah. Seine Informationen leiteten sich teils aus den Werken seiner Vorgänger und teils aus den Beobachtungen ab, die er während seiner eigenen ausgedehnten Reisen gemacht hatte. Obwohl seine Darstellung nicht immer ganz genau ist, unterscheidet er im Allgemeinen deutlich zwischen glaubhaften und unglaubhaften Berichten und ist in seinen Angaben später vielfach von der Forschung bestätigt worden.

Die Histories Apodeixis gehört zu den bedeutendsten Werken der griechischen Prosa (siehe griechische Literatur) und markiert den Beginn einer neuen Form der Geschichtsschreibung, die erstmals ein zentrales Ereignis der Geschichte in erzählender Form darstellt. Sowohl antike als auch moderne Kritiker haben Herodots formale Stärke und seinen offenen, klaren und erfrischend anekdotenhaften Stil gelobt, ebenso seine reichen Kenntnisse, die zum Großteil auf eigener Anschauung beruhten. Obgleich er bereits Ansätze zu einer pragmatisch-kausalen Betrachtungsweise der Ereignisse zeigt, glaubt er an das Walten von Zufall und Schicksal, die das menschliche Leben unberechenbar machen, betont aber auch die freie moralische Entscheidungsmöglichkeit. Mit seinem Ansatz, moralische Lehren aus dem Studium großer Ereignisse zu ziehen, wirkte er sehr stark auf die spätere griechische und römische Geschichtsschreibung.

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