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Windows Live® Suchergebnisse AssyrienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Ursprünge; Kultur und Brauchtum; Das altassyrische Reich (1800-1375 v. Chr.); Das mittelassyrische Reich (1375-1047 v. Chr.); Das neuassyrische Reich (883-612 v. Chr.); Auf dem Gipfel der Macht; Das Ende des assyrischen Reiches
Assyrien (akkadisch Aschur), Name eines mesopotamischen Reiches sowie des Gebietes am mittleren Tigris um die Stadt Assur. Assyrien erstreckte sich bis zur Nordgrenze des heutigen Irak, zwischen dem Tal des Tigris und einem seiner größten Nebenflüsse, dem Großen Zab. In der Frühzeit stand das Land zunächst unter der Herrschaft von Sumer, später von Akkad und schließlich von Babylonien. Mit Mesopotamien (griechisch mesopotamía: Zweistromland) wurde in der Antike das gesamte Gebiet zwischen Euphrat und Tigris (einschließlich Assyrien) bezeichnet. Die bedeutendsten Städte von Assyrien waren Assur (heute Kalat Scherkat), Ninive (heute die Ausgrabungsstätte Kujundschik), Kalach (heute Nimrud) und Dur-Scharrukin (heute Chorsabad). Die Bezeichnung Assyrien leitet sich von dem Gott Assur, dem Schutzgott der gleichnamigen Stadt, ab.
Seit dem frühen Paläolithikum (Altsteinzeit) siedelten Menschen in dem Gebiet, das später als Assyrien bezeichnet wurde. Diese Tatsache wird durch zwei Schädel von erwachsenen Menschen aus der Neandertaler-Epoche, die in einer Höhle im Nordosten Assyriens gefunden wurden, bestätigt. Seit etwa 6500 v. Chr. ist hier eine Ackerbaukultur nachweisbar. Die ethnische Zusammensetzung der frühesten landwirtschaftlichen Gemeinschaften ist nicht bekannt. Semitische Nomaden eroberten wahrscheinlich im 3. Jahrtausend v. Chr. die Region und machten ihre Sprache, die der babylonischen eng verwandt war, zur vorherrschenden in diesem Gebiet. Die assyrische Schrift war eine leicht veränderte Form der babylonischen Keilschrift. Etwa ab dem 7. Jahrtausend v. Chr. begannen die Bauern in Assyrien, Weizen und Gerste anzubauen und Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine zu halten. Sie bauten Häuser aus Lehm, benutzten Rundöfen zum Backen ihrer Mehlspeisen und lagerten ihr Getreide in großen Tonkrügen. Außerdem stellten sie Stoffe und Werkzeuge her und hatten das Töpferhandwerk bereits außergewöhnlich weit entwickelt. Viele Geräte wurden mit großem Geschick aus gebranntem Ton hergestellt und mit reizvollen Motiven bemalt, Obsidian und andere harte Steine zu Vasen, Amuletten und Stempelsiegeln verarbeitet. Für rituelle und religiöse Zwecke wurden weibliche Statuetten aus Ton geformt. Die Toten wurden meist in einer gebeugten Position bestattet, wobei ihre Knie bis zum Kinn hochgezogen waren.
Die assyrische Kultur ist in vielerlei Hinsicht der babylonischen ähnlich. So ist mit Ausnahme der königlichen Jahrbücher ihre Literatur nahezu identisch mit der der Babylonier. Zahlreiche assyrische Könige, insbesondere Assurbanipal, sorgten für die Erweiterung ihrer Bibliotheken durch Kopien babylonischer Schriften. Auch die Gepflogenheiten im Gemeinschafts- und Familienleben, wie Hochzeitsbräuche oder Eigentumsgesetze, waren den babylonischen ähnlich. Die drei assyrischen Sammlungen von Gerichtsdokumenten und Gesetzesniederschriften, die bis jetzt entdeckt wurden, zeigen zahlreiche Gemeinsamkeiten mit sumerischen und babylonischen Gesetzen, ebenso gab es im Tempelbau und im Bereich der darstellenden Kunst (Statuen) viele Übereinstimmungen. Mit Ausnahme des babylonischen Gottes Marduk, der durch den assyrischen Nationalgott Assur ersetzt wurde, gilt dies auch für den religiösen Kult der Assyrer. Der wichtigste kulturelle Beitrag der Assyrer lag auf dem Gebiet der Kunst und Architektur (siehe mesopotamische Kunst und Architecktur). Im 3. Jahrtausend v. Chr. geriet Assyrien unter den Einfluss der südlich gelegenen sumerischen Zivilisation. Um 2400 v. Chr. wurde das Land Teil des Reiches von Sumer und Akkad. Nach dessen Zusammenbruch um 1950 v. Chr. wurde Assur unabhängig und in der Folge zur Drehscheibe des Handels in der gesamten Region. Um 1850 v. Chr. kolonisierten assyrische Händler Gebiete in Zentralanatolien (siehe Kleinasien) und trieben einen blühenden Handel mit Kupfer, Silber, Gold, Zinn und Textilien.
Im 18. Jahrhundert v. Chr. wurde von Schamschi-adad I. erstmals ein assyrisches Reich begründet, das jedoch bereits in der folgenden Generation in Abhängigkeit von fremden Mächten geriet. Sein Sohn Ischme-dagan I. wurde von Rimsin von Larsa besiegt und später Vasall des berühmten babylonischen Königs Hammurapi. Die babylonische Herrschaft war freilich nur von kurzer Dauer. Die Kassiten eroberten im 16. Jahrhundert v. Chr. Babylonien und ergriffen die politische Macht. In der Folgezeit drangen die Churriter aus dem Norden Mesopotamiens ein und etablierten ihr Königreich Mitanni als Machtfaktor in der Region. Um 1450 v. Chr. wurde Assyrien ein Vasallenstaat Mitannis, das seinen Einflussbereich auf den gesamten Norden Mesopotamiens ausgeweitet hatte, und blieb bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts unter dessen Kontrolle. Allerdings geriet Mitanni seinerseits zunehmend unter den Druck des Hethiter-Reiches in Kleinasien. Aufgrund dieser Gegebenheiten kann man von einem altassyrischen Reich nur unter Vorbehalt sprechen.
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