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  • Französisch-Westafrika – Wikipedia

    Französisch-Westafrika (frz. Afrique occidentale française, oder A.O.F.) war von 1895 bis 1958 die Bezeichnung für die Föderation der französischen Besitzungen in Westafrika.

  • Louis Archinard – Wikipedia

    KURZBESCHREIBUNG: französischer General in Französisch-Westafrika: GEBURTSDATUM: 11. Februar 1850: GEBURTSORT: Le Havre: STERBEDATUM: 8. Mai 1932: STERBEORT: Villiers-le-Bel, Frankreich

  • Französisch-Westafrika - Brockhaus Wissen von A - Z

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Französisch-Westafrika

Enzyklopädieartikel

Französisch-Westafrika (Afrique-Occidentale Française, kurz AOF), Territorien in Westafrika, die von 1895 bis 1946 zum französischen Kolonialreich, danach zur Französischen Union gehörten (bis 1958/60). Das Gebiet umfasste die heute unabhängigen, aber immer noch an Frankreich eng angelehnten Staaten Benin, Guinea, Elfenbeinküste, Mali, Mauretanien, Niger, Senegal und Burkina Faso.

Der Verwaltungssitz des Generalgouvernements war Dakar, das 1857 gegründet worden war. Der Generalgouverneur verfügte über den Haushalt, die Truppen und die Verwaltung; er war nur dem zuständigen Minister verantwortlich. Die Fläche Französisch-Westafrikas war rund neunmal so groß wie die Frankreichs. Als Zollunion mit einer Währung war das Gebiet zum Nutzen Frankreichs nach außen hin abgeschottet. Das durch die Kolonisierung der Länder eingerichtete Wirtschaftssystem war darauf ausgerichtet, Rohstoffe außer Landes zu schaffen. Die Infrastrukturentwicklung war daher auf den Handel bzw. Abtransport von Gütern zum Meer ausgerichtet. Für den Bau von Straßen und Eisenbahnlinien mussten die Einheimischen Zwangsarbeit leisten; anfangs griff man auch auf Sklavenarbeit zurück, um den Arbeitskräftemangel zu decken. Die staatliche Kolonialverwaltung bemühte sich nach Kräften, den Erfolg privater Unternehmungen sicherzustellen. Basis der Kolonialbürokratie war der lokale Kreiskommandant, der alle staatlichen Funktionen vom Richter bis zum Militärchef in Personalunion in sich vereinte. Das Kolonialsystem verstand es, die Häuptlinge zu integrieren und zu funktionalisieren, so dass traditionelle Loyalitäten genutzt werden konnten. 1903 wurde ein staatliches Schulwesen eingeführt, das zur Herausbildung einer einheimischen Verwaltungselite führte. Ein begrenzter Aufstieg war für die Einheimischen auch in der Armee möglich; so setzte Frankreich schwarze Hilfstruppen u. a. auch während des 1.  Weltkrieges ein. Bei der Aufnahme in die Armee wurde ebenfalls Zwang angewendet. Die einheimische Bevölkerung litt insbesondere unter eingeschleppten Krankheiten aus Europa; Geldsteuern hatten u. a. die Wirkung, dass die Bevölkerung in den Dienst der Kolonialmacht treten musste.

Ausgangspunkt der Kolonisierung Französisch-Westafrikas war der Senegal mit den französischen Gemeinden Saint-Louis, Gorée, Dakar und Rufisque. Mit dem Senegal bestanden seit dem frühen 17. Jahrhundert Handelsbeziehungen. Im 19. Jahrhundert trieb General Faidherbe (1818-1889) die Kolonisierung voran: Er gründete Dakar, schuf eine beispielhafte Kolonialverwaltung und trieb den Vormarsch in Richtung Niger und Tschad voran; gleichzeitig fanden militärische Vorstöße von Norden und Süden her statt. Ziel war nunmehr die Kontrolle des Landesinneren, auch der Ausschluss konkurrierender Kolonialmächte (insbesondere Großbritannien und Italien). Im Vorfeld (1881) hatte man bereits Tunesien zum französischen Protektorat erklärt. Wichtige Stationen des französischen Vorgehens waren 1892 die Einrichtung des Französischen Sudan (heute Mali), der von großer strategischer Bedeutung war; 1898 wurde das legendäre Timbuktu endgültig in Besitz genommen. 1893 wurde die Kolonie Elfenbeinküste eingerichtet, 1894 Abomey erobert. Ein Jahr später wurden zunächst Senegal, Sudan, Guinea und Elfenbeinküste in einer Verwaltungseinheit, dem Generalgouvernement, zusammengeschlossen; später kamen Dahomey, Obervolta und Mauretanien hinzu, 1922 schließlich die Kolonie Niger. Insgesamt erforderte die Schaffung Französisch-Westafrikas einen hohen militärischen Einsatz und verlief zum Teil sehr grausam; möglich geworden war die Eroberung durch überlegene Waffen und medizinische Fortschritte (siehe Chinin). Einheimische Reiche wie die Al Haji Omars, Samory Tourés oder Rabehs wurden von den Franzosen zerschlagen. Nach dem Zusammenschluss mit Französisch-Äquatorialafrika stand ein riesiges Gebiet unter französischer Kontrolle. Der Versuch, den Vormarsch in Richtung Osten bis zum Nil fortzusetzen, scheiterte an den Briten (Faschodakrise).

Die Dekolonisation Französisch-Westafrikas nach dem 2. Weltkrieg verlief weitgehend gewaltlos, wobei Guinea eine Vorreiterrolle spielte.

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