Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Wertpapierhandel und Finanzierung

Windows Live® Suchergebnisse

  • Wertpapierhandel Jobs

    Hier finden Sie passende Stellenangeboten aus dem Bereich Wertpapierhandel. Mit StepStone schnell zum richtigen Job aus dem Bereich Wertpapierhandel

  • LANG & SCHWARZ Gruppe, Düsseldorf

    Lang und Schwarz Gruppe, Düsseldorf. Auf dieser Website können neben dem Produktportfolio des Finanzexperten außerbörsliche (bis 22:00 Uhr) Realtimekurse abgefragt werden.

  • BaFin - HTTP Status 404

    Unternehmen. Aufsicht über Banken, Versicherer, Finanz- und Anlagegesellschaften sowie Fonds

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Wertpapierhandel und Finanzierung

Enzyklopädieartikel
Multimedia
New York Stock ExchangeNew York Stock Exchange
Artikelgliederung
1

Einleitung

Wertpapierhandel und Finanzierung, Begriff für den Kauf und den Verkauf von Urkunden, die ihrem Besitzer bestimmte Rechte auf eine Reihe künftiger Geldbewegungen, vor allem Transaktionen an Finanzplätzen verleihen. Diese Urkunden nennt man Finanzanlagen oder Wertpapiere; zu ihnen zählen beispielsweise festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und Anleihen, die von Finanzinstituten ausgegeben werden.

Der ursprüngliche Verkäufer eines Wertpapiers wird als Emittent bezeichnet. Emittenten haben einen sofortigen Bedarf an Bargeld, während die Käufer von Wertpapieren über überschüssige Bargeldbestände verfügen. Wenn der Emittent dem Käufer ein Wertpapier verkauft, profitieren davon beide Parteien; der Emittent erhält die sofortige Verfügungsmöglichkeit über Bargeld, der Käufer erhält einen Anspruch auf eine künftige finanzielle Transaktion, in deren Verlauf er nicht nur das ursprünglich von ihm angelegte Geld zurückerhält, sondern auch einen Gewinn (z. B. in Form von Zinsen) macht.

2

Finanzmärkte

Transaktionen zwischen einem Erstemittenten und dem Käufer nennt man Primärmarkttransaktionen. Viele Finanzanlagen, die am Primärmarkt begeben werden, können vom ursprünglichen Käufer an den so genannten Sekundärmärkten an andere Personen weiterverkauft werden. Das Handeln von marktfähigen Wertpapieren an Sekundärmärkten hat nichts mehr mit dem Emittenten zu tun; dort wechselt nur der rechtmäßige Besitzer des Wertpapiers. Beispiele von offiziellen Sekundärmärkten sind Aktienbörsen. Die bedeutendsten Aktienbörsen sind die Börsen von New York, London, Tokyo und Frankfurt am Main. Sekundärmarkttransaktionen, die nicht auf dem so genannten Parkett, d. h. an den offiziellen Börsen gehandelt werden, bezeichnet man als Freiverkehrs- oder Drittmarktgeschäfte.

3

Wertpapierarten

Die meisten an den Sekundärmärkten gehandelten Wertpapiere lassen sich einer von zwei großen Gruppen zurechnen: festverzinsliche Wertpapiere (auch als Festverzinsliche, Obligationen, Bonds, Rentenwerte, Anleihen oder Schuldverschreibungen bezeichnet) und Aktien. Festverzinsliche Wertpapiere sind Kreditinstrumente, die gegen eine festgelegte Geldsumme ablösbar sind und einen ebenfalls festgelegten Zinsertrag bringen. Wichtige Merkmale von festverzinslichen Wertpapieren sind u. a. ihr Nennwert (auch Nennbetrag), Fälligkeitsdatum und Anleihezins (Zins für Festverzinsliche). Der Nennwert bezeichnet die Gesamtsumme an Bargeld, das dem Besitzer am Fälligkeitstag ausgezahlt wird. Bevor das Wertpapier fällig wird, werden jährlich Zinszahlungen in der Höhe des Anleihezinssatzes, multipliziert mit dem Nennwert, gezahlt. Diese Zahlungen bedeuten für den Besitzer einen Gewinn. Wenn der Anleihezinssatz bei der Emission am Primärmarkt einmal festgelegt worden ist, ändert er sich nicht mehr, auch nicht in Reaktion auf marktbedingte Zinsänderungen. Stattdessen ändert sich der Marktwert des festverzinslichen Wertpapiers. Wenn der Anleihezinssatz eines Festverzinslichen dem allgemeinen marktüblichen Zinsniveau entspricht, wird der Marktwert dieses Papiers gleich seinem Nennwert sein. Wenn der Anleihezinssatz höher als die zu dem gegebenen Zeitpunkt aktuellen Zinssätze ist, wird das Festverzinsliche mit einem Aufschlag auf seinen Nennwert gehandelt. Liegt der Anleihezinssatz jedoch niedriger als die aktuellen Zinssätze, wird das Wertpapier mit einem Abschlag von seinem Nennwert verkauft. Die Zahlung von Zinserträgen aus festverzinslichen Wertpapieren stellen eine rechtliche Verpflichtung dar, die bei Zahlungsunfähigkeit den Bankrott des Zahlungspflichtigen bedeuten kann.

Vorzugsaktien ähneln Festverzinslichen insofern, als dass sie einen festen Nennwert und festgelegte Dividendenzahlungen haben (Vorzugsdividende; entspricht dem Anleihezinssatz). Im Gegensatz zu den Festverzinslichen haben sie jedoch keinen festgelegten Fälligkeitstermin; außerdem können die jährlichen Dividendenzahlungen auch für einige Jahre ausgesetzt werden, ohne dass dies für den Emittenten den Bankrott bedeutet. Stammaktien bringen keine festen jährlichen Zahlungen und haben auch keinen Fälligkeitstermin. Diese Wertpapiere haben eine unbegrenzte Laufzeit, während der Bargeldzahlungen nur zu erwarten sind, wenn der Emittent zufrieden stellende Gewinne verzeichnen kann. Da die Bargeldzahlungen bei festverzinslichen Wertpapieren am sichersten sind, gelten sie als risikoärmste Geldanlage und lassen nur eine geringe Rendite erwarten. Vorzugsaktien sind riskanter als Festverzinsliche und sicherer als Stammaktien. Stammaktien sind die Investitionsmöglichkeit, die mit dem größten Risiko behaftet ist, aber auch die höchsten zu erwartenden Erträge bringt.

Es gibt private und öffentliche Wertpapieremittenten. Emittenten im privatwirtschaftlichen Bereich können Privatpersonen, Personengesellschaften oder sonstige Kapital- oder Aktiengesellschaften sein. Öffentliche Emittenten sind in Deutschland im Wesentlichen der Bund und die Länder, aber auch Kommunen beschaffen sich mittlerweile Mittel über den Kapitalmarkt.

4

Finanzierung in der Privatwirtschaft

Einzelpersonen, Personengesellschaften und Aktien- bzw. Kapitalgesellschaften begeben Finanztitel, um mit dem Geld verschiedene Vermögensanlagen zu erwerben. Da Aktiengesellschaften den wichtigsten privaten Wirtschaftsfaktor darstellen, sind sie der Hauptgegenstand des folgenden Abschnitts. Aktiengesellschaften stocken ihr Kapital durch den Verkauf von Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren auf, oder sie greifen zur Finanzierung vorübergehender finanzieller Engpässe auf Bankkredite zurück.

Der Finanzvorstand muss entscheiden, in welche Vermögensanlagen seine Firma am besten investiert und wie diese Anlagen finanziert werden sollen. Entscheidungen im Bereich Vermögensinvestition werden anhand zweier Kriterien gefällt: der erwarteten Erträge und der Risiken. Um die zukünftigen Erträge eines Projekts einschätzen zu können, werden detaillierte Prognosen von potentiellen Verkaufszahlen, Aufwendungen und Gewinnen erstellt. Das mit dem Projekt verbundene Risiko hängt davon ab, wie sicher sich die Firma bezüglich der jährlichen Gewinne ist.

Die Finanzierungsentscheidung basiert einzig und allein auf der Wahl eines Finanzierungsabkommens, mit der sich die Kosten des Unternehmens minimieren lassen. Ähnlich wie bei der Frage, in welche Vermögensanlagen investiert werden soll, werden hier die Finanzierungskosten als jährliche Rate ausgedrückt. Finanzierungskosten von neuen Aktienemissionen setzen sich beispielsweise aus der geringstmöglichen Dividende und der Wertsteigerung zusammen, die der Käufer der Aktie erwartet.

Zurück
| |
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft