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Germanische Sprachen

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Germanische Sprachen, Zweig der indogermanischen Sprachen. Germanische Sprachen werden von über 480 Millionen Menschen in Nord-, West- und Mitteleuropa, Nordamerika, Südafrika und Australien gesprochen. Nach Struktur und Entwicklung lassen sich drei verschiedene Zweige unterscheiden:

  • 1. Ostgermanisch (ausgestorben): Gotisch und einige andere ausgestorbene Sprachen wie Burgundisch, Langobardisch und Wandalisch, wobei nur vom Gotischen Zeugnisse überliefert sind.
  • 2. Nordgermanisch oder Skandinavisch: Zur westlichen Gruppe zählen Isländisch, Norwegisch und Färöisch (Zwischenform isländischer und westnorwegischer Dialekte); zur östlichen Gruppe gehören Dänisch und Schwedisch.
  • 3. Westgermanisch: Zur anglofriesischen Gruppe zählen Englisch (auch amerikanisches Englisch) und Friesisch, zur niederländisch-germanischen Gruppe zählen Niederländisch (bzw. Flämisch) und die plattdeutschen Dialekte, Afrikaans, Deutsch (Hochdeutsch) und Jiddisch.

Die germanischen Sprachen werden wegen ihrer Ähnlichkeit in Phonologie, Grammatik und Wortschatz zusammengefasst und gehen vermutlich auf ein Ur-Germanisch zurück, von dem es keine Überlieferungen gibt. Gemeinsame Merkmale sind Eigenschaften, die durch die erste Lautverschiebung zustande gekommen sind, die Verlagerung des Wortakzents auf die erste Silbe, Reduktion der Kasusmarkierung, Vereinfachung der Verbkonjugation, in der Verbmorphologie die Herausbildung starker Verben sowie die Differenzierung zwischen starker und schwacher Flexion bei den Adjektiven.

Siehe auch Runen; Verner’sches Gesetz

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