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    Dieser Artikel erläutert den Staat Kenia; die Umschrift für einen gleichlautenden georgischen Fußballspieler ist Qenia.

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Kenia

Enzyklopädieartikel
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Kenia (Flagge und Hymne)Kenia (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
5.1

Exekutive und Legislative

Staatsoberhaupt und zugleich Regierungschef war der mit weitreichenden Vollmachten ausgestattete Staatspräsident; seit einer Verfassungsänderung von 2008 muss er die Macht jedoch mit einem Premierminister teilen. Der Präsident wird direkt vom Volk für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Von den 224 Mitgliedern der Nationalversammlung werden 210 direkt gewählt und je sechs von Regierung und Opposition ernannt; der Sprecher und der Generalstaatsanwalt sind Mitglieder aufgrund ihres Amtes.

5.2

Judikative

Das kenianische Gerichtswesen besteht aus zwei höheren Gerichten und verschiedenen untergeordneten Gerichten. Bei den beiden höheren Gerichten handelt es sich um das Appellationsgericht mit einem Vorsitzenden und fünf beigeordneten Richtern und den High Court of Kenya mit sieben Richtern. Zu den untergeordneten Gerichten gehören die Lokal- und Bezirksgerichte sowie die religiösen Kadi-Gerichte, bei denen nach islamischem Recht verfahren wird.

5.3

Kommunalverwaltung

Kenia ist in sieben Provinzen eingeteilt: die Zentral-, Nordost- und Ostprovinz, Nyanza, Rift Valley und die Westprovinz; dazu kommt der unabhängige Verwaltungsbezirk Nairobi. Verantwortlich für die kommunale Verwaltung sind die Provinzbeiräte, deren Mitglieder vom Präsidenten ernannt werden. Die Provinzen sind in 40 Distrikte untergliedert, deren Verwaltungsaufgaben von Bezirksräten übernommen werden. Die höheren kommunalen Behörden sind auf Stadträte und Kreisräte verteilt. Unterhalb dieser Ebene sind zahlreiche Dorfräte, Marktgemeindebehörden und Gebietsräte angesiedelt. Obwohl all diese Gruppen der Zentralregierung verantwortlich sind, besteht doch ein hohes Maß an lokaler Autonomie. Viele dieser Räte erheben eigene Steuern zur Finanzierung öffentlicher Gesundheitsmaßnahmen sowie öffentlicher Bauvorhaben und Wohlfahrtsprogramme. Zudem leisten diese Körperschaften finanzielle Beiträge zum lokalen Bildungswesen. Der Bezirk Nairobi genießt einen Sonderstatus.

6

Wirtschaft

Die überwiegende Mehrheit der geschätzten 16,7 Millionen Erwerbstätigen des Landes arbeitet entweder als Subsistenzfarmer bzw. -hirten oder in der so genannten Schattenwirtschaft als Kleinhändler, Handwerker und Kleinunternehmer. Die Landwirtschaft bildet zusammen mit Forstwirtschaft und Fischerei den wichtigsten Wirtschaftssektor. 77 Prozent der Erwerbstätigen sind in diesem Sektor beschäftigt, über den mehr als 60 Prozent der Exportgewinne erzielt wurden. Bergbau spielt eine verhältnismäßig geringe Rolle. In der Industrie ist Wachstum zu verzeichnen; dieser Sektor trägt 18,8 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Staates bei (2006) und ist damit bedeutender als in vielen anderen schwarzafrikanischen Staaten. Nach dem 2. Weltkrieg wies die kenianische Wirtschaft mit die höchsten Wachstumsraten der Welt auf, was auf gewaltige Auslandsinvestitionen und den Zustrom europäischer Wirtschaftsfachleute und Techniker zurückzuführen ist. Nach der Unabhängigkeit schloss sich Kenia 1967 mit Tansania und Uganda zur Ostafrikanischen Gemeinschaft zusammen, deren Ziel in der Entwicklung eines gemeinsamen Güter- und Dienstleistungsmarktes bestand; 1977 wurde der Zusammenschluss wieder aufgehoben. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 22 779 Millionen US-Dollar (2006).

6.1

Landwirtschaft

11 Prozent der Fläche Kenias können landwirtschaftlich genutzt werden. Die nördliche Region, die fast zwei Drittel des gesamten Staatsgebiets umfasst, besteht hauptsächlich aus Wüste und Halbwüste. Obwohl nur etwa 8,2 Prozent des Landes Ackerland sind (2003), verfügt Kenia über eine äußerst diversifizierte Landwirtschaft, die fast sämtliche Grundnahrungsmittel produziert. Im Hochland, der wichtigsten landwirtschaftlichen Region, werden Kartoffeln, Kaffee, Tee, Baumwolle, Getreide, Bohnen, Erdnüsse und Tabak angebaut; an der Küste und im Tiefland Zuckerrohr, Mais, Maniok, Ananas, Sisal (siehe Agave), Baumwolle und Cashewnüsse. Zu den bedeutendsten Exportprodukten gehören Kaffee, Tee, Pyrethrum (ein Insektizid aus Chrysanthemen, siehe Pyrethroide), Sisal und Gartenbauprodukte. Eine wichtige Rolle spielen Viehzucht und Milchwirtschaft. Eine landestypische Spezialität ist Ghee, eine halbfeste, klare Butter.

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