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Marguerite Duras, eigentlich Marguerite Donnadieu, (1914-1996), französische Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihr Drehbuch zum Film Hiroshima mon amour und durch den Roman L’amant (1984, Der Liebhaber). Ihr Pseudonym wählte sie nach dem kleinen südfranzösischen Dorf Duras, in dem sie als Kind glückliche Ferientage verbrachte. Duras wurde am 4. April 1914 in Gia Dinh (Vietnam) geboren. 1932 ging sie nach Frankreich, wo sie nach einem Studium der Rechts- und Politikwissenschaften zwischen 1935 und 1941 im Kolonialministerium arbeitete und sich in der Résistance engagierte. Nach dem 2. Weltkrieg arbeitete sie als Journalistin beim Observateur. Ihr erster bedeutender Roman, Un Barrage contre le Pacifique (1950, Heiße Küste), handelt von einer verarmten französischen Familie in Indochina. Zu Duras’ weiteren zahlreichen Werken, deren zentrales Motiv Vereinzelung und Entfremdung bzw. Liebe und Tod sind, gehören Moderato cantabile (1958), der autobiographische Roman L’amant (1984, Der Liebhaber) und die Erzählung La douleur (1985, Der Schmerz). L’amant wurde 1991 von Jean-Jacques Annaud mit Jane March und Tony Leung in den Hauptrollen verfilmt. 1960 verfasste Duras das Drehbuch zu Alain Resnais’ Film über die unglückliche Liebe zwischen einer Französin und einem Japaner, Hiroshima mon amour, mit dem sie sich auch als Filmautorin etablierte. Nachdem sie bereits früher mehrere ihrer Werke für die Verfilmung bearbeitet hatte, drehte sie 1969 mit Détruire dit-elle (Zerstören, sagt sie) nach ihrem gleichnamigen Roman über die Pariser Studentenunruhen ihren ersten eigenen Film. Danach entstanden nach eigenem Drehbuch u. a. die experimentellen Filme India Song (1975) und Les enfants (1985). Duras’ literarisches Frühwerk ist vom Neorealismus und vom amerikanischen Roman in der Tradition Ernest Hemingways geprägt. Später wandte sie sich experimentellen Formen wie dem Nouveau Roman zu. Duras starb am 3. März 1996 in Paris. Weitere Werke der Autorin sind die Romane La vie tranquille (1944, Ein ruhiges Leben), Le marin de Gibraltar (1952, Der Matrose von Gibraltar), Les petits chevaux de Tarquinia (1953, Die Pferdchen von Tarquinia), Des journées entières dans les arbres (1954, Ganze Tage in den Bäumen; als Drama 1965), La ravissement de Lol V. Stein (1964, Die Verzückung des Lol V. Stein), Le vice-consul (1966, Der Vize-Konsul), L’amant anglaise (1967, Die englische Geliebte; als Drama 1968), L’amour (1971) und La maladie de la mort (1983, Die Krankheit Tod) sowie die Dramen Les viaducs de Seine-et-Oise (1960, Die Viadukte) und Savannah Bay (1982).
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