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Afroamerikanische Musik

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Dizzy GillespieDizzy Gillespie
Artikelgliederung
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Einleitung

Afroamerikanische Musik, Sammelbezeichnung für die Musik von Afrikanern – die als Sklaven nach Nord- und Südamerika deportiert wurden – und deren Nachkommen. In der frühen afroamerikanischen Musik der Vereinigten Staaten verbanden sich musikalische Formen aus Afrika mit Sprache und Strukturen europäischer Musik. Diese Musik, die sich aus work songs (Arbeitsliedern), calls (kurzen Ausrufen), street and field cries, hollers (Schreien), Liedern in Reimform und Spirituals zusammensetzte, spielte eine wichtige Rolle im Leben der Sklaven: Sie sangen während der Arbeit, gestalteten Gottesdienste und hielten mit der Musik die Kommunikation innerhalb der Gruppe aufrecht. Nicht zuletzt half ihnen die Musik auch dabei, besser mit der psychischen Belastung der Sklaverei zurechtzukommen. Viele der Lieder bedienten sich der afrikanischen Form des call and response, der Frage und Antwort: Ein Vorsänger gab die Melodielinie vor, der Rest der Gruppe fiel beim Refrain ein. Diese Form ging neben einer Reihe echter afrikanischer Lieder in das afroamerikanische Spiritual ein. Sowohl das geistliche Spiritual als auch später der weltliche Blues bedienten sich der afrikanischen Tradition, Variationen zu improvisieren. Aus der afrikanischen Trommeltradition wurde zudem die Polyrhythmik übernommen, bei der gleichzeitig unterschiedliche rhythmische Muster mit unterschiedlichen Metren kombiniert wurden. Das Zusammenspiel gegensätzlicher Rhythmen wurde in eine spätere Form der afroamerikanischen Musik übernommen: den Jazz.

Obwohl es sich beim Spiritual um geistliche Musik handelt, war es die vorherrschende afroamerikanische Musikform im 19. Jahrhundert. Weltliche Musik spielte nur eine untergeordnete Rolle. Wie die Spirituals wurden auch die Work songs, Calls und Cries ohne musikalische Begleitung gesungen. Zu den ersten Instrumenten der Sklaven gehörten Trommeln und das von ihnen entwickelte Banjo. Später wurden auch Flöte, Violine und Gitarre benutzt. Aus Gitarre, Geige und Banjo bestand in der Regel auch die Besetzung der so genannten „String Bands”, die die Musik für die euroamerikanischen Gesellschaftstänze des 19. Jahrhunderts lieferten: Jigs, Reels, Buck and Wing, Kotillon und Quadrille. Behelfsmäßige Instrumente wie der Skiffle-Bass (ein Kontrabass auf einer Waschwanne) und Krüge kamen bei den String Bands ebenfalls zum Einsatz.

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Der Jazz und seine Vorläufer

Im Anschluss an den Amerikanischen Bürgerkrieg entstanden zahlreiche Lieder und Balladen, der Blues nahm allmählich seine moderne Form an. Die Musik der schwarzen Minstrel Shows, der String Bands, der Brass Bands und des Honky Tonk Pianos begann sich allmählich durchzusetzen, es entstanden nach und nach Gattungen wie der Cakewalk und der Ragtime. Nachdem der Ragtime im Süden und im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten entstanden war, entwickelte er sich in Saint Louis (Missouri) zu seiner klassischen Form weiter und wurde schließlich von Pianisten wie Scott Joplin perfektioniert. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts verschmolzen die musikalischen Stile der Schwarzen in Amerika, und es entstand eine neue amerikanische Musik, der so genannte Jazz. Der Jazz erlebte seine erste Blüte in New Orleans, Louisiana, und trat von dort aus seinen Siegeszug über das ganze Land an. Zu den wichtigsten Musikern des Jazz gehörten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Louis Armstrong, Fletcher Henderson, Billie Holiday, Duke Ellington und Dizzy Gillespie.

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Mitte des 20. Jahrhunderts

In den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Rhythm and Blues aus einer Mischung von ländlichem Blues und schwarzem Big Band Swing. Die Ensembles bestanden aus einem Solosänger bzw. Soloinstrumentalisten. Diese wurden von einer Rhythmus- bzw. Begleitgruppe unterstützt. Zu den Pionieren, die den Rhythm and Blues populär gemacht haben, gehören T-Bone Walker, Little Walter, Louis Jordan, Fats Domino, James Brown, Ray Charles und Ruth Brown. Der Rhythm and Blues ist die Grundlage, auf der sich die gesamte schwarze Musik, die amerikanische Rockmusik sowie die Popmusik nach 1950 entwickelt haben.

Beim Soul handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Rhythm and Blues. Im Grunde genommen wird dabei der Rhythm and Blues der fünfziger Jahre mit verschiedenen Formen der Gospelmusik verbunden. Der Soul kommt in zwei wichtigen Erscheinungsformen vor: Eine Form ist der glatte, anspruchsvolle Motown-Sound, der von der Motown Record Company geprägt wurde, die Künstler wie Stevie Wonder, The Supremes und The Temptations unter Vertrag hatte. Die andere Erscheinungsform ist der eher gospelorientierte Memphis-Sound, zu dessen wichtigsten Vertretern Otis Redding und Booker T. and the MGs zählen. Die Wurzel der Gospel-Bewegung geht zurück auf die Gottesdienste der Black Holiness Church und die von Charles A. Tindley, eines Geistlichen aus Philadelphia, aufgenommenen Songs. Unter Einbeziehung von Elementen der Work songs, Hollers, Cries, Spirituals sowie des Blues und Jazz wurde die schwarze Gospelmusik unter dem Musiker Thomas A. Dorsey und der Sängerin Roberta Martin weiterentwickelt und in einigen schwarzen Gemeinden zu einem wichtigen Bestandteil des Gottesdienstes. Zu den wichtigsten Interpreten der Gospelmusik gehören Mahalia Jackson, die Clouds of Joy, James Cleveland sowie Andrae Crouch and the Disciples.

In den siebziger Jahren entstand in den Straßen New Yorks eine neue musikalische Form: der so genannte Rap. Das Album Rapper’s Delight der Band Sugar Hill Gang (1979) war das erste kommerziell erfolgreiche Rap-Album. Auf der Basis von Funk- und Hardrock-Elementen sowie vielfältiger Sounds singen die Rapper oft komplizierte rhythmische Verse. In den Texten geht es meist um das Leben im Ghetto. In den achtziger Jahren trat die Musik ihren Siegeszug in den Vereinigten Staaten an, da sich die jungen Zuhörer mit der zornigen Ausdrucksweise der Rapper identifizierten, die soziale Missstände, Rassismus und Drogenmissbrauch anprangerten. Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre kam es zu Kontroversen, da einigen Künstlern vorgeworfen wurde, sie würden rassistische und sexistische Texte verbreiten.

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Lateinamerikanischer Einfluss

Die Beziehung zwischen lateinamerikanischer Musik und schwarzer Musik in Amerika zeigt sich am deutlichsten in der gemeinsamen Akzentuierung des Off-Beat. Zwischen 1900 und 1940 kamen lateinamerikanische Tänze, wie der Tango aus Argentinien, der Merengue aus der Dominikanischen Republik und der Rumba aus Kuba, in die Vereinigten Staaten. In den vierziger Jahren begann eine Verschmelzung von lateinamerikanischer Musik mit Elementen des Jazz. Ausgelöst wurde dies durch den afrokubanischen Mambo und den brasilianischen Bossa Nova. Ende der sechziger Jahre fand insbesondere durch Mongo Santamaria und Willie Bobo eine Mischung von lateinamerikanischer Musik und Soul statt. Der kubanisch-puerto-ricanische Salsa wurde als eigene Stilrichtung anerkannt. Im Gegenzug hat aber auch die afroamerikanische Musik z. B. in der Karibik, in Lateinamerika und in Afrika für eine Vermischung musikalischer Stile gesorgt. So entstanden der jamaikanische Reggae und seine Vorläufer, der Ska, Rocksteady und der afrikanische Highlife.

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