Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Ambrose Bierce", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Ambrose Bierce |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Ambrose BierceEnzyklopädieartikel
Ambrose Bierce (1842-1914, verschollen), amerikanischer Schriftsteller und Journalist. Mit seinen bissigen Satiren, makabren Kurzgeschichten und der zynisch-ironischen Aphorismensammlung Devil’s Dictionary (1906; Des Teufels Wörterbuch) avancierte er zu einem der bedeutendsten Vertreter des schwarzen Humors. Unter anderem beeinflusste er William Faulkner, Nathanael West und Ernest Hemingway. Ambrose Gwinett Bierce wurde am 24. Juni 1842 auf einer Farm in Meigs County (Ohio) geboren und kämpfte im Amerikanischen Bürgerkrieg zwischen 1861 und 1865 auf der Seite der Nordstaaten. Dieses Fronterlebnis wurde entscheidend für sein weiteres Lebens und prägte fortan auch sein Werk (Tales of Soldiers and Civilians, 1891; Geschichten vom Bürgerkrieg). In Anerkennung seines Dienstes durfte Bierce eine Militärexpedition in den Westen begleiten. Danach ließ er sich in San Francisco nieder und verfasste kurze politische Aperçus sowie eine Kolumne für den News-Letter. 1868 war Bierce zum Herausgeber der Zeitung aufgestiegen. Vier Jahre später übersiedelte er nach London und schrieb unter dem Pseudonym Dod Grile sarkastische Skizzen und Geschichten für die Zeitschriften Fun und Figaro. Sie wurden 1874 unter dem Titel Cobwebs from an Empty Skull (Spinnweben aus einem leeren Schädel) veröffentlicht. Bierce kehrte 1877 nach San Francisco zurück. Dort schrieb er für den Argonaut, gab die Zeitschrift Wasp heraus und verfasste eine Kolumne für William Randolph Hearsts Sunday Examiner. 1892 erschien Black Beetles in Amber, ein Jahr später der Sammelband Can Such Things Be? Letzterer enthält herausragende Beispiele phantastischer Literatur, die die Zone zwischen Erfahrbarem und nicht mehr empirisch Erfassbarem auszuloten suchen. Bierces geistreicher Witz und die von ihm entworfenen Todes- und Horrorszenarien trugen ihm den Spitznamen Bitter Bierce ein. Sein souveräner Umgang mit der Form der Kurzgeschichte und die oftmals überraschend pointierte, grausam-detaillierte, aber immer auch subtile Beschreibung psychischer Grenzzustände sicherte ihm einen Platz neben den frühen amerikanischen Meistern dieser Gattung, Edgar Allan Poe und Bret Harte, der in San Francisco sein Lehrmeister gewesen war. Meisterlich ist vor allem die Erzählung An Occurrence at Owl Creek Bridge (1891; Eine Begebenheit an der Owl-Creek-Brücke), in der sich die beschriebene Rettung des Pflanzers Peyton Farquhar gegen Ende überraschend als Wunschphantasie des wegen Sabotage Verurteilten kurz vor seinem Tod durch Erhängen erweist. Der Delinquent, der glaubt, das Seil sei gerissen und er selbst nach abenteuerlicher Flucht zu Hause angelangt, erblickt seine Frau, als plötzlich „ein blendendes Licht alles um ihn herum auslöscht, mit einem Donner wie von einem Kanonenschuß – dann ist alles dunkel und still. Peyton Farquhar war tot, mit gebrochenem Hals schwang sein Körper sanft unter den Balken der Owl-Creek-Brücke hin und her”. Diese Technik der plötzlichen Schlusswendung, auf die hinauslaufend im Nachhinein die ganze Geschichte komponiert erscheint, findet sich später bei O. Henry wieder. Von 1899 bis 1913 war Bierce in Washington D.C. für den Hearst-Konzern tätig und überarbeitete seine eigenen Werke. 1899 kam mit Fantastic Fables (Phantastische Fabeln) eine Zusammenstellung literarischer Angriffe gegen Spezialistentum, Geldgier und die Eitelkeit des weiblichen Geschlechts heraus. 1906 erschien unter dem Titel Cynic’s Wordbook das Devil’s Dictionary (Des Teufels Wörterbuch), dessen gelungenste Aphorismen und Epigramme durch präzis-paradoxe Definition voll geistreichem Witz bestechen. 1913 ging Bierce nach Mexiko, um als Reporter über den Aufstand des Pancho Villa und den dortigen Bürgerkrieg zu berichten. Er verschwand spurlos. Seine zwölfbändigen Collected Works wurden zwischen 1909 und 1912 herausgegeben. In deutscher Sprache liegt eine Ausgabe der Gesammelten Werke in vier Bänden (1986-1989) vor.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |