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KolumbienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Abgesehen von den Bergbaubetrieben gehören zu den bedeutenden Industriezweigen Kolumbiens neben Textil-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie der chemischen Industrie z. B. der Maschinen- und Fahrzeugbau, die Gummi- und Papierindustrie sowie die Petrochemie und Elektrotechnik. Die meisten Industriestandorte sind in den Ballungszentren in den Kordilleren (z. B. Cali, Medellín, Bogotá) sowie an der Nordküste in Cartagena, Santa Marta und Barranquilla angesiedelt.
Die kolumbianische Währung ist der Peso (ein Peso entspricht 100 Centavos). Die Staatsbank gibt die Banknoten aus und übt das Münzrecht sowie das Salz- und Smaragdmonopol für die Regierung aus. Außerdem spielt sie im währungspolitischen Ausschuss eine maßgebliche Rolle bei der Gestaltung der Geldpolitik. Über 25 Geschäftsbanken, die staatliche Entwicklungsbank und weitere amtliche und halbamtliche Finanzinstitute sind in Kolumbien tätig. Bogotá, Medellín und Cali sind Börsenplätze.
Mit über einem Drittel des jährlichen Exportertrags ist Kaffee der Hauptexportartikel Kolumbiens. Erdöl, Baumwollprodukte, Schnittblumen, Bananen, Chemikalien, Zucker, Steinkohle, Gold, Smaragde und Vieh sind weitere wichtige Exportwaren. Eingeführt werden vor allem Maschinen und Transportausrüstungen, chemische Erzeugnisse, Metalle und Metallerzeugnisse sowie Nahrungsmittel. Die Vereinigten Staaten und Kanada sind Kolumbiens wichtigste Handelspartner. Kolumbien hält außerdem Handelsbeziehungen zu Ländern der Europäischen Union, Puerto Rico, Argentinien, Brasilien, Chile, Mexiko, Venezuela sowie Japan. Die Kosten für Importe übersteigen wertmäßig die Erlöse aus dem Exportgeschäft. Die Auslandsverschuldung ist mit fast 29 Milliarden US-Dollar (1996) als hoch zu bezeichnen.
Mehr als 1,6 Millionen Beschäftigte sind in Gewerkschaften organisiert, hauptsächlich in der Unión de Trabajadores de Colombia (UTC, Nationale Gewerkschaft der Arbeiter) mit 1,2 Millionen Mitgliedern und in der Confederación de Trabajadores de Colombia (CTC, Kolumbianischer Verband der Arbeiter) mit 400 000 Mitgliedern. Das Streikrecht steht laut Verfassung jedem zu, der nicht im öffentlichen Dienst beschäftigt ist.
Das starke Relief des Landes macht den Bau von Straßen und Eisenbahnlinien sehr kostspielig. Kolumbien hat ein 2 137 Kilometer langes Eisenbahnnetz (2005), das 1962 verstaatlicht wurde. Die meisten Linien sind Zubringerstrecken zum Río Magdalena, der Hauptverkehrsader des Landes. Der Fluss ist ausgehend von seiner Mündung auf rund 1 500 Kilometer schiffbar. Das Straßennetz ist 112 988 Kilometer lang (1999), einschließlich eines Teiles der Simón-Bolívar-Fernstraße, die Bogotá und andere kolumbianische Städte mit Caracas in Venezuela und Quito in Ecuador verbindet. Der Luftverkehr begann in Kolumbien 1919. Heute betreiben kolumbianische und internationale Fluggesellschaften Linien im Land. Nationale Fluggesellschaft ist die 1919 gegründete AVIANCA; sie ist das zweitälteste Flugunternehmen der Welt. 1946 einigten sich Kolumbien, Venezuela und Ecuador auf die Schaffung einer gemeinsamen Handelsmarine; 1953 zog sich Venezuela jedoch wieder zurück. Wichtige Seehäfen sind Buenaventura, Tumaco, Santa Marta, Barranquilla und Cartagena.
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