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Jugendfürsorge

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Straßenkinder auf den PhilippinenStraßenkinder auf den Philippinen

Jugendfürsorge, Begriff, der ein weites Spektrum von Sozialprogrammen bezeichnet, die zum Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen beitragen, und zwar besonders solcher Kinder und Jugendlicher, die von ihren Familien nicht ausreichend versorgt werden. Seit einigen Jahren wird der Begriff Jugendfürsorge verstärkt durch die Begriffe Jugendhilfe oder Jugendpflege ersetzt.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden staatlicherseits nur geringe Anstrengungen unternommen, Gesundheit und Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen zu schützen. 1959 nahmen die Vereinten Nationen die Kinderrechtserklärung an, in der das Recht aller Kinder der Welt festgelegt wurde, von ihren Eltern und der Gesellschaft angemessen versorgt zu werden. 1989 wurde die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen beschlossen. Sie soll die weltweit existierenden Gesetze zu den Grundrechten der Kinder auf Leben, Bildung, Schutz vor Misshandlung, Missbrauch und Ausbeutung bekräftigen.

Nach dem im Juni 1990 verabschiedeten Kinder- und Jugendhilfegesetz, das das Kinder- und Jugendhilferecht neu ordnet, wird Jugendhilfe in Deutschland als Sozialleistung verstanden, die von öffentlichen und freien Trägern erbracht wird. Zu den öffentlichen Trägern gehören u. a. Landkreise und kreisfreie Städte; freie Träger sind etwa Wohlfahrts- oder Jugendverbände.

Die Leistungen der Jugendfürsorge in Deutschland werden in allgemein angebotene Hilfen und Einrichtungen sowie Hilfen für Einzelpersonen gegliedert. Allgemein angebotene Hilfen umfassen u. a. Jugend(-sozial-)arbeit, Familienförderung und Entscheidungshilfe beim Sorgerecht; zur Hilfe für Einzelpersonen zählen etwa Erziehungsberatung oder Erziehung von Kindern in anderen Familien oder Heimen. Auch die Unterstützung von Vormündern und Pflegern gehört zu den Aufgaben der Jugendfürsorge.

Während in Österreich die Jugendfürsorge im Jugendwohlfahrtsgesetz von 1989 geregelt wird, erfolgt die Jugendhilfe in der Schweiz auf kantonaler Ebene.

Allgemeine Programme zur finanziellen Unterstützung aller Familien mit Kindern gibt es auch in zahlreichen anderen Ländern, ebenso eine staatlich unterstützte medizinische Versorgung, zahlreiche Kindertagesstätten und öffentliche Kinderheime. Allerdings unterscheiden sich Umfang und Zugänglichkeit dieser Programme von Land zu Land mitunter stark. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bemühen sich in Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern, deren – im Vergleich zu den Industrienationen – hohe Kindersterblichkeitsraten zu verringern. Die Organisationen der UN bieten auch medizinische Versorgung und technische Hilfe an. Trotz einiger Fortschritte sterben jedoch immer noch jedes Jahr zahllose Kinder an Unterernährung und Krankheiten.

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