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Francesco Guicciardini

Enzyklopädieartikel

Francesco Guicciardini (1483-1540), italienischer Historiker und Staatsmann, geboren in Florenz. Guicciardini studierte die Rechte in Ferrara, Pisa und Padua und erhielt 1506 eine Professur in Florenz. Sechs Jahre später wurde er florentinischer Gesandter am Hof von Aragonien. 1515 trat er in die Dienste des Papstes Leo X. ein und wurde päpstlicher Gouverneur in Reggio und Modena, 1521 zusätzlich in Parma. 1524 ernannte ihn Papst Klemens VII. zum Vizeregenten der Romagna und 1526 zum Leiter der päpstlichen Außenpolitik. 1531 bis 1534 regierte er Bologna und trat dann in die Dienste der Medici-Familie.

Der Zyniker Guicciardini hasste die despotischen Fürsten, denen er diente, zutiefst. Seine letzten Lebensjahre widmete er der Niederschrift der Storia d’Italia (posthum veröffentlicht 1561-1564), eines der größten Geschichtswerke des 16. Jahrhunderts. Dieses Buch ist deshalb so bemerkenswert, weil es zum einen mit seinen Quellen sehr kritisch umgeht, zum anderen behandelt es Italien nicht als Gruppe getrennter Einzelstaaten, sondern als Gesamtheit und bietet ein sehr glaubhaftes Bild der Politik um 1500.

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