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Opfer (lateinisch operari: arbeiten, der Gottheit dienen), ritueller Akt, durch den einem Gott oder anderen geistlichen Wesen eine geheiligte Gabe dargebracht wird, die ein heiliges Band zwischen Mensch und Gott schafft, aufrechterhält oder wieder herstellt. Opfergaben können Menschen oder Tiere (Blutopfer) oder Früchte, Getreide, Blumen und Wein sein (unblutige Opfer).
Das Opfer spielt in vielen antiken Religionen eine zentrale Rolle. Die alten Griechen opferten Tiere (wie Ziegen, Schafe, Pferde, Hunde und Rinder); manchmal verzehrten sie dabei in einem Festmahl Teile des Opfertieres, um dadurch in Verbindung mit den Göttern zu treten. In Mexiko brachten die Azteken vor der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert dem Sonnengott Menschenopfer dar.
In der frühesten Zeit des Hinduismus, der vedischen Periode, opferten die Hindupriester zu bestimmten, festgelegten Zeiten Menschen, Tiere und Pflanzen. Auch die alten Chinesen kannten das Menschenopfer; außerdem opferten sie den Göttern und Ahnen Haustiere und Nahrungsmittel. Im Buddhismus hat es dagegen nie Tier- oder Menschenopfer gegeben; Buddha werden in frommer Verehrung lediglich Weihrauch und Blumen, insbesondere die Lotusblüte, dargebracht. Im japanischen Shintoismus ist der zentrale Ritus das Opfer von Nahrungsmitteln und anderen Produkten an die Bami (Götter).
Im Judentum war das Opfer bis zur Zerstörung des Tempels in Jerusalem 70 n. Chr. ein wichtiger, durch viele Vorschriften geregelter Bereich. Zu den vielen Arten von Opfern der alten Juden gehörten Dank- und Sühneopfer.
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