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Windows Live® Suchergebnisse RobbenEnzyklopädieartikel
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Robben, Unterordnung der Raubtiere mit 34 meist meeresbewohnenden Arten, deren Gliedmaßen zu Flossen umgebildet sind. Robben sind in allen Meeresregionen der kalten und gemäßigten Zonen weit verbreitet. Robben bilden drei Familien: Ohrenrobben, Walrosse und Hundsrobben. Die Vorfahren der Robben waren Landbewohner und haben sich im Lauf ihrer stammesgeschichtlichen Entwicklung in das Wasser zurückgezogen. An das Leben im Wasser sind sie nahezu perfekt angepasst, obwohl sie zur Paarung und zur Aufzucht der Jungen an die Küste oder auf das Treibeis zurückkehren. Robben erreichen je nach Art Kopfrumpflängen von 1,2 bis 5,0 Metern und Gewichte von 50 Kilogramm bis vier Tonnen. Sie ernähren sich von Fischen, Krebsen, Mollusken, Seesternen, Pinguinen und anderen Meereslebewesen. Robbenweibchen bringen nach einer Tragzeit von etwa einem Jahr (manchmal einschließlich einer Keimruhe) zumeist nur ein Junges zur Welt. Robben können je nach Artzugehörigkeit ungefähr 14 bis 46 Jahre alt werden. Nahrungsfeinde sind vor allem Haie und Schwertwale. Robben sind ebenso wie Wale farbenblind: In ihrer Netzhaut gibt es nur Zapfen für die Wahrnehmung von grünem Licht. Erhebliche Gefahren gehen für Robben von der Meeresverschmutzung aus. Als eines der schwerwiegendsten Probleme gilt die Belastung durch Schwermetalle, die eine Verringerung der Fruchtbarkeit und Schäden am Immunsystem zur Folge hat.
Ohrenrobben besitzen einen langen, biegsamen Hals und kleine äußere Ohren. Ihre hinteren Flossen können nach vorn gestellt werden und den Körper stützen. An Land bewegen sie sich mit Hilfe aller vier Gliedmaßen fort. Man unterscheidet zwei Gattungsgruppen von Ohrenrobben: Seelöwen und Seebären.
Seelöwen stellen die größere Gruppe der Ohrenrobben. Der Stellersche Seelöwe ist im Nordpazifik heimisch. Die erwachsenen Männchen können bis 3 Meter lang und 1 000 Kilogramm schwer werden, Weibchen sind viel kleiner und wiegen bis zu 300 Kilogramm. Die Mähnenrobbe, mit maximal 2,5 Metern eine kleinere Art, bewohnt die Küsten Südamerikas. Der etwas kleinere Kalifornische Seelöwe lebt vor der kalifornischen und mexikanischen Küste sowie auf den Galápagos-Inseln, er wird häufig für Schauveranstaltungen im Zirkus oder Zoo dressiert.
Seebären ähneln anatomisch sehr den Seelöwen, besitzen jedoch ein dichtes, seidiges Unterfell. Man unterscheidet zwei Gattungen: Eine lebt auf der südlichen Halbkugel, die andere im Nordpazifik und im Beringmeer. Die südliche Gattung besteht (je nach taxonomischer Einordnung) aus acht Arten. Die bekannteste Art ist in Tasmanien und an der Südküste Afrikas und Australiens zu finden. Die einzige Seebärenart auf der nördlichen Halbkugel ist der Nördliche Seebär, der auf den Pribilof-Inseln im Beringmeer anzutreffen ist. Das Männchen ist zumeist dunkelbraun gefärbt mit grauem Schimmer an den Schultern. Im Alter von sieben Jahren wird der Bulle geschlechtsreif. Er erreicht eine Länge von über zwei Metern und ein Gewicht von 270 Kilogramm. Das weibliche Tier ist nach drei Jahren geschlechtsreif und wird durchschnittlich etwa 50 Kilogramm schwer. Größere, ältere Bullen haben einen Harem mit bis zu 40 Kühen und kämpfen bis zur eigenen Niederlage gegen alle Rivalen. Noch nicht geschlechtsreife Robbenmännchen und Junggesellen sammeln sich an Stränden, die abseits von den Paarungsplätzen liegen. Mit dem Nahen des Winters ziehen die Robben Richtung Süden in die Breiten der Baja California. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts führte das wahllose Abschlachten (zur Pelzgewinnung) durch die Meere wandernder Robbenherden zu einer starken Bestandsverringerung, von der insbesondere die Seebären betroffen waren. Im Jahr 1911 wurden durch ein internationales Abkommen zwischen den USA, Großbritannien, Russland und Japan wirksame Kontrollmaßnahmen zur Erhaltung der Nördlichen Seebären eingeführt. Dieses Abkommen verbot das Jagen der Tiere im freien Wasser. Erlaubt war – unter Kontrolle der Regierung – nur das Fangen nicht geschlechtsreifer Tiere und von Junggesellen-Robben, die sich an den äußeren Grenzen der Paarungsplätze aufhielten. Die Herde bestand 1911 aus etwa 200 000 Einzeltieren. Ein 1957 unterzeichnetes, überarbeitetes Abkommen wandelte die Pribilof-Inseln in ein besonderes Schutzgebiet um. Die unter Schutz gestellte Herde zählt nun etwa zwei Millionen Tiere und stellt damit ungefähr 85 Prozent des Seebärenbestands der Welt.
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