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SizilienEnzyklopädieartikel
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Während des Risorgimento, der Vereinigung Italiens, stürzte Garibaldi 1860 durch seinen berühmten „Zug der Tausend” nach Sizilien die Bourbonenherrschaft auf der Insel, die 1861 ein Teil des Königreiches Italien wurde. Seitdem wurde das Schicksal Siziliens von den bürgerlichen Eliten des Nordens bestimmt, die die Gründung eines italienischen Nationalstaates, eines italienischen Königreiches unter der Herrschaft des Hauses Savoyen, gewünscht und durchgesetzt hatten. Die italienische Steuerpolitik, die Handel, Gewerbe und Industrie begünstigte und die Lasten für landwirtschaftliche Betriebe erhöhte, benachteiligte das agrarisch geprägte Sizilien. Es kam wiederholt zu Spannungen, die sich 1866 in einem Aufstand in Palermo entluden, der blutig niedergeschlagen wurde. Die Beziehungen zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden sind bis heute gespannt und von tiefem Misstrauen geprägt. Während nämlich um die Wende zum 20. Jahrhundert Norditalien einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte, fiel der Süden und mit ihm Sizilien immer weiter zurück. Bezeichnend für die Situation im Mezzogiorno sind die Auswanderungsbewegungen Ende des 19. Jahrhunderts und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1946 wurde Sizilien zu einer autonomen Region innerhalb der Republik Italien und erhielt umfassende Selbstverwaltungsrechte. Die Nachkriegsjahrzehnte waren dennoch von weiterem wirtschaftlichen Niedergang, hoher Arbeitslosigkeit und wachsender Kriminalität geprägt. Die Mafia wurde vielerorts zu einer effektvoll organisierten „geheimen Regierung” mit besten Beziehungen zu hohen und höchsten staatlichen Autoritäten. So manche Gelder zur Entwicklung der Region verschwinden in dunklen Kanälen. Trotz beachtlicher Erfolge im Kampf gegen die Mafia bleibt die Organisation weiterhin ein ernsthaftes Problem nicht nur für Sizilien, sondern für ganz Italien.
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