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Vereinte Nationen

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Kofi AnnanKofi Annan
Artikelgliederung
4.6

Treuhandrat

Aufgabe des Treuhandrates war bis 1994 die Aufsicht über die der UNO unterstellten Treuhandgebiete und deren Verwaltung; er setzte sich aus allen Staaten, die Treuhandgebiete verwalteten, sowie ebensovielen Nicht-Treuhänder-Staaten einschließlich der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates zusammen. Nach der Entlassung Palaus, des letzten UN-Treuhandgebiets, in die Unabhängigkeit stellte der Treuhandrat am 1. November 1994 seine Arbeit in der bisherigen Form ein und gab sich eine neue Geschäftsordnung. Seither gehören dem Treuhandrat die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates an, und er tritt nur noch bei Bedarf zusammen und nicht mehr, wie bis 1994 einmal jährlich.

5

Finanzierung

Die UNO finanziert sich durch die Pflichtbeiträge ihrer Mitgliedsstaaten, deren Höhe sich nach der jeweiligen Wirtschaftskraft richtet; für die Durchführung von Sonderprogrammen und Friedensmissionen werden Umlagen erhoben oder freiwillige Leistungen erbracht. Das Budget der Kern-UNO für 2005 belief sich für den regulären Haushalt auf rund 1,9 Milliarden US-Dollar sowie auf etwa 4,8 Milliarden US-Dollar für friedenserhaltende Maßnahmen und 315 Millionen US-Dollar für die Internationalen Tribunale für das frühere Jugoslawien und Ruanda. Für die Sonderorganisationen wie UNESCO und WHO fallen weitere Pflicht- oder freiwillige Beiträge an. Acht Industriestaaten kommen für fast drei Viertel der Gesamtkosten auf; den größten Beitrag leisten die USA mit 22 Prozent, gefolgt von Japan mit knapp 20 Prozent und Deutschland mit knapp 9 Prozent.

6

Geschichte

Die wechselvolle Rolle und Bedeutung der Weltorganisation war im Lauf ihrer Geschichte geprägt von der Entwicklung des Ost-West-Konflikts, dem zunehmenden Gewicht der Länder der Dritten Welt im Zuge der Dekolonisation und der Entstehung neuer Konfliktherde seit Ende der achtziger Jahre.

6.1

Die UNO im Kalten Krieg

Mit der zunehmenden Rivalität der beiden Großmächte USA und Sowjetunion verlor die UNO schon frühzeitig ihre eigentliche Grundlage für eine effektive weltweite Frieden sichernde Arbeit. Sah eine der beiden Mächte ihre Interessensphäre direkt berührt, lähmte sie den Sicherheitsrat durch ihr Veto. Zu Entscheidungen kam es im ersten Jahrzehnt des Bestehens der UNO daher nur über Palästina (1947), Indonesien (1949) und Kaschmir (1949). Der Beschluss zur „Polizeiaktion” gegen Nordkorea – der ersten militärischen „Frieden erzwingenden” Aktion der UNO –, die am Beginn des Koreakrieges 1950 stand, kam zustande, weil die Sowjetunion den Sicherheitsrat boykottierte. In den wenigen weiteren Militäraktionen bis Mitte der achtziger Jahre (Suezkrise 1956, Kongokrise 1960, Zypernkrise 1964) blieb die UNO „friedenssichernd” neutral. Auf Wirtschaftssanktionen einigte sich der Sicherheitsrat gegen Rhodesien (1966) und Südafrika (1978).

6.2

Vom Ost-West- zum Nord-Süd-Konflikt

Bis Mitte der sechziger Jahre wurde die Weltorganisation von den USA dominiert, denen sich die westeuropäischen und lateinamerikanischen Länder angeschlossen hatten. Mit dem Fortschreiten der Entkolonialisierung nahm jedoch schon seit Mitte der fünfziger Jahre das Gewicht der Länder der Dritten Welt in der UNO zu, und in den sechziger Jahren begann die Gruppe der jungen Staaten, die nun in die Weltorganisation aufgenommen wurden, zunehmend die Arbeit der UNO zu prägen. Dabei profitierten die Dritte-Welt-Staaten von der aufbrechenden Uneinigkeit der westlichen Länder, zu denen auch die alten Kolonialmächte gehörten, in Fragen der Entkolonialisierung sowie von der nicht uneigennützigen Unterstützung durch die sozialistischen Staaten. (Erst nach dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan 1979 lösten sich die meisten blockfreien Staaten aus der engen Zusammenarbeit mit den Staaten des Warschauer Pakts.)

1964/65 wurden neue Sonderorgane und Programme geschaffen, die sich vorrangig der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der armen Staaten widmen. Als wichtigste entstanden die Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) zur Förderung des internationalen Handels, insbesondere mit den Entwicklungsländern, und das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) als Dachorganisation zur Koordination von Hilfeleistungen. In dem Maß, in dem sich die UNO als Forum der Dritten Welt zu bewähren begann, trat neben den Ost-West-Konflikt der Nord-Süd-Konflikt. Als dieser sich in den siebziger Jahren im Gefolge der Wirtschaftskrisen in der industrialisierten und aufgrund der zunehmenden Verelendung in der Dritten Welt verschärfte, erarbeitete die UNO mit einer Serie von Weltkonferenzen Elemente einer „Neuen Weltwirtschaftsordnung”. Die begrenzten Erfolge dieser Bemühungen schlagen sich u. a. in der Verpflichtung der industrialisierten Länder nieder, 0,7 Prozent ihres Bruttosozialprodukts in Entwicklungsprojekte für die Dritte Welt zu investieren – eine Quote, die bis heute bei weitem nicht erreicht wurde.

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