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Antarktis

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Antarktis: BildergalerieAntarktis: Bildergalerie
Artikelgliederung
2.3

Klima

Die Antarktis ist der kälteste Kontinent der Erde. Die tiefste, jemals auf der Erde gemessene Temperatur (-89,2 °C) wurde am 21. Juli 1983 bei der Station Wostok (Vostok) in der Ostantarktis aufgezeichnet. Damit ist diese Station der Kältepol der Erde. Über den Kontinent ziehen heftige Winde. Im Landesinneren wurden schon öfters Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde gemessen – die höchste gemessene Windgeschwindigkeit lag bei 327 Kilometern pro Stunde.

Niederschlagsmengen und Temperaturen auf der Antarktis sind regional unterschiedlich. Die mittleren Jahrestemperaturen liegen in weiten Teilen unter -30 °C. Das Landesinnere ist durch extreme Kälte gekennzeichnet. Die mittleren Wintertemperaturen erreichen dort Werte von -60 °C. Auf dem Polarplateau wurden im Winter bis zu -68 °C gemessen. Zu den Küstengebieten hin und nach Norden nehmen die Temperaturen zu. Sie liegen im Winter zwischen -18 bis -29 °C. Im Sommer herrschen auf dem Polarplateau -40 °C, an der Küste durchschnittlich 0 °C. Lediglich in Teilen der Antarktischen Halbinsel erreichen die mittleren Sommertemperaturen Werte über dem Gefrierpunkt. Der Niederschlag fällt zu allen Jahreszeiten als Schnee. Während die Jahresniederschläge im Inneren der Antarktis 200 Millimeter unterschreiten, werden in den Küstengebieten bis zu 600 Millimeter und auf vorgelagerten Inseln mehr als 1 000 Millimeter erreicht.

Wie am Nordpol gibt es auch am Südpol die Phänomene des Polartages und der Polarnacht. Während der Polarnacht steigt die Sonne am südlichen Polarkreis für 24 Stunden nicht über den Horizont, während des Polartages sinkt sie für den gleichen Zeitraum nicht darunter. Mit zunehmender Annäherung an den Pol verlängern sich diese Phänomene. Am Südpol dauern Polartag und Polarnacht jeweils sechs Monate. Beide Erscheinungen sind in der Neigung der Erdachse begründet.

2.4

Flora

Die wenigen Pflanzen, die in der Antarktis überleben können, kommen nur in den eisfreien Gebieten vor. Auf dem Kontinent gibt es keine Bäume, die Vegetation beschränkt sich auf etwa 350 Arten von meist Flechten und Moosen. Üppige Streifen solcher Vegetation gibt es auf Teilen der Antarktischen Halbinsel. Bis auf 475 Kilometer an den Südpol heran wurden noch Flechten entdeckt.

2.5

Fauna

In der Antarktis gibt es keine Landraubtiere. Die lebensfeindliche Umwelt ermöglicht nur wenigen Tieren das Leben auf dem Land. Diese sind an die extremen Lebensbedingungen der Antarktis angepasst. Die wenigen Arten von Wirbeltieren sind auf die Nahrungsversorgung aus dem Meer angewiesen. Zu den Anpassungsmechanismen gehören eine gut entwickelte Schwimmfähigkeit durch eine dicke Fettschicht oder ein wasserundurchlässiges Gefieder. Beides dient auch dem Schutz des Körpers vor Kälte. Sehr reichhaltig ist das Leben in den Meeren. Wale, die sich hauptsächlich von Krill ernähren, sechs Arten von Robben und etwa zwölf Vogelarten leben und brüten in der Antarktis. Der bekannteste Bewohner der Antarktis ist der Pinguin. Als flugunfähiger Vogel lebt er auf dem Packeis und in den Meeren, die die Antarktis umgeben. Er brütet auf den Land- und Eisoberflächen entlang der Küste. Am typischsten sind der Adélie- und der Kaiserpinguin. Die vorgelagerten Inseln sind Brutgebiete u. a. für Albatrosse und Küstenseeschwalben.

2.6

Bodenschätze

Der zunehmende Bedarf an Rohstoffen ließ das Interesse an der Antarktis steigen. In der Antarktis entdeckte man neben Erdöl (schätzungsweise 45 Milliarden Barrel), Erdgas (115 Billionen Kubikmeter) und Kohle u. a. auch Titan-, Chrom-, Eisen- und Kupfererz sowie Uranerzlagerstätten. Außerdem wurden Platin- und Goldvorkommen gefunden. Der Abbau von Rohstoffen wie beispielsweise Kohle oder Erdöl im Kontinentalschelf war aber aufgrund der hohen Kosten für die Technik zunächst nicht rentabel. Mittlerweile wird die weitere wirtschaftliche Ausbeutung durch internationale Abkommen (Antarktis-Vertrag) verhindert.

Wirtschaftlich bedeutend war der Fang von Robben, Walen und Krill, einem kleinen krabbenartigen Tier, das einen hohen Eiweißgehalt hat und eine der Hauptnahrungsquellen der Wale darstellt. Diese Wirtschaftszweige wurden in der Zwischenzeit eingestellt oder auf festgelegte Fangquoten limitiert. Die Quoten (auch für den Fischfang) sind im Antarktis-Vertrag festgeschrieben.

3

Erforschung

Wegen ihrer Entfernung zu den anderen Kontinenten wurde die Antarktis erst Anfang des 18. Jahrhunderts entdeckt. Die alten Griechen stellten als Erste Theorien über die Existenz des antarktischen Kontinents auf, indem sie annahmen, dass auf der Südhalbkugel große Kontinente liegen müssten, um die Masse der Kontinente auf der Nordhalbkugel auszugleichen. Der britische Entdecker James Cook war der erste Forschungsreisende, der den südlichen Polarkreis überquerte; er tat dies im Januar 1773 im Rahmen seiner zweiten großen Expedition im Pazifischen Ozean, sichtete aber kein Land. Anhand von Felsablagerungen in Eisbergen auf dem Meer erkannte Cook, dass ein südlicher Kontinent existieren musste, aber es war nicht der üppige, bevölkerte Ort, den manche erwartet hatten.

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