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Mongolei

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Mongolei (Flagge und Hymne)Mongolei (Flagge und Hymne)
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3

Bevölkerung

Von den rund 3 Millionen Einwohnern (2008) sind etwa 88 Prozent Mongolen. Von ihnen bilden die Chalcha die größte Gruppe. Ansonsten sind Angehörige von Turkvölkern, Chinesen, Russen und andere ethnische Minderheiten anzutreffen. Die Bevölkerungsdichte, die niedrigste weltweit, liegt bei durchschnittlich 1,9 Einwohnern pro Quadratkilometer, jedoch leben im Norden des Landes, wo Ackerbau möglich ist, 10 bis 20 Einwohner auf einem Quadratkilometer, in der Wüste Gobi etwa 0,1 Einwohner. 57 Prozent der Bevölkerung sind in Städten zu Hause. Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich 67,3 Jahre.

3.1

Wichtige Städte

Hauptstadt ist Ulan Bator mit etwa 869 900 Einwohnern (2004). Weitere größere Städte sind Darhan und Erdenet. Letztere wuchs in den siebziger Jahren rapide an.

3.2

Sprache und Religion

Die Amtssprache Mongolisch gehört zu den altaischen Sprachen. Die meisten Mongolen sprechen den Chalcha-Dialekt, der außerdem in den Schulen und im Geschäftsleben verwendet wird. Die traditionelle mongolische Schrift wurde während der kommunistischen Herrschaft durch die kyrillische Schrift ersetzt. 1991 stimmte das Parlament für die Wiedereinführung der ursprünglichen Schrift. Die Kasachen benutzen in den Schulen und der lokalen Verwaltung ihre eigene Sprache (die ebenfalls mit kyrillischen Buchstaben geschrieben wird). Die Mongolen, die während der kommunistischen Zeit ausgebildet wurden, sprechen Russisch, und viele russische Wörter sind in den mongolischen Wortschatz eingegangen. Englisch verbreitet sich immer weiter, viele Schilder sind mongolisch und englisch beschriftet.

Staatsreligion war bis 1929 der Lamaismus, von dem nur noch ein Kloster in Ulan Bator Zeugnis ablegt. Seither garantiert die Verfassung Glaubensfreiheit. Die Religionsausübung wird aber behindert. Viele Menschen gehören keiner Religion an.

Zu den gesetzlichen Feiertagen gehören das internationale Neujahr (1. Januar), das Neujahrsfest nach dem Mondkalender, auch Tsagaan Sar (Weißer Monat) genannt, das an den ersten beiden Tagen des ersten Mondmonats gefeiert wird, der internationale Frauentag (8. März), Naadam, auch Tag der Revolution des mongolischen Volkes genannt (11.-13. Juli), und der Tag, an dem die Mongolei zur Volksrepublik erklärt wurde (26. November). Tsagaan Sar ist der wichtigste traditionelle Feiertag.

4

Bildung und Kultur

Allgemeine Schulpflicht besteht vom 8. bis zum 16. Lebensjahr. Insgesamt gibt es acht Hochschulen in der Mongolei, nur eine davon hat Universitätsrang, nämlich die in Ulan Bator (gegründet 1942).

An altem schriftlichem Kulturgut ist in der Mongolei wenig vorhanden. Historische Epen und Chroniken zählen zu den Frühformen mongolischer Literatur. Das älteste erhaltene Zeugnis ist die Geheime Geschichte der Mongolen, eine Darstellung des Aufstiegs Dschingis Khans. Kunstschätze, Antiquitäten und andere Relikte aus der Vergangenheit sind in Museen in Ulan Bator gesammelt und ausgestellt.

Siehe auch Zentralasiatische Kunst und Architektur

5

Verwaltung und Politik

Nach der Verfassung von 1992 ist die Mongolei eine parlamentarische Demokratie mit Gewaltenteilung und Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt ist der für vier Jahre direkt gewählte Präsident (eine einmalige Wiederwahl ist möglich), der zugleich auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Er kann vom Parlament verabschiedete Gesetze per Veto verhindern, jedoch durch eine Zweidrittelmehrheit des Parlaments überstimmt werden. Die Exekutive liegt im Wesentlichen bei der Regierung und dem Ministerpräsidenten an ihrer Spitze. Der vom Präsidenten vorgeschlagene Ministerpräsident muss ebenso wie die Minister vom Parlament bestätigt werden. Die Legislative wird von einem Einkammerparlament, dem Großen Staatskhural, ausgeübt, das sich aus 76 für eine Amtszeit von vier Jahren gewählten Abgeordneten zusammensetzt.

Die dominierende politische Kraft ist die Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP), die zu Zeiten der Volksrepublik Mongolei (1924-1992) die allein regierende und staatstragende Partei war, aber auch nach der Demokratisierung und der Einführung des Mehrparteiensystems 1992 zumeist die größte Fraktion im Parlament stellte. Die übrigen, meist oppositionellen Parteien erwiesen sich dagegen als weniger stabil und in der Bevölkerung verankert; zu ihnen gehören u. a. Mongolische Demokratische Partei (MDP), Bürgermutpartei und Demokratische Neue Sozialisten.

Verwaltungsmäßig gliedert sich die Mongolei in 21 Provinzen und den Hauptstadtbezirk Ulan Bator.

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