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Windows Live® Suchergebnisse Roscelin von CompiègneEnzyklopädieartikel
Roscelin von Compiègne (um 1045 bis ca. 1120). Französischer Theologe und Scholastiker, Begründer des Nominalismus. Der auch Roscellinus oder Jean Roscelin genannte Gelehrte vertrat die Auffassung, dass nur einzelne Objekte real sind, während die Universalien oder Ideen lediglich als abstrakte Begriffe existieren. Diese Theorie wendete Roscelin auf die christliche Trinitätslehre an und folgerte, dass die Trinität aus drei substantiell unterschiedenen göttlichen Personen bestehe. Die diesen traditionell zugesprochene Einheit hielt er dagegen für rein verbal oder nominal. Auf der Synode von Soissons (1092) verurteilte die Kirche Roscelins tritheistische Sichtweise als Häresie und forderte ihn auf, zu widerrufen. Um seiner Verfolgung zu entgehen, floh er nach England, doch geriet er hier in Konflikt mit dem scholastischen Philosophen Anselm, dem späteren Erzbischof von Canterbury. Anschließend verließ Roscelin England und begab sich nach Rom, wo er sich mit der Kirche aussöhnte.
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