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ReligionEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Probleme und Notwendigkeit der Definitionen von Religion; Typologie von Religionen; Die Religionen der Welt; Religionsbegriffe der Religionen; Religionsphilosophische Ansätze in der westlichen Geistesgeschichte; Neuere Religionstheorien
Häufig findet sich die Unterscheidung nach der Zahl der Götter in Monotheismus, eine Religion mit einem Gott (Christentum, Islam, Judentum), und in Polytheismus (altgriechische Religion, einige römische Religionen, Hinduismus). Eine Zwischenform von beiden hat man mit Henotheismus bezeichnet. In der wechselnden Verehrung einzelner Götter als jeweils höchste Gottheit wird das Bild eines Gottes sichtbar. Die Götter können untereinander in ihrer Funktion ausgetauscht werden. Der Pantheismus, also die Auffassung, dass Gott überall in der Welt zu finden oder sogar mit dieser identisch sei, findet sich eher in philosophisch-theologischen Konzeptionen (G. W. F. Hegel, Shankara), seltener in den Religionen selbst.
Gelegentlich wird zwischen Geburts-, Natur- und Universalreligionen unterschieden. Bei Geburtsreligionen bestimmt sich die Zugehörigkeit der Anhänger nicht durch Bekehrung oder Bekenntnis, sondern durch die Geburt. Hierzu gehören viele indigene Religionen, der Hinduismus und das Judentum. Mit dem Begriff Naturreligion hat man versucht, die Religionen der Völker zu erfassen, die nicht nur in großer Naturnähe leben, sondern Dinge, Kräfte, Formen und Erscheinungen der Natur auch als Geister, Dämonen, Gottheiten oder Fetische verehren. Der Begriff entstammt dem evolutionistischen Entwicklungsschema von Religionen und gilt heute als veraltet. Neuere Begriffe sind indigene oder ethnische Religionen oder auch – weniger glücklich – Stammesreligion. Als Universalreligionen bezeichnet man Religionen, die ihre Anhängerschaft nicht auf bestimmte Abstammungen oder Regionen begrenzen, und die mit dem Anspruch auftreten, eine universelle Orientierung für jeden Menschen dieser Welt bieten zu können.
Stifterreligionen beziehen sich auf eine historische Stifterpersönlichkeit (im Christentum Jesus, im Islam Mohammed, im Buddhismus Buddha, im Judentum Moses, im Konfuzianismus Konfuzius), die exklusiven Zugang zu einer religiösen Offenbarung hatte und diese den Anhängern der Religion mitteilte. Es gibt auch Religionen ohne Stifter, deren Anfänge zeitlos-mythischen Ursprungs sind (Hinduismus, griechische und römische Religionen). Als Offenbarungsreligionen werden Religionen bezeichnet, die ihren Ursprung von einer göttlichen Offenbarung herleiten (Judentum, Christentum, Islam). Sie können gleichzeitig auch Stifterreligionen sein, da religiöse Stifter sich häufig auf eine göttliche Offenbarung berufen. Im Hinblick auf Jenseitsvorstellungen ist häufig von Heilsreligionen die Rede. Heilsreligionen versprechen die Erlangung eines Heilszustandes im Diesseits oder meist im Jenseits (Paradies, Nirwana usw.).
Zu den großen Weltreligionen gehören das Christentum, entstanden im ersten Jahrhundert (zwei Milliarden Anhänger), der Islam, entstanden im 7. Jahrhundert (1,2 Milliarden Anhänger), der Hinduismus, dessen älteste Quellen um 1200 v. Chr. entstanden (760 Millionen Anhänger), der Buddhismus, entstanden etwa im 4. Jahrhundert v. Chr. (360 Millionen Anhänger) und das Judentum, dessen Anfänge in das 2. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen (etwa 14 Millionen Anhänger).
Neben diesen so genannten Weltreligionen gibt es unzählige kleinere Religionen oder Religionsgemeinschaften. So finden sich in Asien etwa der Zoroastrismus, der Jainismus, die Religion der Sikhs, der Taoismus, der Konfuzianismus und der Shintoismus. Weltweit existieren unzählige traditionelle lokale oder regionale Kulte und indigene Religionen (z. B. afrikanische Religionen, indianische Religionen). Ein weit verbreitetes religiöses Phänomen ist der Schamanismus.
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