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Roald Amundsen

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Forschungsreisen von Roald AmundsenForschungsreisen von Roald Amundsen
Artikelgliederung
1

Einleitung

Roald Amundsen (1872-1928), norwegischer Polarforscher und Entdecker, der im Dezember 1911 als erster Mensch den Südpol erreichte. Von 1903 bis 1906 war ihm die erste vollständige Durchquerung der legendären Nordwestpassage gelungen.

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Die erste Expedition

Roald Amundsen wurde am 16. Juli 1872 in Borge (Norwegen) geboren. Er studierte an der Universität Christiania (heute Universität Oslo) und widmete sich dann der Polarforschung. Sein Vorbild war Fridtjof Nansen, dessen Heimkehr von der bis dahin erfolgreichsten Polarexpedition Amundsen im August 1896 erlebt hatte. Schon ein Jahr später befand sich Amundsen selbst als zweiter Offizier an Bord des belgischen Forschungsschiffes Belgica auf dem Weg in die Antarktis. Die Expedition stieß in bis dahin nicht erreichte südliche Breiten vor, wäre aber fast gescheitert. Nur dank glücklicher Umstände gelang den Teilnehmern 1899 die Rückkehr nach Europa.

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Durchquerung der Nordwestpassage

1901 erwarb Amundsen mit der Gjøa ein eigenes Schiff. Sein großes Ziel war die Erforschung des magnetischen Nordpols und vor allem die Durchquerung der Nordwestpassage, des nicht mehr unbekannten, aber bis dahin nur in Teilen befahrenen Seeweges vom Atlantik um den nordamerikanischen Kontinent zum Pazifik. 1903 brach Amundsen mit der Gjøa auf. Zweimal musste er während seiner Expedition überwintern, mehr als 100 Inseln erforschten er und seine Begleiter, und 1904 ermittelten sie die Lage des magnetischen Nordpols. Im August 1905 setzte die Gjøa ihre Reise fort: Von der Baffinbai führte die Route über die Meeresstraßen zwischen den großen Inseln des Nordpolarmeeres und dem kanadischen Festland zur Beaufortsee und weiter zur Beringstraße, in die Amundsen am 30. August 1906 einfuhr. Zum ersten Mal war die Nordwestpassage vollständig und mit nur einem einzigen Schiff befahren worden.

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Der Weg zum Südpol

1909 fasste Amundsen den Plan, zu vollenden, was sein Vorbild Nansen vergeblich versucht hatte: den Nordpol zu erreichen. Da erfuhr er, dass dies am 6. April 1909 dem Amerikaner Robert Edwin Peary gelungen war. Amundsen setzte sich ein neues Ziel: den Südpol. Er hielt sein Vorhaben allerdings zunächst geheim, da zur gleichen Zeit in Großbritannien der Polarforscher Robert Falcon Scott eine Expedition zum Südpol ausrüstete.

Im Juni 1910 verließ Amundsen Norwegen an Bord der Fram, des berühmten Schiffes seines Vorbildes Nansen. Sogar Amundsens Besatzung erfuhr erst während der Reise das wahre Ziel. Im Januar erreichte die Expedition das Rossmeer, und am 20. Oktober 1911 brach Amundsen mit vier Begleitern zur letzten Etappe auf. Mit Hilfe von Hundeschlitten kamen die Männer gut voran, und am 14. Dezember war das Ziel erreicht: Amundsen stand als erster Mensch am Südpol. Er hatte auf seiner Reise zwar auch relativ günstiges Wetter, sein Erfolg beruhte jedoch hauptsächlich auf seiner hervorragenden Kenntnis der Bedingungen in den Polargebieten, seiner enormen Belastbarkeit, der akribischen Planung der Expedition und seinen großen Erfahrungen als Expeditionsleiter, womit er sich zum Teil deutlich von Robert Scott absetzte.

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