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Jesus ChristusEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Die Christusgeschichte nach den vier Evangelien; Ergebnisse der historischen Forschung; Theologie
Wie zahlreiche jüdische Propheten vor ihm verkündete Jesus das nahende Reich Gottes. Menschen mit körperlichen Gebrechen oder seelischen Leiden heilte er durch die Kraft des Glaubens. In Gleichnissen verkündete er die endzeitliche Liebe Gottes, die er selbst verwirklichte, indem er „Zöllner und Sünder” mit einbezog. Die Bergpredigt in Matthäus 5, 1 bis 7, 27, die die Seligpreisungen (5, 3-12) und das Vaterunser (6, 9-13) enthält, gehören zu den Kernaussagen der Lehre Jesu. Dabei legte er größeren Wert auf die innere Einstellung als auf die strikte Beachtung der jüdischen Gebote und Rituale und stieß damit auf die Gegnerschaft von Pharisäern und Schriftgelehrten, die ihm vorwarfen, die Autorität des Gesetzes, der Thora, zu untergraben. Insbesondere der offene Umgang Jesu mit gesellschaftlich Ausgestoßenen und Armen führte zur Ablehnung durch die Pharisäer, die auf das Wahren der Tradition bedacht waren. Während seines Aufenthalts in der Gegend von Caesarea Philippi gab sich Jesus dem Simon Petrus als der Sohn des lebendigen Gottes zu erkennen (Matthäus 16, 16; Markus 8, 29; Lukas 9, 20). Diese Offenbarung sowie die folgende Ankündigung von Jesu Leiden, seine Auferstehung sowie die Regelung der Nachfolge wurden zu Schlüsselstellen zur Begründung der Autorität der christlichen Kirche, wobei sich die katholische Kirche insbesondere auf Matthäus 16, 17-19 beruft.
Der Anspruch Jesu, der Messias zu sein, sowie sein Angriff auf die alleinige Gültigkeit der jüdischen Tradition führte zum Konflikt mit den Schriftgelehrten, den Pharisäern und den Sadduzäern. Da sie befürchteten, Jesu Aktivitäten würden das Volk gegen sie sowie die Römer gegen das jüdische Volk aufbringen (Johannes 11, 48), verbündeten sie sich mit Judas Ischariot, einem Jünger Jesu. Als Jesus mit seinen Jüngern das Passahmahl feierte, sagte er den bevorstehenden Verrat und seinen nahen Tod als Opfer für die Sünden der Menschheit voraus. Seine Segnung des ungesäuerten Brotes und des Weines sowie das gemeinsame Mahl mit seinen Jüngern (Matthäus 26, 27) wurden später zur Grundlage der christlichen Tradition der Eucharistie oder des Abendmahles.
Durch das Synedrium, die oberste religiöse, gerichtliche und politische Behörde des Judentums, wurde Jesus wegen Gotteslästerung zum Tod verurteilt und den Römern übergeben. Da nur der römische Statthalter die Todesstrafe verhängen durfte, ließ ihn Pontius Pilatus, der zu dieser Zeit dieses Amt bekleidete, hinrichten, da er in Jesus den politischen Anführer eines möglichen Aufstandes vermutete.
Mit der Hinrichtung ist Jesu Wirkungsgeschichte jedoch nicht zu Ende. Bei den Jüngern setzte sich die Überzeugung der Auferstehung Jesu durch, und er lebe als Herrscher des kommenden Zeitalters bei Gott.
Dass Jesus Christus eine historische Persönlichkeit war, gilt heute allgemein als gesichert. Seine Geburt wird von den meisten Historikern auf die ersten Jahre vor Beginn der Zeitrechnung datiert, sein Tod auf das Jahr 30. Die Zeugnisse über Jesus zeigen, dass er als jüdischer Wanderprediger in Palästina gewirkt hat. Er wurde dabei nicht nur von Männern, sondern auch von Frauen begleitet. Das sorgte in der streng patriarchalischen jüdischen Gesellschaft für großes Aufsehen. Er predigte den baldigen Beginn der Herrschaft Gottes auf Erden und die Errettung der Menschen durch sich selbst als Vermittler dieser Errettung. Obwohl er immer wieder gegen das jüdische Gesetz der Thora verstieß und häufig Umgang mit Randgruppen der Gesellschaft hatte, gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass er eine neue Religion gründen wollte. Er erließ praktisch keine neuen Gebote, sondern berief sich immer auf die alten jüdischen Gesetze. Historisch hat sich das Christentum erst im 2. Jahrhundert vom jüdischen Glauben gelöst und ist von einer der zahlreichen jüdischen Sekten des Nahen Ostens herausgetreten und zu einer eigenen Religion geworden. Der Kirchenkritiker Karlheinz Deschner urteilt über die Herausbildung des christlichen Jesusbildes: „Vergottung, Auftritte von Heilanden innerhalb und außerhalb des Judentums, vor allem aber vom Himmel kommende Gottessöhne, waren der antiken Welt vertraut und selbstverständlich. Das ganze christliche Heilsdrama – Präexistenz, Inkarnation, Martyrium, Tod, Auferstehung, Höllen- und Himmelfahrt – ist eine Kombination vieler älterer Mysterienvorstellungen und hellenistischer Philosophie.”
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