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Saddam Hussein

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Saddam HusseinSaddam Hussein
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Irak-Krieg und Sturz Husseins

Kurz nach Ablauf des Ultimatums begannen die USA und Großbritannien, die unterdessen etwa 250 000 Soldaten in der Golfregion stationiert hatten, mit Bombardements auf ausgewählte Ziele in Bagdad den Krieg gegen den Irak. Offenbar hatten diese ersten Angriffe der Person Hussein gegolten, der sich laut amerikanischen Geheimdienstberichten in einem der bombardierten Gebäude hätte befinden sollen; aber allem Anschein nach überstand er den Angriff unbeschadet – zumindest war (vermutlich) er am darauf folgenden Tag im irakischen Fernsehen zu sehen, sein Volk zum Widerstand gegen die Invasoren aufrufend und Siegeszuversicht verbreitend. Zwar leisteten die Iraker zumindest stellenweise einigen Widerstand, konnten die alliierten Truppen aber nicht von einem relativ raschen Vorstoß (wenn auch weniger problemlosen als von den Alliierten erwartet) auf Bagdad und der Einnahme der Hauptstadt am 9. April 2003 abhalten. Mit der Einnahme Bagdads durch die Alliierten, mit der auch der letzte militärische Widerstand der Iraker weitgehend zusammenbrach, und der Übernahme der Zivilverwaltung im Irak durch die USA galt das Regime Husseins als gestürzt. Von Hussein selbst und seiner engsten Familie fehlte vorerst jede Spur. Jedoch kamen von Zeit zu Zeit Tonbänder mit – angeblich – der Stimme Husseins in Umlauf, auf denen zum Widerstand gegen die Besatzer aufgerufen wurde.

In den Monaten nach dem Sturz des Hussein-Regimes wurde über das ganze Land verteilt eine Reihe von Massengräbern entdeckt, in denen laut Angaben der US-Zivilverwaltung etwa 300 000 Opfer des Regimes begraben seien. Menschenrechtsorganisationen und irakische Parteien schätzten die Zahl der unter Hussein getöteten Iraker sogar auf 500 000 bis über eine Million.

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Verfahren gegen Hussein

Acht Monate nach dem Sturz des alten Regimes nahm die US-Besatzungsmacht am 13. Dezember 2003 aufgrund von Hinweisen eines inhaftierten Irakers in einem Erdloch auf einem Gehöft nahe Tikrit Saddam Hussein gefangen. Hussein leistete keinerlei Widerstand. In seinem Versteck wurden weder Waffen noch Kommunikationsmittel gefunden, was die Vermutung nahe legte, dass der anhaltende Widerstand gegen und die zahlreichen Anschläge auf die Besatzungstruppen nicht von Hussein koordiniert oder zumindest initiiert wurden. Die Gefangennahme Husseins löste vor allem bei Schiiten und Kurden großen Jubel aus. Kurz zuvor war auf Betreiben der Besatzungsmacht ein irakisches Sondertribunal errichtet worden, das wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen das gestürzte Regime ermitteln sollte.

Am 30. Juni 2004, zwei Tage nach der Übergabe der Macht und der Souveränität von den US-geführten Koalitionstruppen an die irakische Übergangsregierung, wurde Hussein zusammen mit elf hochrangigen Mitarbeitern an die irakische Justiz übergeben. Bereits am darauf folgenden Tag fand eine erste Anhörung vor dem Sondertribunal statt. Hussein wurde u. a. die Vertreibung von Kurden zwischen 1986 und 1988 vorgeworfen, der Einsatz von Giftgas gegen die kurdische Bevölkerung 1988, die Morde an Dissidenten, die Invasion in Kuwait 1990 und die Niederschlagung der Kurden- und Schiitenaufstände 1991. Hussein wies alle Anklagepunkte zurück. Im Oktober 2005 wurde ein erster Prozess gegen Hussein und zunächst sieben weitere Mitglieder der früheren irakischen Regierung eröffnet; Hussein erklärte sich erneut für unschuldig, bestritt die Rechtmäßigkeit des Gerichts und stellte sich weiterhin als den rechtmäßigen Präsidenten des Irak dar. In diesem ersten Prozess wurde Hussein wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, und zwar konkret wegen des Massakers an 148 Schiiten in dem Dorf Dudschail bei Bagdad im Jahr 1982 angeklagt. Im August 2006 wurde ein zweiter Prozess gegen Hussein und andere Mitangeklagte eröffnet, diesmal wegen Völkermordes; Anklagepunkt war die Operation Anfal („Kriegsbeute”) im Jahr 1988 im Nordirak, während der schätzungsweise 180 000 Kurden getötet und etwa 4 500 Dörfer vernichtet wurden.

Am 5. November 2006 wurde Hussein in dem ersten Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod durch den Strang verurteilt; nach der Bestätigung des Urteils durch ein Berufungsgericht und der Unterzeichnung des Urteils durch Staatspräsident Talabani wurde Hussein am 30. Dezember 2006 in Bagdad hingerichtet – ohne dass er für seine zahllosen weiteren Menschenrechtsvergehen juristisch zur Verantwortung gezogen worden wäre. Die Hinrichtung stieß im In- und Ausland auf ein geteiltes Echo: Schiiten und Kurden im Irak begrüßten und feierten teilweise sogar die Hinrichtung, die Sunniten reagierten empört und mit Rachegedanken. Auf großes Unverständnis in der gesamten islamischen Welt stieß zudem der provozierende Hinrichtungstermin: An diesem Tag wurde der erste Tag des Opferfestes (Id al-Adha), eines der höchsten islamischen Feste, gefeiert. Zu einer Beruhigung der Lage und einer Entspannung des Verhältnisses zwischen den Volks- und Religionsgruppen leistete die Hinrichtung also keinen Beitrag. Das westliche Ausland kritisierte aus genereller Ablehnung der Todesstrafe mehrheitlich die Hinrichtung Husseins, US-Präsident Bush jedoch bezeichnete sie als „Meilenstein auf dem Weg zu einem friedlichen Irak”.

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