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Windows Live® Suchergebnisse West VirginiaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Physische Geographie; Bevölkerung; Bildung und Kultur; Verwaltung und Politik; Wirtschaft; Geschichte
West Virginia, Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika, der im Norden an Ohio und Pennsylvania, im Nordosten an Maryland, im Osten und Süden an Virginia und im Westen an Kentucky und Ohio grenzt. Der Fluss Potomac bildet einen Teil der Nordostgrenze; die Flüsse Tug Fork und Big Sandy River markieren fast die gesamte Südwestgrenze; und der Ohio bildet die West- und die Nordwestgrenze. West Virginia trat der Union am 20. Juni 1863 als 35. Bundesstaat bei. Bis zum Amerikanischen Bürgerkrieg gehörte West Virginia zu Virginia; dann gründeten seine Bewohner, die unionstreu waren, einen eigenen Bundesstaat, nachdem Virginia Teil der Konföderation wurde. Die Wirtschaft West Virginias war bis ins späte 19. Jahrhundert vorwiegend von der Landwirtschaft geprägt; dann gewannen der Bergbau und die Industrie an Bedeutung. Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts war der Bundesstaat ein wichtiger Produzent von Steinkohle, Metallen und chemischen Produkten. Der Name West Virginia bezieht sich auf die Bildung des Bundesstaates aus einem Teil des Westteiles von Virginia. Er ist bekannt als der Mountain State (Gebirgsstaat). Zu seinen wichtigsten Städten gehören Charleston (die Hauptstadt), Huntington, Wheeling, Parkersburg und Morgantown. Mit einer Fläche von 62 755 Quadratkilometern steht West Virginia, was die Größe angeht, in den Vereinigten Staaten an 41. Stelle; 9,1 Prozent der Landesfläche sind im Besitz der Bundesregierung. Der Umriss des Bundesstaates ist ungefähr oval, mit schmalen Fortsätzen im Norden und Nordosten; seine Maximalerstreckung beträgt in Ost-West-Richtung etwa 425 Kilometer und in Nord-Süd-Richtung etwa 380 Kilometer. Die Höhen reichen von 73 Metern am Potomac im Nordosten bis zu 1 482 Metern auf dem Gipfel des Spruce Knob im Osten. Die mittlere Höhe liegt ungefähr bei 460 Metern und ist damit größer als die irgendeines Bundesstaates östlich des Mississippi.
Ganz West Virginia wird von gefalteten Sedimentgesteinen unterlagert, und der Bundesstaat weist nur zwei wichtige physiographische Regionen auf: die Valley and Ridge Region und die Allegheny Front. In der vergleichsweise kleinen Valley and Ridge Region im Osten ist das Gestein stark gefaltet, und schmale, mit einem Kamm versehene Bergketten haben sich aus Sandstein entwickelt; die Täler sind mit Kalkstein und Schieferton unterlagert. Die Allegheny Front, der Ostrand des Appalachenplateaus, steigt jäh zu einem Grat auf, der über 1 219 Meter hoch ist. Das Appalachenplateau fällt dann sanft nach Nordwesten hin ab, so dass die höchsten Erhebungen in der Nähe des Ohio im Westen nur etwa 305 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Der Höhenunterschied zwischen den Gipfeln und den Talsohlen beträgt in der Nähe der Allegheny Front über 305 Meter, nimmt jedoch in der Nähe des Ohio auf unter 152 Meter ab. Der Boden ist größtenteils unfruchtbar. Wichtige Flüsse sind der Ohio, der Monongahela und der Kanawha. In West Virginia gibt es keine großen natürlichen Wasserkörper, durch den Staudammbau in Flussläufen sind jedoch mehrere große Seen entstanden. Hierzu gehören der Bluestone-, der East Lynn-, der Summersville- und der Tygart-See.
West Virginia besitzt ein feuchtes Kontinentalklima mit warmen Sommern und kalten Wintern. Das Klima ist bekannt für beträchtliche Schwankungen zwischen benachbarten Gebieten, die weitestgehend auf Höhenunterschiede zurückzuführen sind. Charleston im Westen hat eine mittlere Januartemperatur von 1,4 °C und eine mittlere Julitemperatur von 23,9 °C; in Elkins im Osten liegen die mittlere Januartemperatur bei -1,1 °C und die mittlere Julitemperatur bei 24,1 °C. Die Temperaturen, die bisher in dem Bundesstaat gemessen wurden, reichten von -38,3 °C 1917 in Lewisburg bis zu 44,4 °C 1930 in Moorefield und 1936 in Martinsburg. Der Bundesstaat wird selten von zerstörerischen Tornados oder Orkanen heimgesucht, im Sommer führen Gewitter jedoch manchmal zu Sturzbächen.
Etwa drei Viertel von West Virginia sind bewaldet. Die beherrschenden Baumarten sind Buche, Tulpenbaum, Linde, Zuckerahorn, Rosskastanie, Roteiche, Weißeiche, Hemlocktanne, Hickorybaum, Jerseykiefer und Pechkiefer. Zu den zahlreichen Blütenpflanzen des Bundesstaates gehören Aster, Azalee, Hartriegel, Goldrute, Leberblümchen, Lorbeer, Judasbaum und Rhododendron. Großsäuger West Virginias sind der Weißwedelhirsch und der Schwarzbär. Verbreitete kleinere Säugetiere sind u. a. der Rot- und der Graufuchs, der Waschbär, das Stinktier, das Opossum, das Cottontailkaninchen, das Grauhörnchen und das Murmeltier. In den Flüssen und Seen des Bundesstaates sind Barsch, Forelle, Flussbarsch und Hecht beheimatet. Zu den zahlreichen Vogelarten gehören der Rote Kardinal (virginische Nachtigall), die Scharlachtangare, der Sperling und der Specht. Zum Vogelwild gehören das Kragenhuhn und der Truthahn.
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