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Botanischer Garten, gärtnerische Anlage, in der Pflanzen insbesondere aus wissenschaftlichen und pädagogischen Gründen gezogen und zur Schau gestellt werden. Ein botanischer Garten besteht im Wesentlichen aus einer Sammlung lebender Pflanzen, die man im Freien oder in Gewächshäusern präsentiert. Oft ist eine Sammlung getrockneter Pflanzen (ein Herbarium) angegliedert, gelegentlich auch Einrichtungen wie Hörsäle, Laboratorien, Bibliotheken, Museen und der Forschung dienende Pflanzungen. Weltweit gibt es rund 1 700 botanische Gärten. Die rund 100 botanischen Gärten in Deutschland kultivieren circa 50 000 Pflanzenarten und haben nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz von 2000 jährlich etwa 14 Millionen Besucher. Die Pflanzen können gemäß eines oder mehrerer botanischer Prinzipien angeordnet sein. Diese Ordnung kann systematischer (entsprechend der botanischen Systematik), ökologischer (entsprechend der natürlichen Umwelt) oder geographischer (entsprechend der Herkunftsregion) Natur sein. Größere botanische Gärten besitzen oft noch besondere Elemente: etwa Felsgärten, Wassergärten, Wildblumengärten und Sammlungen gärtnerischer Pflanzengruppen, die auf Züchtung zurückgehen, wie z. B. Rosen, Tulpen oder Rhododendron. Ein botanischer Garten, der ausschließlich Holzgewächse präsentiert, heißt Arboretum. Einer der ersten botanischen Gärten für die Erforschung von Pflanzen wurde 340 v. Chr. von Aristoteles in Athen gegründet und von seinem Schüler Theophrast geführt. Die ältesten öffentlichen botanischen Gärten der Welt wurden 1543 in Pisa, 1545 in Padua, 1635 in Paris und 1679 in Berlin gegründet. Vor allem im 16. und 17. Jahrhundert züchteten Kräuterkundige in privaten Gärten, aber auch in Klostergärten, Heilkräuter. Im Jahr 1673 gründete die Londoner Apothekergesellschaft den Chelsea Physics Garden, um Materialien für Forschung und Medizin bereitstellen zu können. Der erste deutsche botanische Garten wurde vor 1580 in Leipzig gegründet, der erste botanische Garten der Vereinigten Staaten von John Bartram 1728 in der Nähe von Philadelphia. Fast jede größere Stadt hat heute einen botanischen Garten. Die Königlichen Botanischen Gärten (Royal Botanic Gardens), besser unter dem Namen Kew Gardens bekannt, wurden 1759 in London eröffnet, sie sind mit etwa 72 000 Pflanzenarten die weltweit größte botanische Einrichtung. Experimente und Forschungsprojekte, die dort durchgeführt wurden, haben die Einbürgerung ertragreicher Nutzpflanzen wie z. B. Gummibäume in Regionen ermöglicht, in denen sie ursprünglich nicht vorkamen. Der größte botanische Garten Deutschlands befindet sich in Berlin, er pflegte im Jahr 2000 etwa 18 000 Pflanzenarten.
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