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Tanne

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Kefallinia-TanneKefallinia-Tanne

Tanne, Gattung der Kieferngewächse mit rund 50 auf der nördlichen Hemisphäre weit verbreiteten Arten.

Tannen haben im Allgemeinen einen aufrechten Stamm und einen leicht pyramidenförmigen Wuchs; die Äste sind quirlförmig um den Stamm angeordnet. Die Zapfen stehen im Reifezustand aufrecht (bei Fichten dagegen hängen sie herab); sie bestehen aus dünnen, fest anliegenden Schuppen, und jede Schuppe trägt zwei geflügelte Samen. Im Gegensatz zu den Zapfen der Fichte, die als ganze Zapfen zu Boden fallen, lösen sich die Zapfen der Tanne auf den Zweigen sitzend in die einzelnen Schuppen auf und sind somit nie intakt auf dem Erdboden zu finden. Die nadelförmigen Blätter stehen schraubig; der Mittelnerv zeigt sich deutlich auf der weißlichen Unterseite.

Die auch in Südeuropa vorkommende Weißtanne ist die einzige in Mitteleuropa heimische Tannenart. Ihr natürlicher Lebensraum sind die Mittelgebirge, wo sie mit Rotbuchen und Fichten vergesellschaftet auftritt. Die Weißtanne wird bis zu 65 Meter hoch und ist damit die höchste Baumart Europas, ihr Stammdurchmesser beträgt maximal zwei Meter. Der Name Weißtanne bezieht sich auf die silbergraue Rinde. Die großen Zweige biegen sich am Ende aufwärts; die Nadeln sind oberseits dunkelgrün, und auf der Unterseite tragen sie zwei weiße Streifen. Weißtannen können über 500 Jahre alt werden. Das Kuratorium Baum des Jahres wählte die Weißtanne zum „Baum des Jahres 2004”, weil sie Symbol einer naturnahen Waldwirtschaft sei, besonders empfindlich auf Luftschadstoffe reagiere und ihr Schicksal damit zum Handeln im Umweltschutz ansporne. Die u. a. im Schwarzwald, im Thüringer Wald und in Bayern vorkommende Weißtanne wird in vier deutschen Bundesländern auf Roten Listen gefährdeter Pflanzenarten geführt. Eine bei uns neben der Stechfichte (auch Blaufichte oder fälschlich Blautanne oder Edeltanne genannt) häufig als Weihnachtsbaum angebotene Tanne ist die nach dem finnischen Botaniker und Zoologen Alexander von Nordmann (1803-1866) benannte Nordmanntanne, die von Natur aus in Kleinasien und dem Kaukasus verbreitet ist. Nordmanntannen werden u. a. in Dänemark in großflächigen Weihnachtsbaumkulturen gezogen und in Mittel- und westeuropäische Länder exportiert.

In Nordamerika sind zehn Tannenarten heimisch; sie wachsen hauptsächlich im Westen des Kontinents. Die Pazifische Edeltanne kommt in den Bundesstaaten Kalifornien, Washington und Oregon vor. Sie wird 30 bis 60 Meter hoch, der Durchmesser ihres Stammes kann bis zu 2,4 Meter betragen. Die in den Rocky Mountains von Mexiko bis Alaska verbreitete Felsengebirgstanne erreicht in der Regel 24 bis 30 Meter Höhe. Die manchmal bis zu 90 Meter hohe Riesentanne findet man von Montana bis zur Pazifikküste. Die Balsamtanne kommt im Osten des Kontinents von Virginia bis Neufundland und nordwestlich bis zum Yukon und nach Labrador vor. Sie wird 12 bis 18 Meter hoch; ihre Blätter duften stark und sind sehr harzig. Die Balsamtanne wird zur Papierherstellung verwendet; sie liefert zudem den Kanadabalsam, ein klares Harz, das zum Kitten von Linsensystemen und zum Einbetten mikroskopischer Präparate dient.

Systematische Einordnung: Tannen bilden die Gattung Abies in der Familie Pinaceae. Die europäische Weißtanne wird systematisch als Abies alba bezeichnet, die Nordmanntanne als Abies nordmanniana, die Balsamtanne als Abies balsamea, die Pazifische Edeltanne als Abies procera, die Felsengebirgstanne als Abies lasiocarpa und die Riesentanne als Abies grandis.

Siehe auch Douglasie

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