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Japanische Musik, die Gesamtheit der in Japan entstandenen Vokal- und Instrumentalmusik. Bereits vor dem 6. Jahrhundert n. Chr. sind in Japan Spuren musikalischer Tradition nachweisbar. Zwischen dem 7. und dem 10. Jahrhundert kommt mit dem Buddhismus chinesische, koreanische, indische und zentralasiatische Musik nach Japan. Diese Quellen sind in verschiedenen Epochen und Gattungen in je verschiedenem Ausmaß wirksam. Die traditionelle Musik Japans wird in der Regel von kleinen Ensembles aufgeführt, bestehend aus Instrumentalisten und Sängern. Sie wird als Einheit von Musik, Wort und Tanz verstanden. Die Kompositionen weisen meist eine dreiteilige Form auf (jo-ha-kyû), die aus einer Einleitung, einem schnellen Mittelteil und einem stürmischen Ende besteht. Dieses Muster durchzieht die gesamte japanische Musik und bezieht sich nicht nur auf einzelne musikalische Phrasen, sondern auch auf ganze Kompositionen.
Die Musik des Shintoismus, der alten Religion Japans, wird als kagura (göttliche Musik) bezeichnet. Sie wurde und wird zu formalen Anlässen an Heiligtümern oder bei kaiserlichen Zeremonien bzw. bei Folklorefestivals aufgeführt. Die Lieder und Tänze sollen die Götter ehren, aber auch unterhalten. Die Tänzer bewegen sich innerhalb und außerhalb des Heiligtums; ihre Vorstellung wird mehrmals unterbrochen durch Anrufungen der Götter. Die Vokalmusik in den buddhistischen Tempeln Japans ist gekennzeichnet durch einen verzierten Gesang und freie Rhythmen; zwischen den Gesangspassagen werden Glocken und Gongs angeschlagen. Die Bewegungen der bon-odori-Tänze des o-bon-Festivals sind sehr getragen; sie werden in der Regel von Sängern, manchmal auch von einigen Instrumenten (Flöte, Trommel und Shamisen) begleitet.
Die Wurzeln der alten japanischen Hofmusik (gagaku) reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück; ursprünglich stammt sie aus China und Korea. Gagaku-Orchester können aus bis zu 17 Musikern bestehen, die verschiedene Blas-, Saiten- und Schlaginstrumente verwenden. Zu den Blasinstrumenten gehören eine Flöte, normalerweise die so genannte rytekiû; eine kurze Pfeife mit Doppelrohrblatt, die so genannte hichiriki; sowie ein mundharmonikaähnliches Blasinstrument, bestehend aus 17 Bambuspfeifen, die in einen kugelförmigen Windkasten mit Mundstück eingepasst sind, die so genannte sho. Flöte und Doppelrohrpfeife spielen die Melodie, während die Sho die Begleitmusik liefert. Dabei entsteht ein ständiger Wechsel von längeren Vokal- und kürzeren Instrumentalpassagen: Diese instrumentalen Zwischenspiele werden meist von einer kleinen, liegenden, auf beiden Seiten bespannten Trommel (kakko), einer großen, hängenden Trommel (taiko), einem kleinen Gong (shoko) sowie einer viersaitigen Laute (biwa) und einer dreizehnsaitigen Zither (koto) gespielt. Die traditionelle japanische Gagaku-Musik ist im Wesentlichen von zwei pentatonischen Tonsystemen (ryo und ritsu) gekennzeichnet, die wiederum auf der chinesischen Zwölftonleiter beruhen.
Die Theatermusik des Mittelalters war beeinflusst von der frühen buddhistischen Musik. Die zwei wichtigsten Gattungen waren die so genannten heikebiwa (mit Laute begleitete Erzählungen) und die Musik für das No-Theater (siehe japanisches Drama). Für die heikebiwa existieren feste melodische und rhythmische Formen, die spezielle Gefühle oder Situationen ausdrücken. In der No-Musik werden die in einer ganz bestimmten Technik singenden Schauspieler von Instrumentalisten begleitet. Der Rhythmus wird von mehreren Trommeln vorgegeben, nämlich von einer Schultertrommel (ko tsuzumi), einer Hüfttrommel (o tsuzumi) und der taiko. Zum gesamten Instrumentalensemble (hayashi) gehört zudem eine Flöte (nokan), die die formale Einteilung des Dramas angibt, lyrische Momente untermalt und Tänze begleitet. No-Musik bedient sich fester melodischer und rhythmischer Grundmuster, die Tempi sind jedoch frei. Die Tempoänderungen in der No-Musik werden über die Trommeln angegeben. Die beliebteste Form des traditionellen japanischen Theaters ist das kabuki, das auf das Jahr 1596 zurückgehen soll und sich ab Mitte des 17. Jahrhunderts fest etabliert hat. Bei der Kabuki-Musik kommen Instrumentalisten und Sänger zum Einsatz. Die Musiker sitzen entweder im hinteren Teil der Bühne, oder sie sind (für das Publikum nicht sichtbar) für Klangeffekte und Bühnenmusik zuständig. Seit der Einführung des Shamisen als zusätzliches Instrument im No-Ensemble werden Instrumentalzwischenspiele, zu denen auch getanzt wird (nagauta), immer wichtiger.
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