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Windows Live® Suchergebnisse HeraldikEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Heraldik (von französisch science héraldique: Heroldskunde), ursprünglich die vielen Pflichten und Funktionen eines Herolds. Dazu gehörte neben der Aufgabe, bei Ritterturnieren die Waffen zu prüfen, auch das Ersinnen und die Verleihung von Wappenschilden und Wappen. Heutzutage steht der Begriff „Heraldik” für Wappenkunde und Wappenkunst. Die Wappenkunde hat eine ihr eigene Sprache, die nachfolgend im Einzelnen vorgestellt wird.
Schon in der Antike wurden symbolische und ornamentale Formen als Stammes- oder Hoheitszeichen verwendet. Die Römer z. B. verwendeten den Adler und die Franzosen zunächst den Löwen und später die Lilie. Im Zeitalter des Feudalismus, als es für einen Ritter, dessen Gesicht vom Visier seines Helmes verdeckt war, notwendig wurde, auf größere Entfernung erkannt zu werden, begann man damit, auf Schilden und Bannern persönliche Wappenbilder zu tragen. Der ursprüngliche Verwendungszweck des Wappens zur Kennzeichnung von Personen im Kampf entwickelte sich zu einem komplexen System ererbter Kennzeichnung des sozialen Status.
Ein Wappen besteht aus folgenden Bestandteilen: Schild, Helm, Helmzier, Devise, Mantel, Schildhalter und Wulst (oder Kranz). Von all diesen Bestandteilen ist der Schild der wichtigste. Das vollständige Ensemble wird Vollwappen genannt. Der Begriff escutcheon ist vom französischen écusson abgeleitet, der für einen Schild mit darauf abgebildeten Wappen steht, im Gegensatz zu einem leeren Schild. Meist hat er die Form eines herkömmlichen Schildes, außer beim Wappen eines Mannes der Kirche, dort ist er oval, und bei den Wappen von Damen, diese haben Rautenform. Um die Beschreibung von Schilden zu erleichtern, teilten die Herolde den Schild von oben nach unten in drei Bereiche ein – Schildhaupt, Querbalken und Schildfuß – und von links nach rechts (vom Träger aus) in dexter (heraldisch rechts), Mitte oder Pfahl und senestre (heraldisch links). Auf dem Schild befinden sich Wappenbilder, oder Figuren, die in Tinkturen oder Farben dargestellt werden. Der Begriff Tinktur beinhaltet die Darstellung von Metallen, Farben und Pelzen. Die zwei gebräuchlichen Metalle sind Gold und Silber. Ersteres wird mit gelber Farbe, das Letztere mit weißer Farbe dargestellt. Bei Schwarzweißzeichnungen oder Gravierungen wird Gold durch Weiß mit kleinen schwarzen Punkten getüpfelt dargestellt, während Silber glattweiß erscheint. Die Hauptfarben sind Rot, Blau, Schwarz, Grün und Purpur. Eine Figur, die heraldisch in der natürlichen Farbe des Objekts dargestellt ist, wird naturfarben genannt. Die dargestellten Pelze sind Hermelin und Feh (Pelz des russischen Eichhörnchens). Dargestellt werden die Farben und Pelze in Zeichnungen durch herkömmliche Schraffierungen und Figuren.
Die auf dem Schild abgebildeten Figuren werden unterteilt in einfache Heroldsstücke, untergeordnete Wappenbilder und gemeine Figuren. Das Feld oder der Hintergrund eines Schildes kann zwei oder mehr Tinkturen haben und von einem oder mehreren Teilungsschnitten geteilt sein. Ein senkrecht geteilter Schild ist gespalten, oder der Länge nach geteilt. Wird er senkrecht und waagerecht geteilt, dann nennt man ihn geviert oder kreuzweise geteilt. Wird einer der Abschnitte wieder geviert, dann heißt der ursprüngliche Abschnitt Großes Quartier. Ein von einem Schrägkreuz (durch zwei sich kreuzende Diagonalen in vier Teile geteilt) oder von einem Kreuz geteilter Schild wird Achterständerkreuz genannt, und jeder Abschnitt ist ein Ständer. Wird der Schild vollständig in eine Anzahl gleicher Abschnitte geteilt, von einem Pfahl, einem Schrägbalken, einem Balken oder einem Sparren (siehe unten), dann heißt er Pfahlschild, Schrägbalkenschild, Balkenschild oder Sparrenschild. Außerdem wird die Zahl der Abschnitte angegeben. Ein Feld, das durch senkrechte und waagerechte Teilungsschnitte geteilt ist, nennt man geschacht, und eines, das durch sich überschneidende Diagonalen geteilt ist, nennt man gesteint oder gerautet. Ist ein Feld mit einer unbestimmten Anzahl von kleinen Figuren bestreut, so dass ein Muster erzeugt wird, sagt man, dass es mit diesen Figuren besät ist. Ist ein Feld mit einem offenen Netz von sich diagonal überschneidenden Streifen bedeckt, dann handelt es sich um einen Schild mit Schräggitter.
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