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Tempel

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Wat Phra Keo, BangkokWat Phra Keo, Bangkok
Artikelgliederung
1

Einleitung

Tempel, ein nichtchristlicher Kultbau, der einer oder mehreren Gottheiten geweiht ist. Der Begriff leitet sich vom griechischen Témenos ab (von griechisch témno: ich schneide, trenne ab) und bezeichnete ursprünglich einen umgrenzten Ort, an dem kultische Handlungen stattfanden. An diesen Stellen wurden später Tempelgebäude errichtet. Tempel wurden an Plätzen angelegt, die geographische Besonderheiten aufwiesen, wie Hügel oder Haine, oder an Orten, die man durch exakte astronomische Beobachtungen festlegte. Solche Urformen des Tempels existierten in beinahe allen Kulturen. Die ersten Tempelgebäude waren Kulthäuser, die als Weihestätte einer Gottheit dienten und sich in vielen Religionen zum Versammlungsort von Gläubigen entwickelten (siehe Moschee; Synagoge; Kirche).

2

Typen und Bestandteile des Tempels

Die verschiedenen Tempelformen reichen von einfachen aufgeschütteten Erdhügeln bis zu monumentalen Gebäudekomplexen, die sich um den eigentlichen Tempelbezirk im Zentrum gruppieren. In den meisten Tempeln ist der Gottheit selbst, deren Anwesenheit durch geweihte Gegenstände dokumentiert wird, ein heiliger Bezirk vorbehalten, der vom übrigen Tempelbereich durch Türen, Gitter oder Säulenreihen abgegrenzt ist. Ein weiterer Bestandteil von Tempeln ist der Altar, in der Regel eine erhöhte tisch- oder blockartige Anlage im Zentrum des Gebäudes, auf der Opfer dargebracht und vor der Gebete und andere rituelle Handlungen vollzogen werden. In der griechischen und römischen Antike befand er sich außerhalb des Tempelgebäudes. Der geweihte Raum im Inneren des Tempels durfte nur von Priestern betreten werden.

Man unterscheidet zwischen zwei Haupttypen: dem massiven, sich hügelartig nach oben verjüngenden Tempel (etwa in Form einer Pyramide oder eines abgestuften Erdhügels) als Abbild des Kosmos und dem im Hochbau errichteten Gebäudetempel, dem als Wohnung der Gottheit ein starker Repräsentationscharakter zukam. Zu größeren Tempelanlagen gehörten auch Priesterunterkünfte, Klöster, Läden, Herbergen und Kornspeicher sowie Kur- und Krankenpflegeeinrichtungen.

3

Ägypten und Mesopotamien

Der antike ägyptische Tempel bestand meist aus einem lang gezogenen ummauerten Bezirk mit mehreren hintereinandergestaffelten Höfen und Vorhallen. Das Zentrum bildete das Allerheiligste mit dem Götterbild. Die Tempel wurden aus großformatigen Steinblöcken errichtet und später von verschiedenen Herrschern mit Erweiterungsbauten versehen, so dass riesige Tempelkomplexe entstanden, wie der Amun-Tempel (um 1570 bis 1070 v. Chr.) in El-Karnak. Auch die Felsklippen, die das Niltal begrenzen, wurden als Standort für Tempel genutzt, wie die Lage des Begräbnistempels der Hatschepsut zeigt, der um 1478 v. Chr. in Deir el-Bahri bei Theben erbaut wurde. Im Alten Reich wurden Grabtempel vor den Pyramiden errichtet (siehe ägyptische Kunst und Architektur).

In Mesopotamien (heute Irak) kannte man die Zikkurat, einen mehrstöckigen Stufenberg, auf dem ein über Freitreppen erreichbarer Tempel errichtet war, den man als Wohnstätte der Götter ansah. In der Nähe von Ur hat sich die Zikkurat des Mondgottes Nanna (um 2100 v. Chr.) erhalten (siehe mesopotamische Kunst und Architektur).

4

Griechenland

Im Zuge der Konsolidierung der griechischen Stadtstaaten entwickelte sich um das 7. Jahrhundert v. Chr. der monumentale Tempel aus Stein, nachdem man Sakralbauten zuvor aus Holz oder Lehm errichtet hatte (siehe griechische Kunst und Architektur). Ausgehend von der Form des helladischen Megaron entstanden lang gestreckte Tempelbauten vom Typ des Antentempels, deren Kernbau (Naos) in einer rechteckigen Cella (Innenraum mit Kultbild) bestand. Dieser war eine offene Vorhalle (Pronaos) vorgelagert, die durch Verlängerung der Längswände über die Türseite (Anten) hinaus gebildet wurde und durch zwei Säulen zwischen den Anten gestützt wurde. Durch Anfügung einer entsprechenden Rückhalle (Opisthodom), die die Symmetrie zwischen Vorder- und Rückansicht herstellte, entwickelte sich der Doppelantentempel. Diese Grundformen wurden später durch Säulenreihen zum Prostylos (Antentempel mit zusätzlicher Säulenhalle an der Front), Amphiprostylos (Prostylos, ergänzt durch eine Säulenhalle auf der Rückseite) und schließlich zum Perípteros (Doppelantentempel mit umschließendem Säulenkranz) erweitert. Dieser avancierte in der Folgezeit zur vorherrschenden Tempelform. Das Gebälk des Tempels wurde von den Säulen seines Außenbaus getragen, die auf dem Stylobat, der obersten Ebene des mehrstufigen Unterbaus, aufsetzten, das hölzerne Satteldach war mit Ziegeln aus gebranntem Ton oder Marmor gedeckt. Im Giebelfeld an der Schmalseite des Tempels (Tympanon, griechisch: Handpauke) wurde die Gottheit dargestellt, die dort verehrt wurde. Für die in der Tempelarchitektur verwendeten Säulenformen und das darüberliegende Gebälk begannen sich seit dem 8. Jahrhundert die drei kanonischen Bauordnungen herauszubilden: zunächst die Dorische und Ionische Säulenordnung, die später durch die Korinthische ergänzt wurden. Der Parthenon-Tempel aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. auf der Akropolis in Athen zeigt die kanonische Form des antiken griechischen Tempels in höchster Vollendung.

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